Budyšin/Bautzen, 10.04.2008
Minderheitenrat fordert Wahrnehmung der Verantwortung des Bundes
Der Vorsitzende des Minderheitenrates der vier autochthonen nationalen
Minderheiten Deutschlands, Dieter Paul Küssner, wandte sich jetzt mit
einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel, in dem er eine
gesamtstaatliche Verantwortung des Bundes bei der Förderung der Stiftung
für das sorbische Volk anmahnt. In dem Brief heißt es unter anderem:
„Mit der Ratifizierung der Europäischen Rahmenkonvention zum Schutz
nationaler Minderheiten sowie der Europäischen Sprachencharta nach der
deutschen Vereinigung hat die Bundsrepublik als Gesamtstaat die
Verantwortung für die Entwicklung der sorbischen Kultur und Sprache
international anerkannt. Die bereits bestehende Kluft zwischen
völkerrechtlich zugesagtem Schutzstandard und politischer Realität würde
unvermeidlich und merkbar vergrößert, wenn der Bund sein finanzielles
Engagement wie angekündigt reduziere.“ Bundeskanzlerin Merkel wird
aufgefordert, sich dafür einzusetzen, „dass der Bund seine Verantwortung
für die nationale Minderheit der Sorben in einem mit den Ländern
abgestimmten finanziellen Rahmen wahrnimmt, und somit eine verlässliche,
auskömmliche und nachhaltige Förderung dieser in Deutschland
beheimateten Kultur und Sprache sichert.“