Bautzen, den 24.06.2008
Sorben im Europäischen Parlament - Unterstützung zugesagt
Die Situation der slawischen Minderheit in Deutschland - den Sorben -
war kürzlich Thema im Europäischen Parlament in Straßburg. Aktueller
Anlass für das Treffen war die nach wie vor ungeklärte langfristige und
auskömmliche Finanzierung der Stiftung für das sorbische Volk. Die
Geldgeber können sich nicht auf eine Finanzierung der Minderheit im
Dreiländereck von Polen, der Tschechischen Republik und Deutschland
einigen. Das Abkommen zur finanziellen Absicherung der Sorben ist
abgelaufen. Aus Protest gegen diese Situation haben sich die sorbischen
Vertreter im Stiftungsrat wiederholt, zuletzt Anfang Mai, an
Stiftungsratssitzungen nicht beteiligt.
Eine Delegation der Sorben - vertreten durch den Direktor der „Stiftung
für das Sorbische Volk“, Marko Suchy und den Geschäftsführer des
Dachverbandes der Sorben - der Domowina - Bernhard Ziesch, haben im
Europäischen Parlament die schwierige Lage erläutern können und stießen
dabei auf reges Interesse der Abgeordneten.
„Der Besuch in Straßburg hat sich gelohnt. Wir konnten unsere Situation
darlegen und die vielen Fragen der Abgeordneten beantworten. Wir sind
natürlich bemüht im europäischen Ausland über die Situation der Sorben
in der Lausitz zu informieren“, so Domowina-Geschäftsführer Bernhard
Ziesch im Anschluss an die Sitzung. Der Präsident der Intergruppe für
nationale Minderheiten Csaba Tabajdi sagte den Sorben die weitere
Unterstützung zu. Die FUEV (Föderalistische Union Europäischer
Volksgruppen) - die den Kontakt vermittelte - hat kürzlich mit dem
Europäischen Parlament ein Dialogforum vereinbart, in dem in einer
formalisierten Zusammenarbeit die Anliegen der autochthonen Minderheiten
im Parlament diskutiert werden sollen.
JAN DIEDRICHSEN
Federal Union of European Nationalities
http://www.fuen.org
- Living Diversity -
http://www.living-diversity.eu
jan.diedrichsen@fuen.org
+ 45 22308876