Südschleswigscher Wählerverband
Pressemitteilung Nr. 07/2008

Flensburg, 27-05-2008

Minderheiten: Der SSW unterstützt den Protest der Sorben

Der SSW unterstützt die Proteste der Sorben gegen die Kürzungen der
Bundesregierung bei dieser größten nationalen Minderheit in Deutschland.
„Wenn eine Minderheit durch die Regierung derart in finanzielle Bedrängnis
gerät, dann ist es selbstverständlich, dass die anderen Minderheiten in
Deutschland sich solidarisch an ihre Seite stellen“, erklärt der
SSW-Vorsitzende Flemming Meyer, der am Donnerstag bei einer großen
Demonstration der Sorben in Berlin sprechen wird.

„Seit dem 1. Januar 2008 haben die Bundesregierung und das Land Brandenburg einen Teil ihrer Mittel für die Bund-Länder ‚Stiftung für das Sorbische Volk’ eingefroren. Zu diesem Zeitpunkt ist das bisherige
Finanzierungsabkommen zwischen dem Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen ausgelaufen, ohne dass eine neue Vereinbarung getroffen wurde.
Dadurch geraten die sorbischen Verbände und Einrichtungen in existentielle
Nöte und das ist vollkommen untragbar.
Der SSW fordert zusammen mit der sorbischen Minderheit ein langfristiges
Finanzierungsabkommen zwischen dem Bund und den Ländern Brandenburg und Sachsen, das den Stiftungsetat langfristig in auskömmlicher Höhe sichert und so das kulturelle Leben der Sorben in der Lausitz auf ein tragfähiges Fundament stellt.“

Die SSW-Landtagsabgeordneten Anke Spoorendonk und Lars Harms kündigen an,
die Bestrebungen der Sorben auch durch einen entsprechenden Antrag im
Schleswig-Holsteinischen Landtag unterstützen zu wollen: „Auch
Schleswig-Holstein muss sich auf Bundesebene dafür verwenden, dass eine
Lösung für das Problem der Sorben gefunden wird. Schleswig-Holstein sieht
sich gern als Bannerträgerin einer modernen Minderheitenpolitik in
Deutschland. Deshalb hat unsere Landesregierung eine Verpflichtung, ihre
besondere Kompetenz in Minderheitenfragen auch auf Bundesebene zu nutzen“, fordert die Vorsitzende der SSW-Landtagsgruppe Anke Spoorendonk.


Die sorbische Minderheit spricht eine westslawische Sprache, lebt seit dem
6. Jahrhundert in der Ober- und Niederlausitz (Sachsen und Brandenburg) und umfasst rund 60.000 Menschen. Weitere Informationen zur Demonstration am 29.05.2008 in Berlin und zu den Sorben finden Sie unter www.domowina.de




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