Das Jahr 2000 bei den Sorben


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Januar [oben]

Um einen neuen Finanzierungsvertrag zwischen dem Bund und den beiden Länderregierungen Sachsen und Brandenburg bemüht sich die Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud, denn der bisherige Vertrag aus der Zeit der Kohl-Regierung ist sehr degressiv, erklärte der Stiftungsdirektor Marko Suchy gegenüber der Nachrichtenagentur ADN.

Einen Freundeskreis Alojs Andricki hat der Cyrill-Methodius-Verein/Towarstwo Cyrila a Metoda zum Jahresbeginn ins Leben gerufen mit dem Ziel, den Prozess der Seligsprechung des im KZ Dachau 1943 verstorbenen sorbischen Geistlichen Alojs Andricki (geb. 1914) mit Gebet zu begleiten. Im Juli 1997 leitete Bischof Joachim Reinelt das Verfahren zur Seligsprechung ein.
Unter "Die Dresdner des 20. Jahrhunderts" ordneten die "Dresdner Neuesten Nachrichten" vom 07. 01. ("Ein lebenslustiger Priester, den man nicht leben ließ" von Heidrun Hannusch) auch den Kaplan Alojs Andricki ein, der ab 1939 an der Hofkirche in Dresden wirkte. 1941 wurde er wegen heimtückischer Angriffe auf Staat und Partei verhaftet und in das KZ Dachau eingeliefert.

Ruinenreste des Wendischen Hauses in Bautzen /Serbski dom w Budy¹inje, für das 1897 der Grundstein gelegt wurde und das während der Kriegshandlungen 1945 fast völlig ausbrannte, wurden Anfang Januar abgerissen. Die Stadt Bautzen wurde 1947 durch einen Grundstücks-tausch die Stadt Bautzen Eigentümer der Liegenschaft.

Das Sorbische Nationalensemble/Serbski ludowy ansambl muss seine Eigenständigkeit bewahren und eine sorbische Institution werden, die den Menschen in und außerhalb der Lausitz die reichen Traditionen der sorbischen Bühnen-, Musik- und Liedkunst vermittelt, erklärte Barbara Wittig, Bundestagsabgeordnete der SPD nach ihrem Besuch der Künstler am 06. 01.
Am selben Tage informierte sich Barbara Wittig im Regionalschulamt Bautzen/Budy¹in über die Problematik der sorbischen und zweisprachigen Schulen und führte auch Gespräche mit dem Vorsitzenden der Domowina Jakub Brankaèk, dem Geschäftsführer Bjarnat Cy¾ und dem Vorsitzenden des Sorbischen Künstlerbundes/Zwjazk serbskich wumì³cow Benedikt Dyrlich.

"Für das Sorbische Museum Bautzen/Serbski muzej Budy¹in war das Jahr 1999 sehr erfolgreich," teilte der Direktor Tomasz Nawka der sorbischen Tageszeitung "Serbske Nowiny" (06. 01.) mit. 15 970 Besucher informierten sich in der ständigen Ausstellung zur Geschichte und Kultur der Sorben sowie in den Sonderaustellungen, u. a. über nationale Minderheiten.

Helmut Kurjo aus Bluno/Blunjo, der am 06. 01. seinen 65. Geburtstag beging, trat auf mehr als 120 sorbischen Hochzeiten als Hochzeitsbitter auf, wurde seit 1966 mehrere Male in Kino- und Fernsehdokumentationen vorgestellt und ist ein begehrter Berater der Museen und Heimatstuben sowie der Trachtengruppen der Hoyerswerdaer Umgebung.

Verstorben ist am 06. 01. der Sorbische Superintendent Gerhard Wirth im 89. Lebensjahr. In den Beileidsbekundungen wird er als einer der bedeutendsten sorbischen Patrioten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Über 20 Jahre redigierte er die evangelische Zeitschrift "Pomhaj Bóh", setzte sich auch öffentlich mit gesellschaftlichen Zuständen in der DDR auseinander, war 1990 Gründungsvorsitzender der wiederbelebten Maæica Serbska und gab 1998 die von ihm zusammengestellten, kommentierten und ins Deutsche übersetzten sorbischen Sprichwörter von Jan Wjela-Radyserb (1822-1907) als Sammelband heraus.

In den vergangenen fünf Jahren in sorbischen katholischen Gemeinden die Sternsingerbewegung dank der Bemühungen des Kaplans Pìtr Kral eingebürgert. Am 06. 01. sangen die Kinder aus Panschwitz-Kuckau/Panèicy-Kukow im Kloster Marienstern.

In Werben /Wjerbno und Drachhausen/Hochoza begann am 07. und 08. 01. für die Mitglieder des Sorbischen Nationalensembles/Serbski ludowy ansambl und des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters/Nìmsko-Serbske ludowe d¼iwad³o die traditionelle Tournee durch die Lausitz anlässlich der Zapust-Feiern in der Nieder- und der Vogelhochzeitsfeiern in der Oberlausitz.
Die 14 Vorstellungen - vorwiegend in ländlicher Gegend - wurden in diesem Jahr von 2.600 Sorben und Deutschen besucht.

Mit einem Programm der 1. Sorbischen Kulturbrigade/1. serbska kulturna brigada des Sorbischen Gymnasiums Bautzen/Serbski gymnazij Budy¹in beging der Verein Bratrowstwo aus Wittichenau/Kulow am 08. 01. sein 102. Gründungsfest. Der Vereinsvorsitzende Dr. Pìtr Brìzan sprach sich für den Erhalt der sorbischen Schulen und des Gymnasiums aus. "Schule und Kultur sind die Grundpfeiler unseres Seins!"

Mehr als 700 Sorben und Deutsche folgten dem Aufruf einer Initiativgruppe der Eltern, gemeinsam auf einer Veranstaltung (11. 01.) gegen die geplante Schließung sorbischer Schulen zu protestieren. "Derzeitig haben wir in den sorbischen Schulen des Kreises Kamenz 1.200 Schüler. Im Schuljahr 2007/08 wird es nur noch die Hälfte sein, folglich annähernd 600," sagte die Vorsitzende des Sorbischen Schulvereins/Serbske ¹ulske towarstwo Ludmila Budarjowa. Die zweisprachige Bildung in Kindergärten und Schulen - das WITAJ-Projekt - bietet aber die Chance, die Schulen zu erhalten. Der Vorsitzende der Domowina Jakub Brankaèk, der sorbische Landtagsabgeordnete Hajko Kozel (PDS), Vertreter der sorbischen Geistlichkeit und des Kulturlebens, Mütter und Väter trugen mit ihren Diskussionsbeiträgen zur Argumentation für den Erhalt der Schulen bei. "Wir werden nicht mehr mit dem Kultusministerium und dem Regionalschulamt verhandeln. ... Die Zukunft der sorbischen Schulen bedingt eine politische Entscheidung, die auf höchster Ebene getroffen werden muss," erklärte der Bürgermeister Alfons Ryæer (Ralbitz-Rosenthal/Ralbicy-Ró¾ant).

Die vierte Gesprächsrunde "Serbja/Sorben" der Bundestagsabgeordneten Barbara Wittig (SPD) fand am 12. 01. in Schleife/Slepo statt, an der Vertreter der Kommunen und Vereine, Lehrer und Eltern aus der Umgebung teilnahmen. Hauptthema des Gesprächs war die Entwicklung der Zweisprachigkeit. Hingewiesen wurde auf den Mangel ausgebildeter Kindergärtnerinnen und Lehrer, die die sorbische Sprache vermitteln sollen.

In einem Brief an den Ministerpräsidenten und an die Minister für Kultus, Finanzen und europäische Angelegenheiten Sachsens protestierte der Vorstand des Regionalverbandes der Domowina Kamenz/¾upa Kamjenc am 12. 01. gegen die geplante Schließung der beiden Mittelschulen Crostwitz/Chrósæicy und Ralbitz/Ralbicy.

Der sächsische Landtagsabgeordnete Marko ©iman (CDU) vertrat im Pressegespräch am 12.01. die Meinung, dass die begonnene Diskussion über das Schulsystem in den sorbischen Gemeinden der Angelegenheit von Nutzen sein wird und dazu beiträgt, die Bedeutung der sorbischen Sprache zu heben. Zugleich sprach er sich für ein System aus, das den Besonderheiten der sorbisch-deutschen Gemeinden entspricht.

Ein Europabüro in Bautzen/Budy¹in eröffnete am 14. 01. Hans Modrow, PDS-Abgeordneter des Strasbourger Parlaments. Mit den Landräten, Vertretern der Kirchen und der Domowina will Modrow Kontakte knüpfen, um im Interesse der Region und nachdrücklich auch der Sorben Aktivitäten zu entwickeln.

Als Mitglied der Domowina bewarb sich offiziell am 14. 01. die Concordia Universität Austin in Texas."Wir sind die einzige Universität der Welt, die von Sorben gegründet wurde. Zehn Prozent der Studenten, Dozenten und weiterer Mitarbeiter bekennen sich als Sorben," schreibt der Präsident der Universität Prof. Dr. D. Zersen an den Bundesvorstand der Domowina. Die Hauptversammlung der Domowina hatte die Aufnahme am 25. 03. bestätigt und am 04. 07. erfolgte die Signierung.

Dem sorbischen Natur- und Heimatforscher Bo¾idar ©ìca (1900 - 1986) war an seinem 100. Geburtstag (15. 01.) eine Feierstunde an seinem Grab in Großpostwitz/Budestecy gewidmet, in der die Verdienste von B. ©ìca auf den Gebieten der wissenschaftlichen Naturforschung - die Grassorte "Melica schuetzeana" ist nach ihm benannt -, der Heimatforschung, des Denkmalschutzes, als Lehrer und Publizist von seinem Schüler Prof. Dr. Werner Hempel und dem Vorsitzenden der Maæica Serbska Dr. Mìræin Völkel gewürdigt wurden.

"Jakub Brankaèk wotstupi³" lautete die Überschrift der "Serbske Nowiny" am 17. 01. ("Der Vorsitzende der Domowina Jakub Brankaèk hat sein Amt niedergelegt [am 14. 01. - M. V.]). Das ist seine Konsequenz aus den andauernden Auseinandersetzungen zwischen dem Bundesvorstand der Domowina und dem Stellvertreter Dr. Ludwig Ela ...," berichtete der Journalist Axel Arlt. Ein von dem Stellvertreter eigenmächtig interpretierter Vorstandsbeschluss hatte zum Zerwürfnis geführt.
Zum amtierenden Vorsitzenden berief der Bundesvorstand den Stellvertreter Fryco K¹amaà, der bis zur Hauptversammlung am 25. März die Domowina führen soll.

Die "Neue Züricher Zeitung" vom 17. 01. veröffentlichte eine Reportage über das Leben der Sorben "Vom Zweigefühl. Schreiben - sorbisch und deutsch" von Beatrice von Matt, in der sie besonders das Traditionelle den "Avantgardisten, das sind immer Einzelne, Schriftstellerinnen, Künstler" gegenüber stellt.

Mit dem Vogelhochzeitsprogramm für Kinder des Sorbischen Nationalensembles/Serbski ludo-wy ansambl begeisterten 25 Künstler am 18. 01. in Cottbus/Cho¶ebuz mehr als 1200 Schüler. Im Programm haben auch Kinder des WITAJ-Kindergartens aus Sielow/®ylow mitgewirkt.

Für sorbische und deutsche Literaturfreunde las am 18. 01. in der Stadtbibliothek Bautzen/ Budy¹in der Schriftsteller Jurij Brìzan aus seinem neuen Werk über die Erlebnisse eines Brasilianers im Jahre 1928 in Bautzen/Budy¹in.

Um die Jahreswende erschienen zwei Bücher zur Geschichte der Sorben. Edmund Pjech veröffentlichte als Band 21 der Schriftenreihe des Sorbischen Instituts Bautzen/Spisy Serbskeho instituta Budy¹in seine Dissertation "Die Sorbenpolitik der DDR 1949 - 1970".
"Die katholische Kirche und die Sorben. 1919 - 1990" ist betitelt der Band 23 der Schriften, deren Erscheinen die "Serbske Nowiny" am 19. 01. ankündigten. Der junge polnische Historiker und Germanist Dr. Tomasz Kowalczyk aus Lublin untersuchte die Auswirkungen der Neugründung des Bistums Meißen im Jahre 1921 auf das Leben der katholischen Sorben.

Im sächsischen Kultusministerium fand auf Initiative des Landtagsabgeordneten Marko ©iman (CDU) am 19. 01. ein Gespräch über die geplante Schließung der Mittelschulen in Crostwitz/Chrósæicy und Ralbitz/Ralbicy zwischen dem Staatssekretär Günther Poturne, der Vorsitzenden des Sorbischen Schulvereins /Serbske ¹ulske towarstwo Ludmila Budarjowa, dem Abgeordneten Marko ©iman sowie von zwei Vertretern einer Elterninitiativgruppe (Stanis³aw Brìzan aus Kopschin/Kop¹in und Rolf Hrjehor aus Sollschwitz/Sul¹ecy) statt.

Der PDS-Abgeordnete Hajko Kozel beantragte im Sächsischen Landtag am 20. 01. eine Dringlichkeitsdebatte über das Schulsystem in der Lausitz. Der Antrag wurde von den Fraktionen der CDU und SPD abgelehnt. Der Pressesprecher der SPD Volker Knauer sagte dazu: "Inhaltlich unterstützt unsere Fraktion den Vorschlag."

Der Gemeinderat von Radibor/Radwor nahm am 19. 01. den Bericht des (ehrenamtlich tätigen) Verantwortlichen für sorbische Angelegenheiten in der Gemeinde Jan Pawlik entgegen. Die Berichterstattung entspricht den überarbeiteten Satzungen des Parlaments über die Förderung der sorbischen Sprache und Kultur vom 27. 01. 1999. Als Schlussfolgerungen bezeichnete J. Pawlik die intensivere Unterstützung der Schule und der Kindergärten im Sinne des WITAJ-Konzeptes.

Mit Protesten für den Erhalt aller sorbischen Schulen solidarisierten sich in diesen Tagen der Ponaschemu-Verein in der Niederlausitz, der Gemeinderat in Radibor/Radwor, im Namen des Cyrill-Methodius-Vereins/Towarstwo Cyrila a Metoda deren Vorsitzender Pfarrer Micha³ Nawka, der Sorbische Beirat beim Stadtparlament Bautzen/Budy¹in und der Bautzener Stadtrat Jurij Grós. Aus dem Internet hatte Franti¹ek Vydra aus Chrastava (ÈR) von den Protesten erfahren und solidarisierte sich wie auch der Lehrer Antonín Vlk aus Mìlnik (ÈR) und der international bekannte Historiker Dr. Zdenìk Boháè aus Praha mit den sorbischen Forderungen.
Der Bretonische Schulverein DIWAN protestierte bei der Botschaft der Bundesrepublik in Frankreich und erhielt am 13. 04. ein Antwortschreiben, in dem es heißt, dass sorbische Schulen aus dem sächsischen Konzept über die Schließung von Schulen ausgenommen wurden.

Die Demonstration auf dem Schlossplatz in Dresden am 20. 01. für eine massive Verbesserung der derzeitigen Zustände im sächsischen Schulwesen, an der annähernd zehntausend Lehrer, Schüler und Eltern teilnahmen, war auch ein Protest gegen die geplante Schließung sorbischer Mittelschulen. Unter den Demonstranten waren 250 Sorben, und der Bürgermeister Alfons Ryæer aus Ralbitz-Rosenthal/Ralbicy-Ró¾ant erhielt den Beifall der Anwesenden, als er die sächsische Regierung auf die Einhaltung des "Gesetzes über die Rechte der Sorben im Freistaat Sachsen" ermahnte. "Wir haben als Sorben den Politikern gezeigt, dass wir uns nicht fürchten. Wir werden weiter kämpfen," sagte Stanis³aw Ryæer aus Jeßnitz/Jaseñca.

In Cottbus/Cho¶ebuz fand am 20. 01. die Präsentation der neuesten niedersorbischen Anthologie "¬iw se njewospjetujo" ("Das Wunder wird nicht wiederholt"), die im Bautzener Domowina-Verlag /Ludowe nak³adnistwo Domowina erschien, statt. 15 Autoren veröffentlichten ihre literarischen Beiträge.

Die neuen Mitglieder des Sorbischen Rates des brandenburgischen Parlaments wählten am 24.01. Harald Koñcak, Geschäftsführer der Domowina, erneut zu ihrem Vorsitzenden.

Der Stadtrat von Hoyerswerda/Wojerecy berief auf seiner Sitzung am 25. 01. einstimmig einen Parlamentarischen Beirat für sorbische Angelegenheiten. Ihm gehören an: die Kreisvorsitzende der Domowina/¾upanka Brigita ©ramina, Pawo³ Mikel (CDU), die Verantwortliche für sorbische Angelegenheiten in der Stadt Gertrud Wincarjowa (Schwarzkollm/Èorny Cho³mc), Maks Donat (PDS) und H. Dieter Tempel (SPD).

Auch in Leipzig feierten sorbische Studenten den Tag der traditionellen Vogelhochzeit (25. 01.), allerdings auf eine besondere Art: Sie hatten den Schriftsteller Jurij Koch eingeladen, der aus seinem neuen Abenteuerroman "Koèe slìbro" ("Katzensilber") las.

300 Sorben protestierten am 26. 01. vor dem Bautzener Hotel "Holiday Inn", in dem eine Klausurtagung der sächsischen CDU-Fraktion stattfand, gegen den Abbau sorbischer Schulen. Schüler, Studenten, Lehrer, Eltern und Vertreter sorbischer Vereine trugen Losungen wie "Wir brauchen nicht eine, sondern alle sorbischen Schulen". Die Vorsitzende des Sorbischen Schulvereins/Serbske ¹ulske towarstwo Ludmila Budarjowa übergab dem Kultusminister Dr. Matthias Rößler ein Schreiben, in dem die Zurücknahme der geplanten Schließung sorbischer Mittelschulen als erste Forderung aufgestellt war.
Im Gespräch mit den "Serbske Nowiny" erklärte der Minister, dass die Schülerzahl auch für die sorbischen Mittelschulen sinkt und es daher schwierig ist, alle Schulen zu erhalten. Dr. Matthias Rößler will sich auch weiterhin mit den Bürgermeistern der betroffenen sorbischen Gemeinden sowie mit dem Schulverein beraten.

18 sorbische und deutsche Künstler, die in der Niederlausitz und in der Umgebung von Schleife/Slepo gemalt und gezeichnet haben, werden vorgestellt im Buch "Wendische Bilderwelten" von Dr. Alfred Krawc und Beno Pìt¹ka, das im Domowina-Verlag erschien. Die Ausgabe wurde am 26. 01. in Cottbus/Cho¶ebuz von den beiden Autoren präsentiert.

Eine Bildungsstätte wollen sich die Gemeinderäte von Crostwitz/Chrósæicy und Ralbitz/Ralbicy nicht teilen. Beide bisherigen Träger wollen ihre Schule behalten. Dies war das Ergebnis der gemeinsamen Sitzung der Ratsmitglieder am 27. 01. Ihnen muss die Eingleisigkeit gesichert werden. Die Teilnehmer betonten, dass das Problem der sorbischen Schulen keine Lokalangelegenheit darstellt und forderten z. B. vom Finanzminister Prof. Dr. Georg Milbradt (CDU), der hier in seinem Wahlkreis 83 % der Wählerstimmen erhielt, dass er auf ein diesbezügliches Schreiben der Gemeinde Crostwitz/Chrósæicy zumindest antwortet.

Der Rat der Stiftung für das sorbische Volk /Za³o¾ba za serbski lud stimmte am 27. 01. der Neustrukturierung sorbischer Institutionen, die von sorbischen Ratsmitgliedern vorgelegt wurde, zu. Für den Stiftungsdirektor Marko Suchy ist die Neugestaltung "wichtig für die verstärkte Förderung der sorbischen Sprache und des nationalen Bewusstseins". Diesem Ziel sollen dienen ein Bildungs- und ein Medienzentrum, eine Neuaufteilung der Verantwortlichkeiten zwischen der Stiftungsverwaltung und der Domowina.

Der Regionalverband der Domowina in der Niederlausitz/¾upa Domowiny w Delnjej Lu¾icy wählte am 27. 01. zum neuen Vorsitzenden /¾upan Dr. Fryco Libo. Dieser umriss drei Arbeitsschwerpunkte: Öffentlichkeitsarbeit, sorbische Sprache und Auseinandersetzungen mit denjenigen, die versuchen, das sorbische Volk zu spalten.

Anlässlich des 650. Jahrestages der Ersterwähnung des Dorfes Königswartha/Rakecy sprach am 28. 01. zur Dorfgeschichte der Arzt Dr. Gerhard Herman, der nachwies, dass der sorbische Name älter ist als die deutsche Dorfbezeichnung.

Frauen und Männer, die die Kunst des Ostereierschmückens beherrschen, waren vom Förderkreis für sorbische Volkskultur/Spìchowanski kruh za serbsku ludowu kulturu zu Weiterbildungsvorträgen am 29. 01. eingeladen. Der Volkskundler Dr. Lothar Balko sprach über die spezifisch sorbische Symbolik sowie über die Formen des Eierschmückens auf der ganzen Welt.

Seit 160 Jahren feiern die Bewohner von Werben/Wjerbno in der Niederlausitz das Fest des Zapust - die Vertreibung des Winters und Begrüßung des Frühlings. Am 30. 01. begingen 147 unverheiratete und verheiratete Paare dieses Fest trotz Regen und Sturm in überlieferten sorbischen/wendischen Trachten. In Dissen/De¹no hatten sich am 20. 02. 130 Paare zum 120. Zapust-Fest versammelt.

Erschienen ist ein in obersorbischer Sprachversion verfasstes Video über die DIWAN-Schulen in Bretonien. Hergestellt wurde es im SORABIA FILM STUDIO nach dem Szenarium von Dr. Toni Bruk. Der 30-Minuten Film berichtet über das Erlernen der bretonischen Sprache durch die dortigen Kinder. Die DIWAN-Bewegung war Vorbild für das WITAJ-Projekt in der Lausitz.

"Rìèimy serbsce/Wir sprechen sorbisch" ist ein zum Jahresbeginn erschienenes Handbuch für Kindergärtnerinnen und Erzieher, das im Auftrag des Sorbischen Schulvereins/Serbske ¹ulske towarstwo im Domowina-Verlag/Ludowe nak³adnistwo Domowina von Angela Langerowa und Borbora ©o³æina erarbeitet wurde. Das Buch ist für alle jene gedacht, die ihre Sorbischkenntnisse erweitern und vertiefen wollen.



Februar [oben]

www.ralbitz-rosenthal. de lautet seit 01. 02. die Internetadresse der sorbischen Gemeinde Ralbitz-Rosenthal/Ralbicy-Ró¾ant. Auf 20 Seiten wird die Gemeinde vorgestellt.

Im Kindergarten von Dörgenhausen/Nìmcy wird seit April 1999 das WITAJ-Projekt realisiert. Die Zahl der Kinder wächst. " Es kommen immer mehr Kinder zu uns. Der sorbischen Sprache wegen," sagte die Kindergärtnerin gegenüber den "Serbske Nowiny" (02. 02.)

In die Diskussion über das Schulsystem im Kreis Kamenz/Kamjenc werden auch Probleme der Kindergärten einbezogen. In Räckelwitz/Worklecy forderte am Rande einer Gemeinderatssitzung am 03. 02. die Pastorin Friedericke Müller von der evangelischen Gemeinde Schmeckwitz/ Smjeèkecy, dass in dem Gemeindekindergarten konsequenter die sorbische Sprache angewandt werden sollte: "Der zweisprachige Mensch hat allgemein intellektuelle Vorteile."

Die Forderung der Sorben nach Erhalt aller Mittelschulen wird auch unterstützt vom Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft der Kreise Kamenz/Kamjenc und Bautzen/ Budy¹in. Der Vorsitzende Eckehard Koch stellte am 04. 02. fest: "Es ist unverständlich, dass sich die Schulpolitik der CDU in Sachsen weiter gegen die Dorfschulen richtet."

In der polnischen Stadt ¯ary fand vom 04.- 06. 02. ein Symposium zur Geschichte der Sorben statt, an dem auch Vertreter des polnischen Sejms, der Wojewodschaft sowie der Kommunen teilnahmen. Eröffnet hat die Tagung der amtierende Vorsitzenden der Domowina Fryco K¹amaà. Auf einer Exkursion besuchten die Symposiumsteilnehmer auch das Denkmal für den Übersetzer der Lutherschen Bibel ins Sorbische (beendet 1548) Mik³aw¹ Jakubica in Lubanice, das 1998 von der Maæica Serbska aufgestellt wurde.

Ihren ersten Solo-Abend mit Liedern aus der europäischen Musikliteratur gab am 05. 02. in Bautzen die Sopranistin Tanja Donatec, die zur Zeit in Wien wirkt. Es erklangen auch Lieder des sorbischen Komponisten Korla Awgust Kocor.

Auf dem Sächsischen Puppentheaterfest in Dresden trat am 05. 02. auch der Puppenspieler Mìræin Krawc aus Schirgiswalde/©ìrachow mit dem sorbischen Stück "Wuj bajkar baje wo Pintla¹ku a Èerwjenawce"("Der Märchenmann erzählt über Pintla¹k und das Rotkäppchen") auf.

Den 125. Zapust beging die Jugend im niedersorbischen Schmogrow/Smogorjow am 06. 02. Dieses traditionelle Fest der Winteraustreibung feierten auch Jugendliche an diesem Sonntag in Tauer/Turej, Drehnow/Drjenow, Döbbrick/Depsk, Heinersbrück/Most und Müschen/My¹yn.

Der Berliner "Tagesspiegel" berichtete in der Rubrik "99 Zeilen Schwerk" (06. 02.) über die Gesellschaft zur Förderung des sorbischen Kultur- und Informationszentrum in Berlin - SKI e.V.

Die Konferenz sorbischer katholischer Geistlicher befasste sich am 07. 02. mit der Problematik der Schließung sorbischer Schulen im Kreis Kamenz/Kamjenc. Die Konferenz ist bereit, so der Vorsitzende Dr. Rudolf Kilank, "die Tätigkeit der Arbeitsgruppe, die vom Kultusminister Dr.Matthias Rößler am 28. Januar angekündigt wurde, zu unterstützen".

Ein Sprachkurs für Sorbisch nahm am 07. 02. in Bergen/Hory im Kreis Hoyerswerda/Wojerecy seine Arbeit auf. Am Lehrgang beteiligen sich neun Interessenten, u. a. der Bürgermeister Dietmar Koarck. Die Lehrerin Brigita Räßlerowa leitet den Kurs.

Im Auftrag des Kulturbundes Hoyerswerda/Wojerecy las die Dichterin Elke Nagel am 08. 02. In Litschen/Z³yèin aus dem Buch "Kindheit" des verstorbenen Komponisten Jan Pawo³ Nagel. Das Gespräch konzentrierte sich dann auf die künstlerische Tätigkeit des Komponisten aus Litschen/Z³yèin. Angekündigt wurde, dass im ENA-Verlag noch im Februar das Buch "Jan-Paul Nagel. Biographie und Werkverzeichnis" erscheint.

Zu den Höhepunkten des sorbischen Gesangsverein der katholischen Gemeinde Ralbitz/Ralbicy "Lilija" im vergangenem Jahr gehört die Herausgabe der ersten sorbisch-tschechischen CD, die vom sorbischen Kirchenchor und dem Partnerchor Bendl (ÈR) bespielt wurde. Auf der Jahresversammlung (07. 02.) wurde dies hervorgehoben; als neuer Vorsitzender wurde Józef Jurk gewählt.

"Das Modell der zweisprachigen Bildung wird nicht fungieren, wenn an den Schulen nicht eine sorbische Atmosphäre herrscht," sagte die Regierungsschulrätin Leñka Pjechowa, die im Auftrag des Regionalschulamtes eine Arbeitsgruppe für Grundschulen leitet. Dieses Gremium tagte am 09. 02. in Panschwitz-Kuckau/Panèicy-Kukow und gab bekannt, dass mit Schuljahresbeginn 2001/2002 für die erste Klasse eine neue Unterrichtstafel eingeführt wird. Eine Aufteilung in A- und B-Klassen wird es dann nicht mehr geben, allerdings sollte die Tafel auch variable Möglichkeiten in den Fächern Heimatkunde, Sorbisch und Deutsch aufweisen.

Stefan Malink wurde auf der Vorstandssitzung des Verbandes Sorbischen Kulturtourismus/ Zwjazk za serbski kulturny turizm am 09. 02. zum Vorsitzenden gewählt. Dieser Verein, dem bisher Stanis³aw Tilich vorstand und der durch seine Berufung zum sächsischen Staatsminister das Amt niederlegte, vertiefte seine Zusammenarbeit mit regionalen Touristikverbänden der Lausitz.

Der sächsische Landtag wählte am 10. 02. den fünfköpfigen Sächsischen Rat für sorbische Angelegenheiten, der das Parlament in Fragen beraten wird, die die Sorben betreffen. Ihm gehören an: Dr. Pìtr Brìzan (von 111 abgegebenen Stimmen erhielt er 86) , Vincenc Baber¹ka (79), Benedikt Dyrlich (86), Manfred Herma¹ (90) und Marja Micha³kowa (79). Zur Wahl hatten sich auch gestellt Dr. Rudolf Kilank, Sieghard Kozel, Hanalora Balkowa, Jurij Pa¹ka, Günther Mìræink und Werner Sroka.
Anschließend behandelte der Landtag zwei Vorlagen zur Problematik sorbischer Schulen:
Die PDS-Fraktion wies in ihrem Antrag darauf hin, dass der öffentlichen Nachfrage an sorbischen Schulen nicht von Zahlen zu bestimmen sei, wenn die Regierung in dieser Angelegenheit dem Gesetz entsprechen will. Der Antrag der CDU-Fraktion beinhaltete die Pflege der sorbischen Identität durch sorbische Schuleinrichtungen. In der kontroversen Diskussion machte die SPD-Fraktion darauf aufmerksam, dass gerade jene beiden Schulen mit der Schließung bedroht werden, in denen die zweisprachige Bildung praktiziert wird. Der Antrag der PDS wurde abgelehnt, der der CDU wurde mit Stimmenmehrheit angenommen.
Landtagsdebatte ist dokumentiert in "Serbske Nowiny" vom 17. 02.

Das Busunternehmen "Schmidt-Reisen" des Sorben Mik³aw¹ ©mit aus Radibor/Radwor beging am 12. 02. sein zehnjähriges Betriebsjubiläum. Mit 16 modernen Reisebussen ist das Unternehmen jährlich 800.000 Kilometer in der Heimat und in der Ferne unterwegs.

Dem vor 140. Jahren geborenen deutschen Pfarrer Johann Walther (seine sorbischen Veröffentlichungen unterschrieb er als Jan Wa³tar) gedachte man am 13. 02. auf dem evangelischen Gemeindenachmittag in Neschwitz/Njeswaèid³o. Helmut Byrgar sprach über sein pastorales Wirken in der damals rein sorbischen Gemeinde und über Walthers sorbische und deutsche Dichtkunst.

Die Concordia Universität Austin (Texas) hatte die Wissenschaftlerin Marja Norbergowa von der Potsdamer Universität zu einer Vortragsreihe an den Hochschulen in Texas sowie vor den Mitgliedern der Texas Wendish Heritage Society in Serbin eingeladen. In ihren Vorlesungen, die sie vom 13. bis 23. 02. hielt, behandelte sie die aktuelle und sprachliche Situation der Sorben in Deutschland. Organisiert wurde diese Reise von Dr. Charles Wukasch, der im vergangenem Jahr an der Potsdamer Universität Vorträge über die Nachkommen der sorbischen Auswanderer hielt.

"Bräuche, Trachten, Traditionen", stellten Laienkünstler am 13. 02. im Sorbischen Kulturzentrum Schleife/Serbski kulturny centrum Slepo vor.

Der Dorfrat von Horno/Rogow hat am 14. 02. den Bundestag aufgefordert, sich für den Erhalt des Dorfes einzusetzen. Staatliche Zuschüsse an den Energiekonzern sollten nur gezahlt werden, wenn das von der Braunkohlenabbaggerung bedrohte Dorf stehen bleibt. Dann würde der Dorfrat auch seine Klage auf dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zurückziehen.

"Das Jahr 2000 im katholischen Sorbenlande" lautet das Arbeitsprogramm des Cyrill-Methodius-Vereins/Towarstwo Cyrila a Metoda, das auf der Jahreshauptversammlung am 14. 02. beschlossen wurde. Zum neuen Vorsitzenden wählten die Anwesenden Pfarrer ©æìpan Delan aus Radibor/Radwor. In der Berichtsperiode hatte u. a. eine Arbeitsgruppe begonnen, Dokumente zur Geschichte der katholischen Lausitz zu sammeln.

Auf einer erweiterten Sitzung des Rates für sorbische Angelegenheiten des Brandenburger Landtages (am 15. 02.) wurden die Rahmenbedingungen und die Finanzierung des WITAJ-Projektes erörtert. Das Land wird eine Anschubfinanzierung übernehmen. Der Sorbische Schulverein/Serbske ¹ulske towarstwo und die Fachschule für Sozialwesen in Cottbus könnten in Kooperation die Aus- und Weiterbildung der Kindergärtnerinnen übernehmen.

Nach der Satzungsänderung des Rates zur Erhaltung, Förderung und Entwicklung der sorbischen Sprache und Kultur hat der Kreistag des Niederschlesischen Oberlausitzkreises einen neuen Beirat aus drei Personen berufen. Ihm gehören an die beiden Ratsmitglieder Lothar Bienst (Schulwesen) und Wolfgang Kotissek (Kultur) sowie als Sachverständiger Manfred Herma¹ aus Schleife/Slepo, der zugleich den Vorsitz übernahm.

Die SPD-Fraktion reichte am 17. 02. dem sächsischen Landtag eine neue Initiative ein, die die Regierung verpflichten soll, gemeinsam mit dem Comenius-Institut, dem Regionalschulamt , dem Sorbischen Schulverein/Serbske ¹ulske towarstwo und der Domowina eine Konzeption zu erarbeiten, die es u. a. ermöglicht, in schwachen Klassen jahrgangsübergreifenden offenen Unterricht zu gewährleisten.

Der sächsische Staatsminister Dr. Matthias Rößler (CDU) begrüßt in einem Antwortschreiben an die Bundestagsabgeordnete Barbara Wittig (SPD) das WITAJ-Projekt, als einen neuen Weg, der mit dem Regionalschulamt Bautzen/Budy¹in und dem Sorbischen Schulverein /Serbske ¹ulske towarstwo abgesprochen ist. Auf die Anfrage von B. Wittig nach dem Erhalt des Schulnetzes im sorbischen Gebiet, sprach sich der Minister nicht verbindlich aus.

Weitere Ziele und Initiativen des Vereins "LUTKI" (Lausitzer Initiative für Unternehmungs- entwicklung, Transfer, Kommunikation und Innovation) stellte am 17. 02. Prof. Dr. Jan Kru¾a, Präsident der Lausitzer Fachhochschule in Senftenberg/Z³y Komorow vor. Die einzelnen Projektvorhaben werden auf einer Konferenz diskutiert, zu der auch Bundestags- und Landtagsabgeordnete eingeladen werden.

Im Arbeitskreis Minderheitenpolitik am Europäischen Büro der PDS in Bautzen/Budy¹in sprach am 18. 02. der Landtagsabgeordnete Hajko Kozel (PDS) über die Reaktionen in den sächsischen Fraktionen nach dem Ausbruch des Kampfes um den Erhalt des Schulnetzes im sorbischen Gebiet. Den Abgeordneten muss die europäische Dimension der sorbischen Forderungen klar werden.

Im Rahmen der 39. Lessingtage in Kamenz/Kamjenc stellten am 19. 02. das Sorbische Nationalensemble/ Serbski ludowy ansambl sowie junge Solisten vom Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen/Nìmsko-Serbske ludowe d¼iwad³o Budy¹in die Musikkomödie "Die Liebenden von Ephesos" vor. Der Komponist Detlef Kobjela hatte auf die Textvorlage von Bernd Köllinger, der sich auf Vorlagen des jungen Lessing bezog, die Musik geschaffen.

Über neue Prioritäten bei der Förderung der sorbischen Sprache und Kultur verhandelte am 19.02. in erster Lesung der Bundesvorstand der Domowina/Zwjazkowe pøedsydstwo Domowiny. Stiftungsdirektor Marko Suchy erklärte: "Nach derzeitigen Schätzungen werden uns ab 2003/2004 rund 3,5 Millionen DM fehlen" und deshalb muss die Frage nach der Anwendung und Entwicklung der bedrohten sorbischen Sprache diskutiert werden. Daher wird über die Gründung eines Sorbischen Bildungszentrum überlegt sowie über die längst fälligen elektronischen und neue Medien in sorbischer Sprache. Auf Vorschlag des Bundesvorstands-mitgliedes Benedikt Dyrlich wurde ein nationaler Ausschuss ins Leben gerufen, der alle Initiativen auf dem Gebiet der Bildung koordiniert.

Auf dem Sorbischen Bildungstag (21. 02,) in Bautzen/Budy¹in, zu dem der Sorbische Superintendent Siegfried Albert eingeladen hatte, informierte zuerst der Vorsitzender des Sorbischen evangelischen Vereins/Serbske ewangelske towarstwo Mìræin Wirth über Veränderungen bei der Herausgabe der evangelischen Monatszeitung "Pomhaj Bóh". Ab Januar ist Trudla Malinkowa verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift und der Sorbische Superintendent Siegfried Albert bleibt Chefredakteur. Der Synodale Handrij Wirth berichtete über die Tätigkeit der Synode der Sächsischen evangelisch-lutherischen Landeskirche vor 1990 und in den vergangenen zehn Jahren. Die Verkündigung des Evangeliums und die Sorge um die Menschen bleibt weiterhin die Hauptaufgabe.

Die Gemeinde Obergurig/Hornja Hórka wird auch in Zukunft keine besonderen Satzungen zur Pflege und Entwicklung der sorbischen Sprache und Kultur haben. Darauf einigten sich die Mitglieder des Hauptausschusses der Gemeinde am 21. 02. Der Bürgermeister Harald Bayn begründete diesen Schritt mit den Worten, dass sich die Gemeinde weiterhin zu ihren sorbischen Wurzeln bekennt, sich am sächsischen Sorbengesetz orientiert, aber auf Grund "der kleinen Zahl der sorbischsprechenden Bevölkerung und ihrer geringen Konzentration kann die Gemeinde die Förderung sorbischer Interessen nicht in einer besonderen Satzung verankern".
Wie die "Serbske Nowiny" am 23. 02. berichten, hat die Gemeindevertretung von Doberschau-Gaußig/Dobru¹a-Huska die Annahme einer Satzung zur Förderung der sorbischen Kultur und Sprache nicht angenommen. "Bei uns in der Gemeinde haben wir fast keine Sorben", und wenn z. B. Sorben im Amt vorsprechen und zweisprachige Beschilderung der Straßen und Einrichtungen anfordern, dann wird dies dem Gemeinderat vorgelegt. Die Zeitung verweist dabei auf das sorbische Gesetz des Landtages, nach dem von den 21 Dörfern der Gemeinde 19 als sorbischer Siedlungsraum ausgewiesen werden.

Der erste Runde Tisch "Sorbische Schulen" tagte am 21. 02. in Crostwitz/Chrósæicy. An ihm nahmen teil Bürgermeister des Verwaltungsverbandes Am Klosterwasser, Vertreter der Domo-wina, der Elterninitiativen und der sorbischen Stiftung. Ausgangspunkt war die These, dass das Schulproblem keine lokale Angelegenheit sei, sondern ein gesamtsorbisches Anliegen, weshalb in anderen Gebieten ähnliche Gesprächskreise gebildet werden sollten. In den nächsten beiden Jahren werden die sorbischen Mittelschulen zunächst weiter existieren.

"Awful Noise", eine 1996 gegründete sorbische Rock-Gruppe, stellte am 25. 02. ihre erste CD "Mojahara Ep" ("MeinLärm") vor, an deren Herausgabe waren beteiligt Bosæij Janca (vocals/guitars), André Kober (bas), Ronald Reisener (drums) und Pìtr Cy¾ (vokals/guitars). Für die Melodien und Texte zeichnen verantwortlich Pìtr Cy¾ aus Lehndorf/Lejno und Bosæij Janca aus Ralbitz/Ralbicy.

Einstimmig beschloss der Stadtrat von Hoyerswerda/Wojerecy am 23. 02. seinen Beirat für sorbische Angelegenheiten. Christina ©o³æina, Regionalsprecherin der Domowina: "Unsere Sorbischen Satzungen werden realisiert." Beiratsmitglied Horst Dieter Tempel (SPD): "Wir können mit ihnen [den Sorben - M. V.] nicht nur für den Tourismus werben. ... Wir wollen uns dafür einsetzen,...dass die deutsche Bevölkerung die sorbische Kultur und das sorbische Leben besser verstehen. ...Es ist doch bekannt, dass nicht alle Deutschen Freunde der Sorben sind."

Über das Verbot der Studentenzeitung "Serbski student" veröffentlichte Mik³aw¹ Krawc in den "Serbske Nowiny" (24. 02.) eine erste Dokumentation, in der er nachweist, dass die weitere Herausgabe am 17. 12. 1988 durch den damaligen 1. Sekretär der Domowina untersagt wurde. Die in Dresden studierende sorbischen Jugendlichen gaben ab dem 30. 01. 1988 dieses Monatsblatt heraus, das kritisch sowohl zur Domowina-Politik als auch zur politischen Lage in der DDR Stellung bezog. Als Redakteur zeichnete verantwortlich Timo Me¹kank.

Die Musikschule in Forst/Bar¹æ nimmt in ihr Ausbildungsprogramm auch sorbische Musik auf. Dies vereinbarten am 24. 02. die Leiterin Sonja Junghänel, die Mitarbeiterin des Kreistages Kerstin Nowak und der Vorsitzende des Sorbischen Künstlerbundes/Zwjazk serbskich wumì³cow, Benedikt Dyrlich.

Der Präsident der Föderalistischen Union europäischer Volksgruppen (FUEV), Romedi Arquint, forderte in einem Brief vom 25. 02. den sächsischen Kultusminister Dr. M. Rößler auf, im Interesse der Entwicklung der sorbischen Sprache sich für den Erhalt aller sorbischen Mittelschulen einzusetzen.

"Der Umsturz im Sorbenlande 1989/90" war das Thema des 8. Kolloquiums der Gesellschaft Maæica Serbska am 26. 02. Das Anliegen der Veranstaltung war, Antworten zu finden auf die damaligen Erwartungen und Forderungen. Wissenschaftler, Akteure und Zeitzeugen verwiesen auf die sorbisch-nationalen Aktivitäten und allgemeinen Grundanliegen der damaligen Zeit.
Referate im Rozhlad Juli/August-Ausgabe 2000

Die Domowina gratulierte am 28. 02. dem Südschleswigschen Wählerverband - getragen von der dänischen Minderheit - zum Erfolg bei den Wahlen zum dortigen Landtag. Vier Mandate hatte die Wählervereinigung errungen. Der Wählerverband ist nicht an die 5%-Klausel gebun-den. Er erhielt respektable 4,1% der Stimmen - zur vorhergehenden Wahl waren es 2,5%.

Mitglieder des Verbandes Sorbischer Kulturtourismus/Zwjazk za serbski kulturny turizm diskutierte auf ihrer Jahreshauptversammlung am 29. 02. über die letzten Arbeiten an der "Sorbischen Kultur-Route/Serbska kulturna èara". Der Vorsitzende Stefan Malink erinnerte an die Notwendigkeit dieser Aufgabe, da die Route durch beide Lausitzen führt. Sie beinhaltet Informationen über die Sorben, Denkmale, Kulturangebote und Gaststätten.

Der Förderverein Zejler-Smoler-Haus in Lohsa/Spìchowanske towarstwo Zejler-Smolerjoweho domu we £azu bilanzierte am 29. 02.: Insgesamt wurden 490 000 Mark für den Ausbau verwendet, an der Ausgestaltung beteiligten sich das Sorbische Institut/Serbski institut, die Domowina und die Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud. Der amtierende Domowina-Vorsitzende Fryco K¹amaà beglückwünschte den Vereinsvorsitzenden Werner Thomas. "Viele werden wohl neidisch auf die Lohsaer Erfolge schauen," meinte W. Thomas.

Als Nr. 2 der Potsdamer Beiträge zur Sorabistik erschien ein Sammelband mit Gedichten von A. S. Pu¹kin in russischer Sprache und in niedersorbischer Übersetzung von Mìto Pernak (Berlin). Herausgeber dieser Schriftenreihe sind die beiden Universitätsmitarbeiter Prof. Peter Kosta und Dr. Madlena Norbergowa.



März [oben]

Grundsätzlich stimmten die Ratsmitglieder der Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud auf ihrer Sitzung am 01. 03. in Cottbus der Neustrukturierung sorbischer Institutionen zu. Doch erst auf der nächsten Beratung am 31. 05. sollen nach einer breiteren Aussprache konkrete Beschlüsse gefasst werden.

CDU- und PDS-Politiker des Bundestages sowie Abgeordnete in den Landtagen und Kreistagen kritisieren die von der SPD-Regierung angekündigten Kürzungen für die sorbische Stiftung. Die Tageszeitung "Serbske Nowiny" zitieren am 02. und 03. 03. u. a. Ulrich Klinkert (MdB -CDU), der von einem gebrochenen Wahlversprechen der SPD spricht. Hajko Kozel, Landtags- abgeordneter in Sachsen erinnert an die geltende Protokollnotiz im Staatsvertrag, nach dem die Förderung ein Staatsanliegen ist. Klaus Haupt, MdB der F.D.P. aus Hoyerswerda/Wojerecy vertritt die Meinung, dass die mittelfristigen Anteile des Bundes von 16 auf 14 Millionen im Widerspruch stehen zu den Versprechen des Kanzlers Schröder im Dezember 1998 in Dresden.

Benedikt Dyrlich, Vorsitzender des Sorbischen Künstlerbundes/Zwjazk serbskich wumì³cow meinte am 03. 03. zu der angekündigten Kürzung der Stiftungsmittel durch die Regierung: "Dadurch wird die Substanz der sorbischen institutionellen und Projektkultur ernsthaft gefährdet. Wir müssen mit einer klugen Strategie, mit Protesten und Diplomatie dafür kämpfen, das es nicht zu den für die Jahre 2001 und 2002 geplanten Kürzungen kommt."

In Papitz/Popojce gedachten am 03.03. Mitglieder des Domowina der Niederlausitz und der nieder-sorbischen Abteilung der Maæica Serbska des vor 90 Jahren verstorbenen Lehrers Heinrich Jordan (1841-1910). Mìto Pernak würdigte die Bemühungen Jordans um den Erhalt der Sprache.

Beim RUNDSCHAU-Stammtisch der Zeitung Lausitzer Rundschau in Uhyst/Delni Wujìzd (03. 03.) fragte Klaus Ruhler: "Es gibt doch in Uhyst noch einige echte Sorben, doch wer bekennt sich noch dazu?" Der Heimatverein hatte in der Vergangenheit versucht, sorbisches Brauchtum wieder aufleben zu lassen und veranstaltete u. a. einen Dichterabend mit Jurij Brìzan.

Zu einem Forum über die Vorschläge zu Strukturveränderungen sorbischer Institutionen hatte am 03. 03. der Sorbische Künstlerbund/Zwjazk serbskich wumì³cow eingeladen. Die Teilnehmer wandten sich gegen die finanziellen Kürzungen seitens der Bundesregierung. Auf Vorschlag von Mìrka Kozelowa wurde eine Initiativgruppe gebildet, die bereits am 09. 03. erste strategische Schritte gegen die Kürzung erarbeitete: u. a. wird ein Kolloquium mit ausländischen Journalisten für Mai 2000 geplant.

"Unternehmen ... setzt sorbische Traditionen fort", lautet die Unterüberschrift eines Artikels über das Lausitzer Druck- und Verlagshaus GmbH - Serbska èi¹æernja/Sorbische Druckerei in der "Sächsischen Zeitung" vom 03. 03. Dieses Unternehmen gehörte bis 1990 der Domowina. Von 52 Mitarbeitern sind heute 14 sorbischer Nationalität, erklärte der Geschäftsführer Claus Merbt. Als traditionell größten Kunden bezeichnet er den Domowina-Verlag/Ludowe nak³adnistwo Domowina und zählt auf: "Sowohl sorbische Belletristik wie auch Schulbücher als auch die sorbische Tageszeitung gehören zu unserer Produktpalette."

Einen Bildungsrat der Domowina gründete der Bundesvorstand der Domowina auf seiner Sitzung am 04. 03. in Cottbus/Cho¶ebuz. Ihm gehören an Vertreter des Sorbischen Schulvereins/Serbske ¹ulske towarstwo, der Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud und der Sorbenräte aus Sachsen und Brandenburg. Der Pressesprecher der Domowina, Jurij £u¹æanski erklärte, dass der Rat notwendig sei, um bessere Bedingungen für zweisprachige Bildungseinrichtungen in der gesamten Lausitz zu entwickeln und das Erlernen der sorbischen Sprache zu fördern. Verstärkt seien Tendenzen sichtbar, dass sich Länder und Kommunen aus der gesetzlich verankerten Sorbenförderung lösen wollen.

Der Bundesvorstand der Domowina unterstützte die Richtung und das Ziel der Förderung und Umstrukturierung und Neugründung sorbischer Institutionen, wobei sich das Gremium verpflichtet, mit Aktionen der Basis die Forderungen nach der Beibehaltung des Stiftungsetats einzusetzen. Nicht alle Diskussionsredner stimmten allen neuen Vorschlägen zu.

Am 9. Sorbischer Ostereiermarkt im Haus der Sorben Bautzen/ Serbski dom Budy¹in beteiligten sich 45 Volkskünstler, die am 04. und 05. 03. vor annähernd 2.800 Besuchern das Ostereierschmücken demonstrierten.

Die Sieger im Wettbewerb um neue sorbische Theaterstücke, der von der Stiftung für das sorbische Volk /Za³o¾ba za serbski lud ausgeschrieben wurde, erhielten vom Stiftungsdirektor Marko Suchy ihre Preise. Zu den Preisträgern gehören ( ein erster Preis wurde nicht vergeben) das Ehepaar Lubina und Du¹an Hajduk-Veljkoviæ aus Leipzig (2. Platz), Ró¾a Doma¹cyna aus Bautzen/Budy¹in und aus der Niederlausitz Ingrid Hustetowa und Beata Mièerlichowa (alle 3. Platz). Der stellvertretende Intendant des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters/Nìmsko-Serbske ludowe d¼iwad³o Pìtr Thiemann meint, dass fünf der 16 eingereichten Stücke nach Überarbeitung für eine Inszenierung möglich wären. Die Preisverleihung erfolgte am Abend der Premiere des Stückes von Moliére "Chory z wumyslenja" ("Der eingebildete Kranke") am 05. 03. im Deutsch-Sorbischen Volkstheater/ Nìmsko-Serbske ludowe d¼iwad³o.

Zu einem Informationsgespräch mit der Domowina und Vertretern sorbischer Institutionen kamen am 10. 03. nach Bautzen/Budy¹in die Bundestagsabgeordnete Antje Hermenau (Bündnis 90/Die Grünen) und der Landessprecher der Grünen in Sachsen Dr. Karl-Heinz Gerstenberg. A. Hermenau sprach sich für die Beibehaltung der bisherigen Zuschüsse des Bundes für die sorbische Stiftung.

Die Führung der sorbischen Bewegung ist in den vergangenen Jahren übergegangen von einer "geistigen Partei zur Verwaltung des Geldes," erklärte der Schriftsteller Jurij Brìzan in einem Zeitungsbeitrag der "Serbske Nowiny" vom 10. 03. Er fordert die Verantwortlichen auf, in Ruhe zu überlegen, was die Sorben "für ein freies Atmen brauchen, was unentbehrlich ist für unser Leben und für ein Dahinleben nicht gerade genügend".

Die 9. Hauptversammlung des Sorbischen Schulvereins/Serbske ¹ulske towarstwo (11. 03.) behandelte ausführlich die Problematik der Zweisprachigkeit in den Kindertagesstätten und Schulen der gesamten Lausitz. "Wir haben die besten Erfahrungen mit der zweisprachigen Bildung," meinte die deutsche Mutter Ines Grajcareck, deren Sohn die sorbische Sprache sozusagen als Muttersprache erlernt. Die Vorsitzende Ludmila Budarjowa hatte im Grundsatzreferat Wege und Methoden aufgezeigt, die eine zweisprachige Bildung ermöglichen.

Anlässlich des 110. Geburtstages der Schriftstellerin Marja Kuba¹ec wurde am 11. 03. an ihrem Geburtshaus in Quoos/Chasow auf Vorschlag der Domowina-Ortsgruppe und des Regionalverbandes der Domowina Bautzen/¾upa Budy¹in eine Gedenktafel enthüllt. Arno¹t Grofa, Ortsgruppenvorsitzender der Domowina und die Literaturwissenschaftlerin Dr. Christiana Piniekowa würdigten das Lebenswerk der im Jahre 1976 verstorbenen Schriftstellerin.

Vor 14 Interessenten aus der Ober- und Niederlausitz referierte am 13. 03. in Hoyerswerda/ Wojerecy Jan Bart über die Erfahrungen bei der Verwirklichung des WITAJ-Projekts. Die Teilnehmer verstehen sich als Multiplikatoren der WITAJ-Idee und wollen ihr Wissen in der Öffentlichkeit verbreiten.

Über die politische Lage und Sprache der Katalanen in Spanien sprach am 15. 03. in Cottbus/ Cho¶ebuz die Mitarbeiterin der Potsdamer Universität Annett ©amelojc.

Der Sorbische Künstlerbund/Zwjazk serbskich wumì³cow und die Maæica Serbska/Sektion Literatur und Kunst gedachten am 15. 03. auf einer gemeinsamen Veranstaltung den 100. Jahrestag der Gründung des Ko³o serbskich spisowaæelow (Kreis sorbischer Schriftsteller). Diese Vereinigung hat trotz mehrmaliger Unterbrechungen bewirkt, dass sorbische Bücher erschienen und junge Leute zu Schriftstellern heranreiften, sagte der Vorsitzende des Bundes Benedikt Dyrlich. Die Vorgeschichte der Schriftstellervereinigung stellte Dr. Mìræin Völkel vor.
Der Moskauer Slawist Dr. Sergej Skorwid zitierte seine Übersetzungen sorbischer Lyrik ins Russische und Dorothea ©o³æina sowie Jurij Koch lasen aus ihrem Prosaschaffen.
Höhepunkt der Jubiläumsfeier war die öffentliche Übergabe des Erstlingswerkes der Dichterin Mìrana Cu¹cyna "Jaskrawe jasle" ("Grelle Hürden") durch die Leiterin des Domowina-Verlages/Ludowe nak³adnistwo Domowina Ludmila Budarjowa.

Am 30. 03. stellte die Dichterin Ró¾a Doma¹cyna in der Smolerschen Buchhandlung/ Smolerjec kniharnja in Bautzen/Budy¹in die junge Poetin Mìrana Cu¹cyna und deren Gedichtband vor.

Michael Naumann (SPD) besteht darauf, dass die Bundesrepublik die Mitfinanzierung der Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud im kommenden Jahr um eine Million Mark kürzt. Dies sagte der Kulturminister am 15. 03. auf eine Anfrage der PDS-Fraktion im Bundestag. Als "zynisch und verlogen" bezeichnete der CDU-Abgeordneter Ulrich Klinkert (CDU) die Antwort des Kulturministers. Auch weitere Abgeordnete kritisierten die Stellungsnahme von Naumann, die von "wenig Sachverstand zeugt".
Fragestunde des Bundestages ist dokumentiert in "Serbske Nowiny" am 24. 03.

Das Sorbische Gymnasium /Serbski gymnazij wird seinen Sitz weiterhin in Bautzen/Budy¹in haben. Dies beteuerte der sächsische Kultusminister Dr. Matthias Rößler während eines Besuches dieser Bildungseinrichtung (17. 03.), zu dem ihn der CDU-Abgeordnete Marko ©iman, der Leiter des Regionalschulamtes Hans-Bernd Deutschmann und die Vorsitzende des Sorbischen Schulvereins/Serbske ¹ulske towarstwo Ludmila Budarjowa begleiteten. Im Vorfeld dieser Visite waren Stimmen aufgekommen, die eine Verlegung des Gymnasiums in ein Dorf des Kreises Kamenz/Kamjenc befürworteten.

Dem Direktor des Sorbischen Instituts Bautzen/Serbski institut Budy¹in Prof. Dr. Dietrich Scholze wurde am 17. 03. im Polnischen Kulturinstitut Berlin im Auftrag des polnischen Präsidenten der Verdienstorden der Republik Polen für seine Verdienste bei der Verbreitung polnischer Literatur in Deutschland verliehen. Die Feierstunde wurde umrahmt von der Singegruppe "Sprjewjan" und Rezitationen der Gedichte von Benedikt Dyrlich in Sorbisch sowie in polnisch- und deutschsprachigen Übersetzungen.

Zu einem Poesiekonzert "Farben der Linde" hatte der Dichter Andreas Hennig aus Bautzen/Budy¹in eingeladen, um insbesondere der deutschen Bevölkerung die sorbische Dichtkunst in deutschsprachiger Übersetzung gemeinsam mit jungen Musikern und Eleven des Theaters vorzustellen. Majka Kowarjec hatte für diesen Abend (18. 03.) die Regie übernommen.

Der Jugendverein "Pawk" organisierte eine Gesprächsrunde mit dem Schriftsteller und ehemaligen Leiter der sorbischen Jugendbrigaden (nach 1945) Jurij Brìzan in Naußlitz/Nowoslicy am 19. 03. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Brigadebewegung der sorbischen Jugend und die Verantwortlichkeiten der heutigen Jugend für die Zukunft.

Die Ausstellung über die Frühgeschichte der Lausitz im Hause des Landratsamtes Kamenz/Krajny zarjad Kamjenc veranlasste den Domowina-Vorstand des Kreises Kamenz/¾upa Kamjenc, den Archäologen Jurij Knebel zu einem Vortrag am 22. 02. über diesen Geschichtsabschnitt sowie über die Ausgrabungen auf dem Territorium der Milzener einzuladen.

Der Vorsitzende des Domowina-Kreisvorstandes Kamenz/¾upa Kamjenc Benedikt Cy¾ und das Vorstandsmitglied des Christlich-Sozialen Bildungswerkes (CSB) in Miltitz/Mi³oæicy Franc Pjeta¹ unterschrieben am 23. 03. eine Vereinbarung über gemeinsame Pflege und Förderung der sorbischen Sprache in den zweisprachigen Kindertagesstätten, die dem CSB unterstehen.

An der Leipziger Buchmesse beteiligt sich auch dieses Jahr wieder der Domowina-Verlag/Ludowe nak³adnistwo Domowina. Besucher und Buchhändler interessierten sich besonders für das niedersorbisch-deutsche Wörterbuch von Manfred Starosta, den Bildband "Wendische Bilderwelten" von Dr. Alfred Krawc und Beno Pìt¹ka sowie für den Wandkalender "£u¾ica/Lausitz".

Die 7. Hauptversammlung der Domowina, die am 25. 03. in Malschwitz/Male¹ecy stattfand, wählte mit 93,75 % der Stimmen Jan Nuk zum Vorsitzenden. Als stellvertretende Vorsitzende erhielten Fryco K¹amaà 91,14 % und Dr. Pìtr Brìzan 84,18 % der Stimmen. 163 Delegierte entsandten an die Abgeordneten des Bundestages, des sächsischen und brandenburgischen Landtages sowie der Kreistage in der Lausitz ein Schreiben, in dem sie dazu aufforderten, erstens solche Bildungseinrichtungen zu garantieren, die den Erhalt und die Entwicklung der sorbischen Sprache und zweitens die Existenz sorbischer Institutionen durch eine mittelfristige Finanzplanung absichern. In der Diskussion wurde auch auf Chancen und Risiken hingewiesen, die mit der geplanten Umstrukturierung sorbischer Einrichtungen bestehen. Es wurde nur zur grundsätzlichen Richtung der neuen Strukturen zugestimmt: Priorität hat der Erhalt der Sprache unter neuen finanziellen Bedingungen.
Für den WITAJ-Fonds spendeten die Anwesenden 1 800 DM.

In der niedersorbischsprachigen Fernsehsendung des ORB "£u¾yca" am 24. 03. wurde das Wendische Haus Cottbus/Serbski dom Cho¶ebuz vorgestellt. In ihm sind u. a. untergebracht das Sekretariat des Regionalverbandes der Domowina in der Niederlausitz /¾upa Dolna £u¾yca, die Sorbische Kulturinformation/Serbska kulturna informacija, die Verkaufsstelle "Lodka", eine Abteilung des Sorbischen Instituts/Serbski institut und ein Büro des Sorbischen Schulvereins/Serbske ¹ulske towarstwo. Im Regionalverband der Domowina sind vereinigt 42 Domowina-Ortsgruppen und zwölf Vereine mit insgesamt 2.000 Mitgliedern.

Als Uraufführung erklang am 25. 03. in der Reihe Bautzener Rathauskonzerte das "Konzert für Violine und Orchester d-Moll" von Hinc Roj.

Der Förderverein für wendische Tradition und kirchliche Geschichte aus Jänschwalde/ Spìchowañske towaristwo za serbske tradicije a cerkwinske stawiznyJan¹ojce wurde in den Domowina-Regionalverband Niederlausitz/¾upa Dolna £u¾yca aufgenommen. Mit ihren Festen bewahren die 15 Vereinsmitglieder Sitten und Bräuche. Gut besucht werden auch die Sprachkurse, die von der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur/©ula za dolnoserbsku rìc a kulturu ausgestaltet werden.

Den 6. Ostermarkt in der Lausitzhalle zu Hoyerswerda/Wojerecy am 25. und 26. 03. bereicherten nicht nur die 20 Ostereiermaler aus der Lausitz, sondern mit ihren Programmen auch das Dorfensemble Höflein /Wjesny ansambl Wudwor, die Schleifer Kantorinnen/Slepjanske kantorki, Volkskünstler aus Bröthen/Brìtnja und der Verein "Krabat" aus Schwarzkollm/Èorny Cho³mc sowie der Heimatverein aus Bluno/Domizniske towarstwo Blunjo.

Der Rat für sorbische Angelegenheiten beim Landtag in Sachsen wählte auf seiner konstituierenden Sitzung am 27. 03. Marja Micha³kowa zur Vorsitzenden. Das Ratsmitglied Manfred Herma¹ übernahm die Vertretung des Rates im Bildungsrat der Domowina.

Land Brandenburg will seinen Anteil an der Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud um 333.300 DM auf 4. 807 Mio. kürzen, wie dies der Staatssekretär und Mitglied des Rates der sorbischen Stiftung Prof. Friedrich Buttler auf der Sitzung des Sorbischen Rates am 28. 03. mitteilte.

An der Universität Kraków (Polen) veranstalteten einige Studenten am 30. 03. einen Informationsabend über die Sorben. Diese Gruppe will an der Universität einen Verein der Freunde des sorbischen Volkes gründen.

Pfarrer Clemens Hrjehor, Vorsitzender des Rates der Stiftung für das sorbische Volk/Rada Za³o¾by za serbski lud, legte am 31. 03. sein Amt nieder. Als Begründung gab er die Kürzungen für die Stiftung durch die Bundesregierung und das Land Brandenburg an.
Der Staatssekretär im sächsischen Ministerium für Kunst und Kultur Dr. Eckhard Noack übernahm als stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates die Leitung des Gremiums.

Ende März war der Schriftsteller Jurij Koch auf Einladung des "Böckehr-Kreises" in Westfalen zu mehreren Dichterlesungen. U.a. las er aus seinem Kinderbuch "Golo a Logo" und sprach über die Kinderliteratur.

Da die Gesellschaft für bedrohte Völker nicht zur Beratung des Europäischen Ausschusses des Deutschen Bundestages über die Charta der Grundrechte in der EU eingeladen wurde, hat der Geschäftsführer Tilmann Zülch den Ausschussmitgliedern einen offenen Brief zugestellt, in dem er u. a. schreibt: "Wegen der Nichtbeachtung der Minderheiten sollten nicht nur die Hardliner wie Frankreich und Griechenland kritisiert werden, sondern auch die Bundesrepublik Deutsch-land. Leider ist die Politik in unserem Land gegenüber den autochthonen Minderheiten längst nicht perfekt. Es ist nicht gelungen, die Verfassung im Interesse der Sorben, der Süd-schleswiger Dänen, der Friesen sowie auch nicht der Sinti und Roma in Bonn zu ändern. Den Sorben werden jetzt von der grün-roten Regierung die Mittel gekürzt, wenn auch nicht in dem Maße, wie es die schwarz-gelbe Bundesregierung plante. In Anbetracht dieser Zustände ist der rechtliche Schutz aus Brüssel für die Sprach- und ethnischen Minderheiten bitter notwendig."

Die beiden sorbisch-deutschen Dörfer Trebendorf /Trjebin und Mühlrose/Mi³oraz werden ab dem Frühjahr im Internet unter "Trebendorf.de" präsent sein. Der Bürgermeister Peter Mäckelburg und die Ortsvorsteherin von Mühlrose/Mi³oraz Ró¾amarja Nowakowa haben Jugendliche beauftragt, ein Programm zu entwickeln, das auch sorbische Märchen der Umgebung sowie Geschichte der Dörfer beinhalten.

Die Schüler der Sorbischen Mittelschule Radibor/Radwor erstellten eine Internetseite über ihre Schule sowie über die Gemeinde unter www.radibor.de.

Neue Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn AG im sorbischen Siedlungsgebiet können in beiden Sprachen bedient werden. Die Bedienungsanleitung und die Angabe der Reiseziele sind zweisprachig gehalten.

Eine rege Laientheaterbewegung im Sorbenlande registriert die Zeitschrift "Rozhlad" in ihrer Märzausgabe. Die niedersorbische Laiengruppe aus Drachhausen/Hochoza gastierte am 18. 03. in Radibor/Radwor mit dem Stück "Jagoà Bagola" ("Der Jäger Bagola") von Jurij Koch.

Die Laienspieler aus Crostwitz/Chrósæicy stellten die Inszenierung ihrer acht unterhaltsamen Szenen "Smìch njeje hrìch" ("Lachen ist keine Sünde") von Wór¹a ©o³æic am 26. 03. in Schönau/©unow, am 31. 03. in Schmeckwitz/Smjeèkecy und am 09. 04. in Kreckwitz/Krakecy vor. Die Theatergruppe des Bratrowstwo-Vereins aus Wittichenau/Kulow erfreute mit ihrem Zweiakter "®eñtwa" und "Mjedwjed¼" ("Der Heiratsantrag" und "Der Bär") von Anton Èechow am 26. 03. Besucher in Bautzen/Budy¹in und Radibor/Radwor sowie am 08. und 09. 04. in Zerna/Sernjany, Panschwitz-Kuckau/Panèicy-Kukow und Nebelschütz/Njebjelèicy.



April [oben]

Gegen die finanziellen Kürzungen für die sorbische Stiftung durch die Bundesregierung wandte sich die CDU-Fraktion des sächsischen Landtages. Der Vorsitzende Dr. Fritz Hähle erklärte: "Die Sorben brauchen für ihre Arbeit eine Perspektive und Sicherheit für ihre Finanzplanung."

Die in Trieste durchgeführte Generalversammlung des Rates des Europäischen Büros für Minderheitensprachen appellierte an die Bundesregierung, die finanzielle Unterstützung der Stiftung auf dem bisherigen Niveau beizubehalten. Franjo ©ruif, Vorsitzender der Kroatischen Kulturgesellschaft im österreichischen Grad¼i¹æe schrieb an die Domowina: "Wir unterstützen Euere Bemühungen und verstehen sie gut, da wir in Österreich zur Zeit in einer ähnlichen Situation stecken." Ungeachtet der angekündigten Kürzungen durch den Bund und das Land Brandenburg wird Sachsen seinen Anteil an die Stiftung geben. Dies erklärte am 04. 04. der Staatsminister Prof. Hans Joachim Meyer (CDU).

Die Konferenz katholischer sorbischer Geistlicher/Konferenca katolskich serbskich duchownych wählte am 03. 04. Gerat Wornar, Pfarrer aus Storcha/Baæoñ und Chefredakteur der Wochenzeitschrift "Katolski Poso³", zu ihrem Vorsitzenden.

Mehr als 600 Sorben und Deutsche versammelten sich am 05. 04. vor der sächsischen Staats-kanzlei in Dresden. Hier wurde der Bundeskanzler Gerhard Schröder zu einem Besuch erwar-tet. Die Demonstranten übergaben dem Bundeskanzler Protestschreiben gegen die Kürzung der Finanzen für die sorbische Stiftung. Der Kulturminister Michael Naumann war von dieser Protestaktion überrascht, da die CDU-Regierung ihren Beitrag um weitere Millionen kürzen wollte. In der Pressekonferenz äußerste G. Schröder, dass der Bund bei der Kürzung bleibe.

An immer mehr Schulen in der Stadt und im Kreis Bautzen/Budy¹in wird der Sorbisch-Unterricht eingestellt. Die Ministerialdirigentin Leñka Pjechowa vertrat am 07. 04. die Meinung, dass alle interessierten Schüler in der Sorbischen Grundschule am Schützenplatz die Möglichkeit haben, die sorbische Sprache zu erlernen. Die Kinder aus Puschwitz/Bó¹icy können in Neschwitz/ Njeswaèid³o und die aus Wurzen/Worcyn in Weißenberg/Wóspork am Sorbisch-Unterricht teilnehmen. Bereits fünf Schüler bilden eine Lerngruppe.

Die CDU-Vorsitzende im Kreis Bautzen/Budy¹in Marja Micha³kowa stellte am 07. 04. in einem Presseinterview fest, dass sich die CDU in Bezug auf die Lausitz für einen wirtschaftlichen Aufschwung, für eine bessere Gesundheits- und Rentenpolitik einsetzen müsste. "Nicht zuletzt sollte sich die CDU auch den sorbischen Angelegenheiten stärker widmen, denn die Politik von Kanzler Schröder ist nicht ausgerichtet. Der deutschen Öffentlichkeit sollte mehr als bis jetzt bewusst gemacht werden, dass die Förderung der Sorben auch den Deutschen in der Region von Nutzen ist."

Mit dem Lustspiel "Hdy¾ honaè spìwa" ("Wenn der Hahn kräht") von August Hinrichs begeisterte die Laienspielgruppe Cunnewitz-Schönau/Konjecy-©unow am 08. und 09. 04. ihre Premiergäste. Die Amateure hatten das Stück in der Regie der Schauspielerin Hanka Mikanowa einstudiert.

"Benötigen die nationalen Gruppen in der Tschechischen Republik eine Partei?" lautete das Thema einer internationalen Konferenz in Èeský Tì¹ín, die der Bund der Polen in der ÈR organisiert hatte. Am Treffen (08. 04.) nahmen u. a. teil: Prof. Christoph Pan aus Bozen, Dr. Józef Staniek aus Warschau, das Mitglied des polnischen Sejms Heinrich Kroll und Dr. Björn Cato Funekamk vom Helsinki-Institut. Der Geschäftsführer der Domowina Bjarnat Cy¾ berichtete über die in der Lausitz anhaltenden Proteste gegen die Kürzungen für die sorbische Stiftung und gegen die Abbaggerung des sorbischen Dorfes Horno/Rogow.

Im Haus der Sorben begrüßten am 10. 04. der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk und der Geschäftsführer Bjarnat Cy¾ den polnischen Generalkonsul in Leipzig Jan Granat zu einem Informationsgespräch. Der Gast sprach sich für eine Erweiterung und Vertiefung der Zusammenarbeit von polnischen und sorbischen Vereinen aus.

Angelika Häneltowa wurde am 08. 04. die neue Vorsitzende des ältesten sorbischen Chores "Meja" in Radibor/Radwor. Dem vor mehr als einhundert Jahren gegründeten Gesangsverein gehören heute 35 Mitglieder an. Am 07. 05. werden die Sänger gemeinsam mit weiteren Chören in Cottbus/Cho¶ebuz das Oratorium "Nalìæo" ("Der Frühling") von K. A. Kocor und H. Zejler aufführen.

Einen Wallfahrtsgottesdienst in Rosenthal/Ró¾ant feierten sorbische Familien am 09. 04. Pfarrer ©æìpan Delan aus Radibor/Radwor erläuterte in der Predigt die Wallfahrtslosung "Wir träumen vom neuen Himmel und von einer neuen Erde".

Dem neuen CDU-Bundesvorstand, der am 10. 04. auf dem Parteitag in Essen gewählt wurde, gehört auch Marja Micha³kowa aus Spreewiese/Lichañ an.

"Sorapis" heißt die neue Zeitschrift der Studenten für Sorabistik der Universität Leipzig, in der studentische Forschungsergebnisse publiziert werden. Im Vorwort erklärt Tadeusz Lewaszkiewicz, Professor für Sorabistik, auch die Absicht, dass durch diese Schrift Kontakte zu Studenten in Deutschland, die Interesse an der sorbischen Sprache haben, aufgenommen werden.

Vor polnischen Studenten der katholischen Theologie sowie dem Lehrkörper des Höheren geistigen Seminars in Legnica referierten am 10. 04. Monsignore Mìræin Salowski und der in Crostwitz/Chrósæicy tätige polnische Kaplan Jaros³aw Zab³ocki über sorbisch-polnische Kulturbeziehungen in Vergangenheit und Gegenwart sowie über das religiöse Leben der Sorben. Eingeladen hatte zu dieser Veranstaltung Bischof Tadeusz Rybak. Die örtliche Fernsehstation sendete ein Interview mit M. Salowski.

In einem Bericht der Zeitung "Serbske Nowiny" (11. 04.) stellte Dr. Ludwig Ela vom Sorbischen Institut/Serbski institut fest, dass sich die Bundesregierung zu ihrer Verantwortung gegenüber der deutschen Minderheiten in Osteuropa bekennt. Finanzielle Unterstützung erhalten vor allem die Deutschen (850 000) in Russland, denen im Jahre 2000 an die 64 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden.

Im Kanzleramt bestätigte der Kulturminister Michael Naumann am 11. 04. gegenüber der Bundestagsabgeordneten Barbara Wittig (SPD), den Vorsitzenden der Domowina Jan Nuk und des Künstlerbundes Benedikt Dyrlich sowie des Domowina-Geschäftsführers Bjarnat Cy¾, dass der Bund die Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud mittelfristig mit 14 Millionen Mark unterstützen wird. Weiterhin beabsichtigt der Bund, dass das Sorbische Institut/Serbski institut den sächsischen Universitäten zugeordnet wird, womit 3 Millionen eingespart werden. Der Minister schlug eine Konferenz des Bundes und der beiden Länder vor, die die Förderung der Sorben erörtern sollten. Barbara Wittig lud auch im Namen der Teilnehmer der Gesprächsrunde Michael Naumann nach Bautzen ein.
In einer Beratung des Domowina-Vorsitzenden Jan Nuk schlug er am 12. 04. den Mitgliedern des Sorbischen Rates beim sächsischen Landesparlament vor, mit in die Diskussion über die Zuordnung des Sorbischen Instituts/Serbski institut zu einer wissenschaftlichen Einrichtung in Sachsen einzusteigen.

Den Vorschlag des Kulturministers über die Zukunft des Sorbischen Instituts/Serbski institut bezeichnete der sächsische Wissenschaftsminister Prof. Hans Joachim Meyer (CDU) am 13. 04. als ein "undurchsichtiges Manöver" und sagte weiter: "Der Bund will sich nur aus seiner Verpflichtung entziehen." Auch in einem Gespräch mit dem Domowina-Vorsitzenden Jan Nuk und dem Domowina-Geschäftsführer Bjarnat Cy¾ am 17. 04. bekräftigte der Minister seine Position.
Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Sorabistischen Instituts der Universität Leipzig Dr. Hync Rychtaà hält den Vorschlag als unrealistisch: "Dabei wird überhaupt nichts eingespart."
Im betroffenen Institut diskutierten am 13. 04. Jan Nuk und der Direktor Prof. Dr. Dietrich Scholze über die weitere Schritte zur Lösung des anstehenden Problems dieser Forschungseinrichtung. Naumanns Vorschlag wurde abgelehnt.

Der Kreisvorstand der Domowina Bautzen/¾upa Budy¹in beriet am 11. 04. über anspruchsvolle Projekte, die im Jahr 2000 gefährdet sind. Jurij Grós, Bundesvorstandsmitglied der Domowina und Kreisrat, informierte über den Etat des Kreises Bautzen/Budy¹in, in dem 17000 Mark für sorbische Angelegenheiten aufgeführt werden. Der Kreisvorstand sucht nach Möglichkeiten, die Vorhaben zu realisieren, worüber er sich mit dem Domowina-Vorsitzenden beraten möchte.

Die Mehrheit der Abgeordneten des Brandenburgischen Landtages lehnte am 12. 04. den Antrag der PDS-Fraktion, weiterhin die bisherige Förderungssumme für die sorbische
Stiftung beizubehalten, ab.

Magister Piotr Gaglik aus Wroc³aw hielt am 12. 04. im Pfarrhaus in Radibor/Radwor für die Mitglieder des Cyrill-Methodius-Vereins/Towarstwo Cyrila a Metoda einen Vortrag, in dem er das Sorbenbild in westeuropäischen Zeitungen der Jahre 1940-1945 darstellte.

30 Ostereiermaler aus der Lausitz und Gäste aus Mähren hatten auf ihrem Ostereiermarkt am 10. 04. in Schleife/Slepo an die 1300 bewundernde Besucher. Die Kantorki aus Schleife/Slepo, die jugendlichen Volkskünstler aus dem gastlichen Ort und weitere Gruppen bereicherten das sonntägliche Programm.

Die Wanderausstellung des Sorbischen Künstlerbundes/Zwjazk serbskich wumì³cow wurde am 13. 04. in der Gaststätte "Meja" Radibor/Radwor eröffnet. Elf sorbische bildende Künstler stellen ihre Werke aus.

In einem Zeitungsinterview am 14. 04. erklärte der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk: "Auf der einen Seite kämpfen wir um jeden Pfennig, auf der anderen Seite aber demonstrieren wir, wie wir die Stiftungsgelder im großen Maße ausgeben. ... Ich neige sogar dazu, das Treffen in Schleife ["Zjìzd Serbow - Fest der sorbischen Kultur" - M. V.] abzusagen."
Die Pressesprecherin des Landratsamtes Niederschlesischen Oberlausitzkreises Martina Brand sagte dazu: "Wenn über diese Entscheidung tatsächlich nachgedacht werden sollte, dann appellieren wir an alle Verantwortlichen, sich dafür einzusetzen, dass das Fest in Schleife durchgeführt wird."
Hilda Bertonowa, Domowina-Ortsgruppenvorsitzende in Schleife/Domowinska skupina Slepo: "Das wäre ein großer Schaden für die sorbische Kultur, ein ideeller Verlust."
Manfred Herma¹, Regionalsprecher für die Region Weißwasser-Niesky / ¾upa Bì³a Woda-Niska meinte, dass die deutsche Öffentlichkeit mit Verwunderung reagiert, da das Treffen von vielen Vereinen unterstützt wird. " Diesen zu erklären, dass das Absagen unser Protest gegen die Kürzungen der Stiftungsmittel ist, wird sehr schwer sein."
Am 19. 04. hieß es in einer Pressemitteilung aus dem Bundesvorstand der Domowina, dass das Fest in Schleife/Slepo stattfindet, da die Vorbereitungen durch die Vereine schon sehr weit gediehen sind.

Nach Ansicht des Exil-P.E.N. Club deutschsprachiger Länder haben die Sorben ein Recht auf Fernsehsendungen in ihrer Muttersprache. Wie Hans Lindemann, Präsidiumsmitglied
des Schriftstellerverbandes, am 16. 04. in Köln sagte, wurde zu diesem Thema erneut ein Brief an den Intendanten des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Dr. Udo Reiter, gesandt.

Prof. Dr. Heinrich Fink und Dr. Uwe-Jens Rössel (beide PDS-Bundestagsabgeordnete) weilten am 17. 04. auf Einladung des Domowina-Kreisverbandes Bautzen/¾upa Budy¹in zu einem Informationsgespräch in Bautzen/Budy¹in und erkundigten sich im Sorbischen Nationalensemble/Serbski ludowy ansambl sowie im Domowina-Verlag/Ludowe nak³adnistwo Domowina über die finanzielle Lage dieser beiden sorbischen Institutionen.
In Anwesenheit des Kreisvorsitzenden/¾upan Mìræin ©koda sowie des Vorsitzenden des Sorbischen Künstlerbundes/Zwjazk serbskich wumì³cow Benedikt Dyrlich und des Domowina-Geschäftsführers Bjarnat Cy¾ bedankte sich der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk den PDS-Politikern für die Unterstützungen der sorbischen Belange im Bundestag.

Herbert Knoblich, Präsident des Landtages Brandenburg, empfing am 17. 04. den Domowina-Vorsitzenden Jan Nuk und die beiden Geschäftsführer der Domowina Bjarnat Cy¾ und Harald Koñcak zu einem Informationsgespräch.

In der tschechischen Grenzstadt Varnsdorf wurde am 18. 04. eine Vereinbarung zwischen dem Bischöflichen Gymnasium Varnsdorf und dem Sorbischen Gymnasium Bautzen/Serbski gymnazij Budy¹in unterzeichnet. Vorgesehen sind u.a. gemeinsame Projekte über ökologische Probleme, Sprachkurse und Forschungen zum Leben der Sorben in der Grenzregion.

Das Buch "Briefe nach Radibor" aus dem Verlag Plöger in Annweiler erschien Mitte April. Es beinhaltet 25 Briefe von Marja Grólmusec, die sie in den Jahren 1935-1944 aus dem Gefängnis in Waldheim und aus dem KZ Ravensbrück an ihre Schwester in Radibor/Radwor geschrieben hat. Am 24. 04. wurde das Buch im St. Benno-Haus in Schmotitz/Smochæicy in Anwesenheit vieler Bewohner von Radibor/Radwor von den Autorinnen vorgestellt.

Die 1. Gartenbauausstellung im Land Brandenburg wurde am 22. 04. in Luckau eröffnet. Die sorbische Kultur repräsentierten das Sorbische Nationalensemble/Serbski ludowy ansambl, die Tanzgruppe "Freundschaft" aus Cottbus/Cho¶ebuz, die Folkloregruppe "Drjewjanki" aus Burg/Bórkowy und der Förderkreis für sorbische Volkskultur/Spìchowanski kruh za serbsku ludowu kulturu.

Mehr als 1.600 Osterreiter beteiligten sich am Ostersonntag (23. 04.) an den traditionellen Prozessionen in den sorbischen katholischen Kirchgemeinden.

Die Charta der Grundrechte der EU, an der jetzt gearbeitet wird, soll auch die Interessen der Sorben und anderer europäischer Volksgruppen beachten. Dies erklärte Dr. Hans Modrow, Parlamentsabgeordneter der PDS im Europäischen Parlament, in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Domowina Jan Nuk am 26. 04.

Sorbische Kulturtage in Berlin wurden am 26. 04. durch den sächsischen Staatsminister Stanis³aw Tilich (CDU) in Anwesenheit namhafter Politiker eröffnet. "Die Kulturtage in Berlin sollen davon zeugen, dass die Sorben ein sehr lebendiges Volk sind," erklärte der Festredner.
Veranstalter der Kulturtage sind die Domowina und die Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud. Am 27. 04. fand im Schauspielhaus eine musikalisch-literarische Veranstaltung statt, die von sorbischen Sängern, Pianisten und Dichtern ausgestaltet wurde.
Die Sorbische Kulturinformation Berlin organisierte eine Ausstellung mit Werken sorbischer bildender Künstler, die am 28. 04. eröffnet wurde.

Große Anerkennung fand der literarisch-musikalische Abend des Sorbischen Künstler-bundes/Zwjazk serbskich wumì³cow am 12. 05. im Russischen Haus für Kultur und Wissenschaft, das dem russischen Dichter A. S. Pu¹kin gewidmet war.
Die Kulturtage in Berlin fanden mit der Vorführung des Oratoriums "Nalìæo" in der Marienkirche am 14. 05. einen würdigen Abschluss.

Die Mitra des sorbischen Bischofs Wosky de Bärenstamm (1692-1771) und der Kelch aus dem Wendischen Seminar/Serbski seminar in Praha zählen zu den 250 neuen Exponaten, die in der Schatzkammer des Bautzener Doms ab dem 26. 04. ausgestellt werden.

Die Charta der Grundrechte für Europa soll auch die minimalen Rechte der Minderheiten beinhalten. Dies forderte die Gesellschaft für bedrohte Völker in einem Schreiben vom 27. 04. nach Brüssel. Fast die Hälfte der 46 Minderheitensprachen in Europa ist bedroht, da z. B. der Schulunterricht nicht gesichert ist.

Zum Antrittsbesuch beim Domowina-Vorsitzenden Jan Nuk weilte am 28. 04. der Bundestagsabgeordnete Ulrich Klinkert (CDU) aus Wittichenau/Kulow. Er werde sich dafür einsetzen, dass der Bundeskanzler sein Versprechen zur Unterstützung der sorbischen Stiftung einhält.

Die "Lausitzer Rundschau" berichtet in ihrer Ausgabe vom 29. 04. über eine historische sorbisch-deutsche Doppelkirche in Vetschau/Wìto¹ow, deren linkes Kirchenschiff als der wendische und das rechte der deutsche Teil des Gotteshauses darstellen; gemeinsam war die Sakristei. Nunmehr stehen Fördermittel für die Restaurierung bereit.

Im Mittelpunkt der Diskussion und der Vorträge auf der Jahrestagung der Maæica Serbska am 29. 04. in Bautzen/Budy¹in standen Fragen von allgemeiner nationaler Bedeutung wie das Schulwesen, die Finanzierung der Institutionen und deren Umstrukturierung (R. Doma¹cyna, Dr. Christiana Piniekowa, Jan Malink, Dr. Mìræin Völkel), sowie konkrete Vorhaben auf dem Gebiet der Förderung der Sprache durch neue Lexika ( Jurij ©o³ta), der Schulgeschichtsschreibung (Mik³aw¹ Krawc) und die Konstituierung der Abteilung Musik in der Maæica Serbska (Mìrko ©o³ta). Als Vorsitzender wurde Dr. Martin Völkel wiedergewählt, der seit 1991 die Gesellschaft leitet.

Anlässlich des 50. Jahrestages der Herausgabe der ersten Nummer der Kulturzeitschrift "Rozhlad" empfing die Chefredakteurin Jìwa-Marja Èornakec auf einem Empfang am 29. 04. Glückwünsche des Domowina-Vorsitzenden Jan Nuk, vieler Leser und Mitarbeiter sowie der Gäste aus Polen (Prof. Ewa Siatkowska, Prof. Jadwiga Zeniukowa, Dr. El¿bieta Wroc³awska), aus der Ukraine (Prof. Anatolij Iwèenko), der Slowakei (Peter Èaèko) u. a. Die ausländischen Leser beteuerten, dass die Monatszeitschrift für sie "das Fenster in die Lausitz" darstellt.

Das traditionelle Hexenbrennen am Walpurgisabend und das Maibaumaufstellen (30. 04.) erfreuen sich in immer mehr Dörfern der Lausitz großer Beliebtheit. Dieses Fest der Dorfjugend wird auch unterstützt von den Kommunen und den örtlichen Feuerwehren.



Mai [oben]

In einem Gespräch äußerte die Vorsitzende der CDU im Kreis Bautzen/Budy¹in, Lucia Gnant, am 02. 05., dass man einen Freundeskreis von deutschen und sorbischen Bürgern gründen sollte, der es ermöglichen würde, die deutsche Bevölkerung besser mit den sorbischen Anliegen vertraut zu machen. Dies entsprach auch der Strategie des Domowina-Vorsitzenden Jan Nuk sowie dem am Gespräch beteiligten Geschäftsführer Bjarnat Cy¾, die eine Diskussion der sorbischen Fragen in der deutschen Öffentlichkeit erwarten.

"Die Zweisprachigkeit unserer Heimat ist keine Belastung, sondern eine Bereicherung. Alle müssen sich zu ihr bekennen", sagte am 02. 05. in einem Pressegespräch der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk, der auch betonte, dass er seinen Vorschlag, das Fest in Schleife/Slepo nicht durchzuführen, zurückgezogen hat. Er erwartet vom Zjìzd Serbow/Fest der sorbischen Kultur weitere Impulse sowohl für das kulturelle Leben der ganzen Region als auch ein stärkeres Bekenntnis zum Sorbentum und zur Zweisprachigkeit.

Sorbische Lehrer aus der Niederlausitz informierten sich im Rahmen ihrer Weiterbildung am 04.05. in der Grund- und Mittelschule in Ralbitz/Ralbicy über das Alltagsleben an einer ober-sorbischen Schuleinrichtung.

Über die weitere Entwicklung von Printmedien der nationalen Minderheiten und kleinen Völker in Europa berieten vom 04.- 06. 05. in Bolzano Journalisten aus sieben Ländern, unter ihnen der Chefredakteur der Tageszeitung "Serbske Nowiny" Benedikt Dyrlich. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Herausgabe von Tageszeitungen im Internet und die weitere Ausgestaltung der Minderheitenagentur "Eurolang".

An der Æi¹inski-Mittelschule in Panschwitz-Kuckau/Panèicy-Kukow begrüßten am 04. 05. die Lehrer und Schüler eine Gruppe von Kindern und Erziehern aus Brest in Bretonien. Der Lehrer Robert Pellen war bereits 1991 in der Lausitz und konnte viele Parallelen in Bezug auf das Schulwesen in seiner Heimat feststellen. Aus diesen Beziehungen erwuchs auch der Gedanke des "WITAJ-Projekts", das in der Lausitz auch als "Bretonisches Beispiel" bezeichnet wird.

In Crostwitz/Chrósæicy, wo ein Denkmal für die gefallenen polnischen Soldaten des Zeiten Welt-krieges steht, gedachten am 55. Jahrestag des Kriegsendes (05. 05. ) die Bevölkerung sowie polnische Kriegsveteranen der annähernd 1500 polnischer Armeeangehöriger, die hier in den letzten Kriegstagen ihr Leben für die Befreiung auch des sorbischen Volkes vom Naziterror und Krieg opferten. Zu dieser Veranstaltung hatte der Cyrill-Methodius-Verein/Towarstwa Cyrila a Metoda eingeladen, und deren Vorsitzender Pfarrer ©æìpan Delan hob in seiner Predigt hervor: "Aus der Erinnerung Dankbarkeit empfinden, Dank für Gaben, die nicht unser Verdienst sind."
Am Denkmal sagte der Generalvikar des Bistums Legnica (Polen), W³adys³aw Bochnok: " Wir danken Euch für die Erinnerung an unsere Soldaten. Vergelts Euch Gott für dieses Zeugnis der Menschlichkeit." Jan Granat, polnischer Generalkonsul in Deutschland: "Hier gedenken wir der tragischen Ereignisse der Geschichte. Wir brauchen sie, damit wir in Freundschaft, Vergebung und Versöhnung leben können."

Prof. Dr. Hans Joachim Meyer (CDU), Staatsminister für Wissenschaft und Kunst in der sächsischen Regierung, eröffnete am 06. 05. in Bautzen/Budy¹in die 4. Tage der sorbischen Musik. Neue Werke beweisen die Lebenskraft der sorbischen Kultur, und es wäre unverständlich, wenn nur die sorbischen Traditionen gepflegt würden, sagte der Minister. Im Eröffnungskonzert erklangen viele neue sinfonische und Chorwerke sorbischer Komponisten, die auch von einem Sinfonieorchester Berlin interpretiert wurden.
Einen weiteren Höhepunkt erlebten die Besucher des Konzerts in Cottbus/Cho¶ebuz, in dem das Oratorium von Handrij Zejler und Korla Awgust Kocor "Nalìæo" ("Der Frühling") erklang.

Die Uraufführung eines volkskundlich-kulturellen Programms unter dem Titel "P¶ìza" des Niedersorbischen Trachtenvereins Sielow /Dolnoserbske drastwowe towaristwo ®ylow erlebten am 06. 05. mehr als 300 Besucher. Vorgestellt werden nach der Dramaturgie von Helmut Winkelmann Sitten und Bräuche, die noch vor dem 2. Weltkrieg in Sielow und Umgebung gepflegt wurden. Dem Verein gehören 30 Mitglieder an, die bereits 1991 das Programm "Dolnoserbska swaj¼ba" ("Niedersorbische Hochzeit") darboten.

Der Brandenburgische Minister für Kultur, Wissenschaft und Forschung Wolfgang Hackel hat am 08. 05. die Kürzungen des Landes Brandenburg für die Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud von 333 000 Mark ab dem Jahre 2001 bekräftigt. Im Gespräch mit W. Hackel, das im Wendischen Haus/Serbski dom in Cottbus/Cho¶ebuz stattfand, sagte Jan Nuk, Vorsitzender der Domowina, dass die Förderung der Sorben nicht eine Frage des Geldes, sondern eine politische Frage ist. Nuk schätzte die Unterredung als eine "sehr enttäuschende Veranstaltung" ein.

Anlässlich des 100. Gründungstages des Kreises sorbischer Schriftsteller/Ko³o serbskich spisowaæelow veranstaltete die Mittelschule Radibor/Radwor gemeinsam mit dem Sorbischen Künstlerbund/Zwjazk serbskich wumì³cow mehrere Begegnungen der Schüler mit sorbischer Literatur und sorbischen Schriftstellern. Die Veranstaltungsreihe eröffneten am 08. 05. der Lyriker Benedikt Dyrlich und die Prosaistin Jìwa-Marja Èornakec, ihnen folgen die Schriftsteller Jurij Brìzan, Jurij Koch und Beno Budar.

Jurij Kostor¾, langjähriger Schauspieler und Regisseur am Theater in Bautzen/ Budy¹in verstarb am 11. 5. Geboren wurde der beliebte Schauspieler am 02. 07. 1929 in Wittichenau/Kulow. Nach seinem Studium in Praha und Berlin wirkte er von 1950 bis 1994 vorwiegend im sorbischen Schauspielensemble, wo er in mehr als 200 Rollen auftrat.

Der Bundespräsident Johannes Rau besuchte am 11. 05. die Stadt Bautzen/Budy¹in und wurde im Sorbischen Museum/Serbski muzej von Jan Nuk, Vorsitzender der Domowina, Trudla Malinkowa, Vorstandsmitglied der Maæica Serbska und von Fabian Kaulfürst, Student der Sorabistik begrüßt. Der Gast interessierte sich sowohl für die Geschichte der Sorben als auch für das gegenwärtige Leben. J. Nuk übergab dem Bundespräsidenten auch eine Petition, in der er gebeten wird, sich dafür einzusetzen, dass der Bundesanteil an der Stiftung bis zum Jahre 2007 mit einem Jahresbudget von 16 Mio. festgeschrieben wird. "Ich kann ihnen nichts versprechen. Ich habe wenig Einfluss auf den Bundesetat. Aber dennoch!" sagte J. Rau.
Über diese Forderung berichtete auch die "Hrvatske Nowine" aus Zagreb am 19. 05. unter der Überschrift " Lu¾ièki Srbi za pomoc nim¹koga predsjednika Raua".

An der Prager Buchmesse "Svìt knihy 2000", die am 11. 05. eröffnet wurde, beteiligt sich der sorbische Verlag aus Bautzen, der 80 seiner neuesten Ausgaben zum Kauf anbot. Der tschechische Verlag Volvox Globator präsentierte am 12. 05. die tschechische Übersetzung des Buches "Výlet do ráje" ("Ausflug ins Paradies") der jungen sorbischen Autorin Mìrka Mìtowa.

Im Sorbischen Museum Bautzen/Serbski muzej Budy¹in wurde am 14. 05. eine Ausstellung mit 300 Originalen des sorbischen Malers und Grafikers Mìræin Nowak-Njechorñski (1900-1990) eröffnet. Die Kunstwissenschaftlerin Dr. Marija Mìræinowa und die Museumsmitarbeiterin Christina Boguszowa haben einen Katalog zum grafischen Schaffen von Nowak erstellt.

"Dieses neue Bildungszentrum ist für die Förderung der Sprachbildung in der Niederlausitz besonders von großer Bedeutung", sagte Harald Koñcak, Vorsitzender des Sorbischen Rates des Landtages Brandenburg. Mitglieder dieses Rates sowohl Vertreter des Kultur- und Bildungsministeriums und der Fraktionen des Landtages sprachen sich auf einer gemeinsamen Beratung am 16. 05. einmütig für die Bildung eines sorbischen Sprachzentrums aus.

Der XXIV. Zentrale Wettbewerb der Schüler in der sorbischen Sprache wurde am 19. 05. in Weißwasser/Bì³a Woda abgeschlossen. An diesem alljährlich stattfindenden Leistungsvergleich nehmen Schüler aus der Ober- und Niederlausitz teil.

Auf vielfältige Weise wurde am Wochenende (19. - 21. 05.) die sorbische Musik präsentiert. Im Sorbischen Museum Cottbus/Serbski muzej Cho¶ebuz wurde die Entwicklung der sorbischen Musik dargestellt. Eine wissenschaftliche Konferenz über das gegenwärtige sorbische Musikschaffen hatte die Fachhochschule Lausitz organisiert; das Grundsatzreferat hielt der Komponist Detlef Kobjela aus Bautzen/Budy¹in.
Im anschließenden Konzert erlebten eine Uraufführung das "Klavierstück I" von Juro Mìt¹k und der erste Satz aus einer Sonate für Violine und Klavier von Ulrich Pagoda. In der 1. Lübbenauer Museumsnacht erklangen aus der Sammlung der "33 sorbischen Lieder" von Bjarnat Krawc-Schneider einige Lieder in der Interpretation von Gerald ©ejn. Als dritte Schrift der Potsdamer Beiträge zur Sorabistik übergab die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Potsdamer Universität Dr. Madlena Norbergowa den beiden Autoren Detlef Kobjela und Werner Mì¹kank den Band "Vom Regenzauberlied bis zur wendischen Pop-Ballade".

Die katholische Pfarrgemeinde Radibor/Radwor veranstaltete anlässlich des Heiligen Jahres 2000 eine Festwoche vom 15. - 21. 05. Dr. Siegfried Seifert aus Bautzen/Budy¹in referierte zur Kirchengeschichte, der Prager Historiker Dr. Zdenìk Boháè sprach auf einer weiteren Zusammenkunft über die Bedeutung kirchlicher Würdenträger aus der Pfarrgemeinde für das kulturelle Leben der Sorben und Hañ¾a Winarjec-Orsesová hatte eine Ausstellung mit Exponaten aus der Gemeindegeschichte organisiert. Neben einem Dankgottesdienst mit dem Ortspfarrer ©æìpan Delan waren weitere Höhepunkte ein reichhaltiges Kulturprogramm am Abschlusstag.

Für eine alsbaldige Renovierung des Kinder- und Jugendtreffs am Markt in Hoyerswerda /Wojerecy sprach sich die Domowina aus. In diesem Gebäude wurde 1912 die Domowina gegründet. An gleicher Stelle legte Computer-Erfinder Konrad Zuse 1928 sein Abitur ab. Seit 1999 steht das Haus leer und soll erst 2002 saniert werden.

Einen gemeinsamen Abend veranstalteten während der Warschauer Buchmesse am 18. 05. die Polnische Gesellschaft der Freunde der Lausitz, der Literaturklub Anin und der Domowina-Verlag/Ludowe nak³adnistwo Domowina. Der polnische Wissenschaftler Dr. Tomasz Kowalczyk sprach über seine Forschungen zum Thema "Katholische Kirche und Sorbentum" und die Bautzener Schriftstellerin Dorothea ©o³æina las aus ihren Werken.

Der sorbische Politiker Hajko Kozel (Fraktionssprecher der PDS zur europäischen und Minderheitenpolitik im sächsischen Parlament) trat in der UNO in New York auf einer Tagung (21. - 26. 05.) von Organisationen aller Kontinente auf, die sich mit Menschen- und Minderheitenrechten befassen. In seinem Vortrag - zum ersten Mal erklang die sorbische Sprache im Hauptquartier der UNO - stellt er den Zusammenhang zwischen den durch den Braunkohlenbergbau 77 vernichteten und 40 zum Teil abgebaggerten Dörfern im sorbischen Siedlungsraum und den Menschenrechten dar.

Die Leiterin der Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur/©ula za dolnoserbsku rìc a kulturu Marja Elikowska-Winklerowa sagte in einem Interview mit den "Serbske Nowiny" (vom 23. 05.): "Zehn Jahre existiert diese Schule, die ich aufgebaut habe. Ein wichtiger Bestandteil sind die Sprachlehrgänge [...] Waren es vor acht oder zehn Jahren 100 oder 200 Teilnehmer, da sind es jetzt 1800. Mehr als die Hälfte hat Interesse an der Sprache. [...] Zugleich organisiere ich aber auch Veranstaltungen, die sich mit anderen sorbischen Problemen befassen. Dabei lege ich immer Wert auf die Sprache."

Freunde der sorbischen Literatur gründeten am 22. 05. den Förderverein Schmalersche Buchhandlung/Spìchowanske towarstwo Smolerjec kniharnja. Zum Vorsitzenden wählten die Teilnehmer den Dichter Kito Lorenc.

"Kuz³arski k³obuk" ("Der Zauberhut"), ein Kinderschauspiel von Jìwa-Marja Èornakec, wurde am 23. 05. vom Sorbischen Kindertheater beim Deutsch-Sorbischen Volkstheater/Serbske d¼ìæace d¼iwad³o pøi Nìmsko-Serbskim ludowym d¼iwadle in der Regie von Jan Mahr uraufgeführt.

Anlässlich der 10-jährigen Mitgliedschaft der Domowina in der Föderalistischen Union europäischer Volksgruppen (FUEV) äußerte der Vizepräsident der Vereinigung Dr. Ludwig Ela (Domowina) in einem Pressegespräch (25. 05): "Für uns ist es vielleicht das Wichtigste, dass wir im Konzert der europäischen Minderheiten diejenigen sind, die viele Erfahrungen und den Blickwinkel für die Förderung der kleinen Sprachen und Kulturen vermitteln können. .... FUEV hat einen Beobachterstatus beim Europarat.... Der Kongress [2000 in Komarno/Slowakei] ist den Problemen der nationalen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa gewidmet."
Dieser tagte vom 1.06.- 03.06. Die Domowina war vertreten durch den stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Pìtr Brìzan, den Vorsitzenden des Regionalverbandes der Domowina der Niederlausitz,/¾upan Dr. Fryco Libo, den Domowina-Referent für Öffentlichkeitsarbeit Jurij £u¹æanski und der Studentin Jana Wa³d¼ic. Gegründet wurde ein informeller Beirat, bestehend aus Parlamentariern; zum Beiratsvorsitzenden wurde Dr. Herbert Knoblich, Präsident des Brandenburger Landtages gewählt.

Den 300. Geburtstag von Graf Nikolaus Ludwig Zinzendorf begingen in Herrnhut in den Tagen vom 28. 05. - 29. 05. sehr viele Gäste. Der Bundespräsident Johannes Rau und der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf würdigten die Verdienste des Grafen um Toleranz.
Der Gründer der Brüdergemeinde von Herrnhut, der die Sorben als seine Brüder und Schwestern betrachtete, beeinflusste auch das kulturelle Leben der Sorben, hob Pfarrer Jan Malink in seinem Vortrag hervor.

Im Programm der Neuen Lausitzer Philharmonie erklang im Konzert am 25. 05. die Komposition "Psychogramme" für ein großes Orchester von Juro Mìt¹k, das er 1976 geschaffen hatte.

Am VII. Internationalen Gesangs- und Tanzfestival "Slawischer Kranz 2000" in Tallinn (Estland) (26. 05. - 28. 05.) beteiligen sich auf Einladung der Veranstalter im Auftrag der Domowina als Beobachter Bo¾ena Pawlikec und Marko Wjeñka aus Bautzen.

Ein Tag der wenig verbreiteten Sprachen fand am 26. 05. in Lindau /Pfalz statt. Dr. Gunter Spieß und Jurij £u¹æanski zitierten in Nieder- und Obersorbisch ein Gedicht von Jakub Bart-Æi¹inski. Diese Präsentation fand anlässlich der Frühjahrstagung des Europäischen Büros für wenig verbreitete Sprachen des Komitees Deutschland statt.

Der tschechische Kirchensender "Proglas" informierte am 30. 05. in einer umfangreichen Sendung über das Schulwesen in der Lausitz. Das halbstündige Programm, in dem sorbische Lyrik zitiert und sorbische Lieder erklangen, hatte Pfarrer Josef ©indler aus Ti¹nov zusammengestellt.

Der Rat der Stiftung für das sorbische Volk beschloss am 31. 05. die Gründung eines Bildungs- und Medienzentrums und sprach sich für den weiteren Erhalt des Domowina-Verlages/Ludowe nak³adnistwo Domowina, des Sorbischen Nationalensembles/Serbski ludowy ansambl und des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters/Nìmsko-serbske ludowe d¼iwad³o aus.

Der sorbische Pop-Sänger Mìræin Weclich gestaltete am 31. 05. sein erstes open-air-Konzert am Fuße des sorbischen Burgwalles in Ostro/Wotrow, zu dem mehr als 1000 Besucher kamen.

"Na mroce do noweg lìttowzynta" ("Auf der Schwelle zum neuen Jahrtausend") erschien im Verlag Ma¶ica Serbska ein Reprint in dritter Auflage: 1801 gaben Hans Koñcak und 1900 Hendrich Jordan und Jan Bjarnat Kru¹wica die Milleumschrift heraus. Die dritte Jahrhundert- / die neue Jahrtausend-Ausgabe besorgte Pìt¹ Jana¹. Herbert Nowak, Pfarrer i. R. aus Drebkau/Drjowk verfasste die begleitenden Worte.



Juni [oben]

Restauriert wurde die 1788 angefertigte Tafel über dem Eingangstor zum Friedhof in Malschwitz/Male¹ecy, die in sorbischer und lateinischer Sprache die Frage stellt: "Wir waren - Wir werden wieder sein - Was für welche?". Der Vorsitzende der Maæica Serbska Dr. Mìræin Völkel bezeichnete in einer Ansprache am 01. 06. die Tafel als einen Diamanten unter den Denkmalen. Für die Erneuerung hatte sich das Vorstandsmitglied der Maæica Serbska Trudla Malinkowa eingesetzt, die zahlreiche Förderer der Restaurierungsarbeiten fand.

Andrea Fischer, Landrätin in Kamenz/Kamjenc, meinte am 02. 06. zur Unterstützung des WITAJ-Projektes, dass dieses allen Bürgermeistern in einer gemeinsamen Beratung vorgestellt werden sollte. Besonders die Eltern sollten für das Vorhaben sensibilisiert werden, denn ohne sie bleibt das ein künstliches Projekt.

In Neuschmölln (bei Bischofswerda) feierte man am 01. und 02. 06. ein Fest, das an die Ersterwähnung des Dorfes vor 700 Jahren erinnern sollte. Die szenische Darstellung der Geschichte des heute deutschen Dorfes beinhaltete auch Themen über die sorbischen Wurzeln der Siedlung.

Ein Haus der Vereine mit dem Namen DELANY in Cunnewitz/Konjecy übergab der Bürgermeister von Ralbitz-Rosenthal/Ralbicy-Ró¾ant Alfons Ryæer am 04. 06. der Öffentlichkeit. Mit 600.000 Mark und in vielen freiwilligen Arbeitsstunden der Dorfbevölkerung wurde ein Bauerngehöft zum Kulturzentrum umgebaut. Der ortsansässige Männerchor "Delany" bot unter der Leitung von Pawo³ ©o³ta im Hof ein Konzert.

Am 94. Deutschen Katholikentag, der vom 01. - 04. 06 in Hamburg stattfand, beteiligte sich im Auftrag des Cyrill-Methodius-Vereins/Towarstwo Cyrila a Metoda auch die Sorbische Kultur-information /Serbska kulturna informacija, die allgemeines schriftliches Informationsmaterial, CDs und Videos über die Sorben anbot.

Thomas Jurk, Fraktionschef der SPD im sächsischen Landtag erklärte bei einer Zusammen-kunft mit dem Domowina-Vorsitzenden Jan Nuk und Geschäftsführer Bjarnat Cy¾ am 06. 06., dass er im Landtag die Regierung auffordern werde, die Förderung der Sorben weiterhin zu unterstützen.

Als Gast der Bautzener Jungen Union weilte am 04. 06. in Bautzen/Budy¹in eine Gruppe junger CDU-Mitglieder aus Landshut. Die CDU-Kreisvorsitzende Marja Micha³kowa erklärte ihr auch die Bedeutung der sorbischen Sprache und Kultur für die Region.

Ein reichhaltiges sorbisches Kulturprogramm bot ma 04. 06. der Sorbische Trachtenverein Seidewinkel/Serbske drastowe towarstwo ®id¼ino unter dem Motto "Essen am Feldrain", das sehr viele Besucher auch aus der Kreisstadt Hoyerswerda/Wojerecy anlockte.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg hatte Ende Mai die gemeinsame Klage von 13 Einwohnern von Horno/Rogow, der evangelischen Gemeinde und der Domowina abgelehnt, nach der überprüft werden sollte, ob die Abbaggerung des Dorfes Horno/Rogow für den wirtschaftlichen Wohlstand der Region nützlich ist. "Wir sind zutiefst enttäuscht," sagte das Mitglied der Bürgerinitiative Klaus Richter.

Die 4. Tage der sorbischen Musik wurden am 06. 06. bereichert durch die Uraufführung des Musikspiels "Ma³y Pampuch" ("Der kleine Pfannkuchen") von Wór¹a Wiæazowa (Text) und Jan Cy¾ (Musik). Schüler der 2. - 4. Klasse der Grundschule Crostwitz/Chrósæicy hatten das Stück unter der Regie der Schauspielerin Janina Brankaèk einstudiert.

Einen literarischen Abend mit sorbischer Poesie veranstaltete am 08. 06. in Brno (ÈR) die dortige christliche Künstlervereinigung "Sursum corda". Der Dichter und Übersetzer sorbischer Literatur Josef Suchý führte sachkundig durch das Programm.

Als einen Skandal bezeichnete Jan Nuk, Vorsitzender der Domowina, die öffentliche Anhörung der Sorben zu den geplanten Kürzungen für die sorbische Stiftung am 08. 06. in Potsdam vor dem Haupt- und Kulturausschuss des Landtages. "Wenn die Abgeordneten, nachdem sie über unsere Lage informiert wurden, nichts Weiteres zu sagen haben, dann wollen sie uns nicht verstehen."

Der Bevollmächtigte für Fragen der Menschenrechte der Tschechischen Republik Petr Uhl und der Direktor des Rates für Nationalitäten Dr. Andrej Sulitka informierten sich am 06. und 07. 06. in der Lausitz über die Lösung des Nationalitätenproblems, das in ihrem Lande noch keine gesetzliche Grundlage hat. U. a. sprachen sie mit Kommunalpolitikern und Vereinsvertretern.

Eine Buchpremiere veranstaltete die Schmalersche Buchhandlung/Smolerjec kniharnja in Bautzen/Budy¹in am 08. 06. Vorgestellt wurden ausgewählte Schriften in zwei Bänden des sorbischen Schriftstellers und Malers Mìræin Nowak-Njechorñski (1900-1990). Prof. Dietrich Scholze hat für den ersten Band 38 Reisereportagen und für den zweiten 13 Märchen ausgewählt.

Eine kulturelle Ignoranz und fehlende Sensibilität für sorbische Interessen stellte der sächsische Landes- und Fraktionsvorsitzende der PDS Prof. Dr. Peter Porsch im Gespräch mit Jan Nuk, Vorsitzenden der Domowina bei seinem Besuch in Bautzen/Budy¹in am 09. 06. fest. Porsch vertrat die Meinung, dass die sorbischen Angelegenheiten internationalisiert werden müssen.

Nach vielen Jahren wurde am 09. 06. wieder ein sorbischer Jugendlicher zum katholischen Priester geweiht. Gabri¹ Nawka aus Bautzen/Budy¹in erhielt vom Bischof Joachim Reinelt in der Dresdner Kathedrale die Priesterweihe. Seine Primiz feierte G. Nawka am 10. 06. in der Bautzener Konkathedrale in Anwesenheit besonders vieler Sorben.

Am 100. Geburtstag des 1990 verstorbenen sorbischen Grafikers und Schriftstellers Mìræin Nowak-Njechorñski (13. 06.) fand auf dem Friedhof in Gröditz/Hrod¼i¹æo eine Gedenkveranstaltung statt, auf der der Kreisvorsitzende der Domowina/¾upan Mìræin ©koda und der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk das Leben und Wirken des sorbischen Patrioten würdigten. An seinem ehemaligen Wohnhaus in Nechern/Njechorñ - jetzt als Museum ausgebaut - boten Schüler, Schriftsteller und Künstler (Wór¹a und Steffen Lange) ein Programm, das die 200 Besucher begeisterte.
In Hoyerswerda/Wojerecy hatten Domowina-Mitglieder ein gesondertes Programm zu Ehren des Künstlers einstudiert. Arno¹t Kowar konnte in seinem Vortrag über Nowak-Njechorñski, mit dem er 50 Jahre befreundet war, viele persönliche Erinnerungen vermitteln.

Das Sorbische Nationalensemble/Serbski ludowy ansambl beteiligte sich im Juni an der Internationalen Tanzmesse Nordrhein-Westfalen. Dargeboten wurde auf Wunsch der Veranstalter die Inszenierung "Fantazija na Lubinje" ("Phantasie auf dem Lubin"), da sie das erste choreographierte Märchen darstellt.
Am 15. 06. trat das Ensemble auf der Expo 2000 im Auftrage des Landes Brandenburg auf.

Die in Beograd erscheinende Tageszeitung "Borba" veröffentlichte am 15. 06. eine Rezension
des Buches "®iwjenje je d¼ì³o - wotpoèink je mrìæe" ("Leben ist Arbeit - Ruhen ist Sterben") von Achim Brankaèk über den sorbischen Komponisten Bjarnat Krawc-Schneider (1861-1948). Die Autorin Dr. Nada Dordeviæ hebt besonders die Beziehungen des Musikers zu jugoslawischen Kollegen hervor.

Neue Erkenntnisse über das Leben und Wirken des sorbischen Malers und Schriftstellers Mìræin Nowak-Njechorñski vermittelte die gemeinsame Konferenz des Sorbischen Instituts/Serbski institut und der Maæica Serbska - Sektion Volkskunde und Museumswesen am 16. 06. in Bautzen/Budy¹in. In 15 Vorträgen wurde im interdisziplinären Sinne versucht, ein Gesamtbild des Grafikers, Schriftstellers und Kulturpolitikers zu vermitteln.
Materialien der Konferenz wurden in einem Sonderheft der Zeitschrift "Rozhlad" in der Redaktion von Jìwa-Marja Èornakec und Dr. Mìræin Wa³da veröffentlicht.

In der Prager Zeitschrift "ateliér" (vom 12. 10.) berichtet Jiøí Mudra über die Konferenz und stellt den sorbischen Maler Nowak-Njechorñski vor. Die Warschauer Universitätszeitschrift "Zeszyty £u¿yckie" (Nr. 30) veröffentlicht eine Studie über die Beziehungen Nowaks zur polnischen Organisation in Berlin in den Vorkriegsjahren. Der sorbische Künstler hat in Praha und Warszawa studiert.

An die Gründung der niedersorbischen Gesellschaft Maæica Serbska vor 120 Jahren erinnerte eine Veranstaltung, zu der die heutige Nachfolgegesellschaft am 17. 06. eingeladen hatte. Der Vorsitzende Mìto Pernak würdigte die Bedeutung der Tätigkeit der Maæica Serbska und hob die Verdienste des in Drebkau/Drjowk lebenden Pfarrers Herbert Nowak, Mitglied der Vorkriegs-Maæica, hervor.

Am Tag des niedersorbischen Kinderliedes (14. 06.) in Cottbus/Cho¶ebuz beteiligten sich in diesem Jahr Schüler und Lehrer aus sieben Schulen. Die Veranstaltung diente auch der Vorbereitung einer CD, die für schulische Zwecke gedacht ist.

"WITAJ-Modell ist ganz im Sinne und nach den Statuten der Stiftung, denn es ist die wichtigste Maßnahme zur Erhaltung und Entwicklung der Sprache", erklärte der Stiftungsdirektor Marko Suchy in einem Pressegespräch am 15. 06. Der Stiftungsrat hat 1997 entschieden, dieses Bildungsmodell nach der Methode der Sprachvertiefung anzuwenden. Weiter sagte er, wenn der Sorbische Schulverein die Trägerschaft einer Kindertagesstätte übernimmt, dann müssen für ihn die notwendigen Bedingungen - auch die finanziellen - geschaffen werden.

Eine Konferenz über "Europäische Kleinsprachen zu Beginn des 21. Jahrhunderts" veranstaltete die Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn am 16./17. 06. In den Vorträgen wurde besonders der Einfluss der wirtschaftlichen Entwicklung auf Sprachen wie auf das Schwedische in Finnland, auf das Luxemburgische und auf Walisische in Schottland hingewiesen. Über das Sorbische referierte Dr. Anja Ponhonèowa vom Sorbischen Institut in Bautzen/Serbski institut w Budy¹inje.

Die zwanzigjährige Freundschaft zwischen dem sorbischen Chor "Meja" aus Radibor /Radwor und dem tschechischen Chor aus Ba¹ki bei Olomouc fand ihre Fortsetzung in den Tagen vom 23. - 26. 06. in der Lausitz. Die Gäste traten sowohl in Radibor/Radwor als auch in anderen Dörfern auf.

Das Fronleichnamsfest (22. 06.) begingen die sorbischen katholischen Kirchgemeinden traditionell mit den Prozessionen. Mädchen und junge Mädels hatten die Festtagstracht angelegt. In Nebelschütz/Njebjelèicy feierte mit den Gläubigen der Bischof Josef Koukl aus Litomìøice (ÈR).

Der Rat der Stiftung für das sorbische Volk/Rada Za³o¾by za serbski lud beschloss am 21. 06. die Neustrukturierung sorbischer Institutionen. Er gab den Start frei für ein Bildungs- und für ein Medienzentrum. Marko Suchy, Stiftungsdirektor, erklärte gegenüber den "Serbske Nowiny" vom 25. 06., dass das Bildungs- oder Sprachzentrum mit 23,5 Arbeitskräften besetzt wird, die aus anderen Institutionen kommen.

Für mehr Sorbisches in der Stadt Bautzen/Budy¹in sprachen sich bei einem Treffen am 22. 06. der Oberbürgermeister Christian Schramm und der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk aus. Die Geschichte, Kultur und Kunst der Sorben sollte besser in die Werbung für die Stadt eingesetzt werden.

Mehr als 6.000 Besucher nahmen bisher (23. 06.) an den 4. Tagen der sorbischen Musik, veranstaltet von der Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud und vom Bund sorbischer Gesangvereine/Zwjazk serbskich spìwarskich towarstwow, teil. Der 23. 06. war einem Treffen sorbischer Chöre gewidmet. Als Höhepunkte wurden die Aufführungen des Oratoriums "Nalìæo" gewertet, als Abschluss ist ein Kompositionswettbewerb des Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) geplant.

Das zehnte Konzert vor der Alten Kirche in Radibor/Radwor, das am 25. 06. vom heimatlichen Chor "Meja" und dem Chor der Æi¹inski-Mittelschule aus Panschwitz-Kuckau /Panèicy-Kukow, veranstaltet wurde, erbrachte mehr als 1000 Mark für den WITAJ-Fonds.

In Heinersbrück/Most (Niederlausitz) feierten die Dorfbewohner am 25. 06. den 25. Jahrestag ihres sorbischen Hochzeitzuges und den 55. Jahrestag der Gründung des Frauenchores.

Fest der sorbischen Kultur in Schleife/Zjìzd Serbow w Slepom 28. 06. - 02. 07.
Anlässlich des Festes hatten der Sorbische evangelische Verein /Serbske ewangelske towarstwo, die Maæica Serbska und die Pfarrerin Ulrike Menzel zu einem Geschichtsabend über verdienstvolle sorbische und deutsche Geistliche der Kirchgemeinde Schleife/Slepo eingeladen (28. 06.).
14 Künstler aus der Lausitz und aus der Tschechischen Republik beteiligten sich am Plenair in Schleife/Slepo. Zur Eröffnung kam auch der sächsische Regierungspräsident Helmut Weidelehner.
An der Präsentation des Buches "Bilderwelten" von Alfred Krawc und Beno Pìt¹ka nahmen am 29. 06. in Schleife/Slepo sehr viele Interessenten teil, da die beiden Autoren sowohl mündlich als auch durch ihr Buch Auskunft über Volkskundler und Maler gaben, die in der Schleifer Gegend gewirkt haben; u. a. waren es Julius Edward Wjelan, Wilibald von Schulenburg und Dorothea von Philipsborn.
Höhepunkt des Festes war der Sonntag (01. 07.), an dem Volkskünstler ein reichhaltiges Programm gestalteten. Musikalische Grüße übermittelten Gäste aus der ÈR, Polen und aus Friesland. Als Ehrengäste konnte der Domowina-Vorsitzende begrüßen: Den Staatsminister für Wissenschaft und Kunst der sächsischen Regierung Prof. Dr. Hans Joachim Meyer, die brandenburgischen Staatssekretäre Prof. Friedrich Buttler und Dr. Horst Mentrup.

Die amerikanische Universität Iowa und die Pädagogische Akademie in Klagenfurt veranstalteten in den letzten Junitagen eine internationale Konferenz zum Thema "Sprachbuntheit in der Literatur", an der mit einem Vortrag auch Jurij Koch, der sowohl in sorbischer als auch in deutscher Sprache literarisch und publizistisch tätig ist, teilnahm.

"Sprache und Kultur der Sorben als kleiner Brückenbau in Europa" betitelte die Zeitschrift "an Oder und Neiße" (Ausgabe 2/2000) ein Interview mit dem Vorsitzenden des Sorbischen Künstlerbundes/Zwjazk serbskich wumì³cow Benedikt Dyrlich. Er bemängelte die geringen Finanzmittel, die der sorbischen Stiftung zur Förderung der sorbischen Kultur zur Verfügung stehen. "Diese entsprechen dem Etat eines größeren Spartentheaters, zum Beispiel des Staatstheaters Cottbus. 32 Mio. Mark sind eigentlich sehr wenig."

Materialien der ersten europäischen Konferenz über Minderheitenzeitungen erschienen in einer Broschüre unter dem Titel "The minority daily press in Europe". Die von der Europäischen Kommission finanzierte Ausgabe beinhaltet auch den Diskussionsbeitrag des Chefredakteurs der sorbischen Abendzeitung Benedikt Dyrlich.



Juli [oben]

Im Kloster Marienstern in Panschwitz-Kuckau/Panèicy-Kukow weihte Kaplan Pìtr Kral am 02. 07. zwei neue Ausstellungen ein. Die eine stellt das "Leben der sorbischen Bevölkerung im Umfeld des Klosters" dar und in der anderen sollen "Poster zum Nachdenken" anregen.

Die Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur/©ula za dolnoserbsku rìc a kulturu eröffnete am 03. 07. ihren Sommerlehrgang, an dem 30 Interessenten teilnahmen. Wissenschaftler referierten über die sorbische Geschichte, Sprache und Literatur. Die Einrichtung, die der Volkshochschule Cottbus/Cho¶ebuz zugeordnet ist, wird geleitet von Maria Elikowska-Winklerowa.

Als Gäste begrüßte die Domowina am 03. und 04. 07. eine Delegation polnischer Kommunalpolitiker aus Oberschlesien, die sich besonders für die Mitarbeit der Sorben in den Kommunen interessierten, da in ihrem Gebiet auch die deutsche Minderheit stark vertreten ist. Dr. Ludwig Ela, Vizepräsident der FUEV, und die Regionalsprecherin des Domowina-Kreisverbandes Bautzen/¾upa Budy¹in Dr. Hil¾a Elina, beantworteten Fragen der Gäste.

Das Sorbische Kultur- und Informationszentrum in Berlin/ Serbski kulturny a informaciski centrum w Berlinje organisierte für eine Delegation der Concordia-Universität aus Austin (USA) in der Berliner Hedwigskathedrale am 04. 07. ein Konzert. Der Domkantor Toma¹ ®ur, der zu Jahresbeginn in Austin und in weiteren texanischen Städten gastierte, spielte Werke deutscher Meister.

Zu Vorträgen über die Sorben wurde Prof. Dr. Dietrich Scholze, Direktor des Sorbischen Instituts/Serbski institut nach Flensburg und Bräist eingeladen. Als Veranstalter zeichneten das Friesische Seminar der Flensburger Universität und das Nordfriisk Instituut.

Bereits seit vier Jahren ermöglicht die Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud alljährlich vier ausländischen Studenten ein zehnmonatiges Studium am Institut für Sorabistik der Leipziger Universität. Am 06. 07. verabschiedeten sich eine russische, ein tschechischer und ein polnischer Student mit Vorträgen von ihren Lehrkräften und Kommilitonen.

"Das Wendische Haus in Cottbus/Serbski dom w Cho¶ebuzu ist ein wahres Kultur- und Informationszentrum der Sorben in der Niederlausitz", erklärte der stellvertretende Domowina-Geschäftsführer Harald Koñcak. Am 07. 07. fand eine Feierstunde anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Hauses statt, an dem auch der Cottbuser Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt teilnahm.

Den 1. Landseniorentag des Freistaates Sachsen am 07. 07., zu dem 100 Männer und Frauen nach Nebelschütz/Njebjelèicy kamen, wurde vom Ortspfarrer Micha³ Brìzan, dem sächsischen Finanzminister Georg Milbradt und dem Vorsitzenden des Sächsischen Landkuratoriums Arnold Liebers eröffnet. Den Teilnehmern wurde sowohl ein buntes informatives Programm über die Sorben geboten, als auch Möglichkeiten für ein sinnvolles Lebens im Alter aufgezeigt.

Gegen die Abbaggerung des Dorfes Horno/Rogow veranstaltete die Tschechisch-sorbische Vereinigung (Spolek èesko-lu¾ický) am 07. 07. vor der deutschen Botschaft in Prag eine friedlich verlaufende Demonstration. Der Vorsitzende Richard Bígl verurteilte in seiner Ansprache das Wirtschaftswachstum reicher Staaten, das auf der Entwurzelung der Natur beruht. Symbolisch schüttete ein weiteres Mitglied vor den Lobkowitzer Palast als Gabe an das "arme" Deutschland eine handvoll Braunkohle.

Der Demonstrationsteilnehmer Timo Me¹kank aus Berlin erklärte in einem nichtoffiziellen Gespräch dem Botschafter Hagen Lambsdorff den Sinn dieser Aktion. Lambsdorff bedankte sich für den friedlichen Verlauf der Demonstration und versprach, darüber seine Dienststelle in Berlin zu informieren.
"Unter beachtlicher polizeilicher Begleitung begab sich die Demonstration nachmittags ein Uhr vom Wendischen Seminar/Serbski seminar, dem traditionellen Prager Mittelpunkt tschechisch-sorbischer Gemeinsamkeiten, zur Botschaft der Bundesrepublik Deutschland."
"Èesko-lu¾ický vìstník", Praha Nr. 9, September 2000

Zum IX. Internationalem Gemeindefest Nebelschütz/Njebjelèicy vom 07. - 09. 07. kamen 7000 Besucher. "Ich habe in Gesprächen mit ausländischen Gästen in Beziehung mit der Osterweiterung der Europäischen Union weitere Erfahrungen und Anregungen gesammelt", sagte das Mitglied des Europaparlaments Brigitte Wenzel-Perillo (CDU). Mit Kommunalpolitikern aus Polen, Tschechien und Ungarn bestehen bereits gute Kontakte. Das Festprogramm gestalteten vorwiegend Gruppen aus der Lausitz.

Evangelische Sorben aus der Ober-, mittleren und Niederlausitz begingen am 08. und 09. 07. den 54. Sorbischen Kirchentag, der in Milkel/Minaka³ stattfand. Der Sorbische Superintendent Siegfried Albert und Pfarrer Jan Malink feierten die Liturgie, die im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) übertragen wurde.
Begrüßungsworte sprachen im Namen der Domowina der stellvertretende Vorsitzende Dr. Pìtr Brìzan, der Vorsitzende des Cyrill-Methodius-Vereins/Towarstwo Cyrila a Metoda Pfarrer ©æìpan Delan und Landeskirchenrat Harald Brettschneider im Auftrage der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Auf dem Terrain der ehemaligen Mechanischen Werkstätten in Königswartha/Rakecy feierten Gläubige mit dem evangelischen Pfarrer Andreas Kecke und dem katholischen Priester Micha³ Nawka eine ökumenische Andacht am 09. 07. Über die Geschichte dieses Geländes sprachen Zeitzeugen: während der Nazizeit als Munitionsfabrik, in der Frauen aus dem KZ Waldheim schuften mussten, nach dem Weltkrieg wieder als Waffenschmiede aufgebaut.

Mitarbeiter Lausitzer Museen und Heimatstuben tagten auf Einladung der volkskundlichen Sektion der Maæica Serbska am 10. 07. im Haus Mìræin Nowak in Nechern /Dom Mìræina Nowaka w Njechornju. Marko Kowar, stellvertretender Vorsitzender der Maæica-Gesellschaft, sowie die beiden Ausgestalter der Exposition Trudla Malinkowa und Eberhard Kahle berichteten über die Konzeption. Als notwendig für das Haus erweist sich die Gründung eines Vereins, der bestimmte Verantwortungen übernehmen könnte.

Im Ringen um den Fortbestand sorbischer Schulen in den Kreisen Kamenz/Kamjenc und Bautzen/Budy¹in erklärten gemeinsam der Sorbische Rat/Serbska rada des sächsischen Parlaments und der Sorbische Schulverein/Serbske ¹ulske towarstwo: Alle sorbischen Mittelschulen sollen bis zum Jahre 2005 bestehen bleiben, denn erst dann können die Ergebnisse des WITAJ-Projekts beurteilt werden. Referatsleiterin im sächsischen Kultusministerium sagte gegenüber der Zeitung "Serbske Nowiny" (11. 07.): "Eine sorbische Mittelschule im Kreis Kamenz würde genügen."
Die Vorsitzende des Sorbischen Rates, Marja Micha³kowa äußerste dagegen: "Wir brauchen politische Entscheidungen, damit den Mittelschulen die Eingleisigkeit zugestanden wird."

Das Sorbische Nationalensemble/Serbski ludowy ansambl traf am 11. 07. von einer Tournee durch Weißrussland und Polen wieder in Bautzen/Budy¹in ein. In Witebsk begeisterten sie auf einem internationalen Festival Tausende von belorussischen Zuschauern.

"An einem schönbemalten Sonntag", eine Gedichtsammlung von Kito Lorenc, erschien am 11. 07. im österreichischen Verlag Edition Tanhäuser. Die einmalige, limitierte Auflage wurde gefördert vom österreichischen Bundeskanzleramt.

Im sächsischen Landtag waren sich in einer Debatte am 13. 07. alle Fraktionen (CDU, SPD, PDS) einig, dass die Bundesregierung die Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud weiterhin mit 16 Millionen Mark unterstützt. Für die CDU sprachen Marko ©iman und Dr. Uwe Grüning, für die PDS Hajko Kozel und für die SPD Dr. Karl-Heinz Kunckel. Minister Hans Joachim Meyer (CDU) bekräftigte, dass die Regierung weiterhin um die 16 Millionen vom Bund kämpfen wird, denn die Aufgaben der Stiftung werden nicht in Frage gestellt.

Am 15. 07. strahlte der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg das 100. Fernsehprogramm in sorbischer Sprache aus. 1992 erschien zum ersten Mal der Programmtitel "£u¾yca". Seit Beginn arbeitet für diese Sendung der Schriftsteller und Publizist Jurij Koch, der zu seiner Erfahrung sagte: " .. hier ist das sorbische Fernsehen Bestandteil des öffentlichen Lebens." Umfragen ergaben, dass 30000 Zuschauer die einzelnen Sendungen verfolgen. Die Technik (B-Kanal) ermöglicht den Empfang des Programms auch in deutscher Sprache.

Zum dritten Mal feierten im Spree-Neiße -Kreis die Tanz- und Folkloregruppen ihr Fest. 180 Mitwirkende gestalteten am 15. und 16. 07. ein buntes Programm, in dem auch das Dorfensemble aus Sielow/®ylow und die Singegruppe "Dundalija" aus Heinersbrück/Most auftraten.

"Der Tagesspiegel" (16. 07.) berichtete über die Forschungen des Berliner Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, das seit etwa einem Jahr ein gegenüber der deutschstämmigen Bevölkerung womöglich häufigeres Auftreten von Bluthochdruck untersucht, was die Zeitung zur folgenden Artikelüberschrift bewog: " Hoher Blutdruck - typisch für Sorben?"

56 Teilnehmer aus 18 Ländern konnte das Sorbische Institut Bautzen/Serbski institut Budy¹in für den Ferienkurs für sorbische Sprache und Kultur aufnehmen (35 Bewerbern musste aus technisch-organisatorischen Gründen abgesagt werden). Der dreiwöchige Lehrgang begann am 18. 07. Die Studenten, jüngere und ältere Wissenschaftler und Kulturschaffende wurden am selben Tag auch vom Vorsitzenden der Domowina Jan Nuk herzlichst begrüßt.

"Ich habe festgestellt, dass unsere Abgeordneten und Mitarbeiter in unseren Ämtern im zunehmenden Maße die Zweisprachigkeit akzeptieren und dass ich schon nicht mehr so oft höre: ´Die Amtssprache ist Deutsch, wenn sie was wollen, so halten sie sich daran.´" Kerstin Kossack, Verantwortliche für sorbische Angelegenheiten im Spree-Neiße-Kreis, antwortete mit diesen Sätzen auf die Frage eines Pressevertreters, wie es um die Gleichberechtigung der sorbischen Sprache bestellt ist.
Das Interview wurde in den "Serbske Nowiny" vom 20. 07. veröffentlicht.

Ein Benefiz-Spiel des FSV Budissa Bautzen und einer Auswahl sorbischer Fußballspieler aus dem Kreis Kamenz/Kamjenc in Crostwitz/Chrósæicy, zu dem der Cyrill-Methodius-Verein /Towarstwo Cyrila a Metoda am 22. 07. eingeladen hatte, erbrachte 1000 Mark für eine Spende nach Bosnien.

Die "Sächsische Zeitung" (21. 07.) berichtet über die japanische Sprachwissenschaftlerin Keiko Mitani (Universität Kyoto), die an einem japanisch-sorbischen Wörterbuch arbeitet, der in einer Auflage von 4000 Exemplaren in Japan erscheinen soll.

Die Bundesvorsitzende der CDU Angela Merkel, die am 20. 07. in Bautzen/Budy¹in zu einem CDU-Sommerfest weilte, sagte in einem Interview mit den "Serbske Nowiny": "Ich meine, der Schutz der nationalen Minderheiten - und der Sorben insbesondere - ist eine wichtige Angelegenheit. Die finanzielle Förderung darf nicht unter eine kritische Grenze fallen. Dabei bin ich mir bewusst, dass die CDU nicht allzu viel für die Sorben getan hat. ... Ich erinnere mich noch sehr gut an die Gründung der Stiftung für das sorbische Volk 1991 in Lohsa. Ich vertrat damals die Bundesregierung."
Interview in sorbischer Sprache in "Serbske Nowiny" 25. 06.

Ministerpräsident Manfred Stolpe weilte am 24. 07. in Cottbus/Cho¶ebuz zu einem Arbeitstreffen mit Vertretern der Domowina. Im Gespräch mit dem Domowina-Vorsitzenden Jan Nuk , den beiden Geschäftsführern Bjarnat Cy¾ und Harald Koñcak versprach M. Stolpe weitere Aktivitäten, die die Aufgabenerfüllung der sorbischen Stiftung absichern sollen. Für ihn ist die Existenz der Sorben/Wenden nicht nur eine Frage von Sachsen und Brandenburg, sondern auch eine Angelegenheit der Bundesregierung. Auch die sorbischen Vertreter bewerteten das Gespräch als sehr konstruktiv, obwohl der Gast die beabsichtigte Kürzung der Mittel aus Brandenburg für die Stiftung nicht zurücknahm.

Die Mittelständische und wirtschaftliche Vereinigung der CDU im Kreis Bautzen/Budy¹in und Bund sorbischer Handwerker und Unternehmer/Zwjazk serbskich rjemjeslnikow a pøedewzaæelow werden in Zukunft gemeinsame Projekte fördern. Dies ist das erste Ergebnis einer Besprechung (27. 07.) zwischen den beiden Vorsitzenden Heiner Schleppers und Monika Cy¾owa.

Als einen Auftrag der Gesetzgeber des Bundes und der Länder bezeichnete der Bundespräsident Johannes Rau die Förderung der sorbischen Sprache und Kultur. Nicht der Bundespräsident ist für die Zuteilung der Gelder verantwortlich. Diese Aussagen beinhaltet ein Brief von J. Rau (vom 28. 07.) an den Domowina-Vorsitzenden Jan Nuk.

Das neue Lehrbuch "Obersorbisch im Selbststudium", das Anfang Juli im Domowina-Verlag/Ludowe nak³adnistwo Domowina erschien, ist auch für Autodidakten gedacht. "Wir haben einen kompletten Lösungsschlüssel zu allen Übungen", erklärte der Mitautor Dr. Edward Wornar vom Sorbischen Institut/Serbski institut. Ausschlaggebend für die Entwicklung des Buches war die große Nachfrage seit Beginn der neunziger Jahre. Eine CD-begleitet die Texte.



August [oben]

Der Vorsitzende des brandenburgischen Rates für sorbische Angelegenheiten, Harald Koñcak erhob am 04. 08. Vorwürfe gegen die rot-grüne Bundesregierung und gegen die Landesregierung. Die Kürzung der Mittel für sorbische Institutionen stelle eine Wortbrüchigkeit der SPD dar. Es gibt keinen Vergleich mit der Förderung der Dänen in Schleswig-Holstein, die allein im Bildungsbereich dem Bund, Land und Dänemark 90 Millionen Mark wert ist.

Das Malteser- Krankenhaus in Räckelwitz/Worklecy wurde am 02. 08. geschlossen. Vor fast 100 Jahren hatte Gräfin Monika diese Anstalt für die sorbische Bevölkerung gestiftet. Die Patienten wurden in das neue Krankenhaus in der Kreisstadt Kamenz/Kamjenc eingewiesen.

"Die Minderheiten fordern die Konzepte der Mehrheiten heraus", lautet ein internationales Forschungsthema, zu dem der Franziskaner-Orden mit Sitz in Bonn nach Bautzen/Budy¹in eingeladen hat, wo die Domowina Gastgeber (07. 08.) war. Pater Davis aus Indien, der für die Minderheit der Ureinwohner des Landes, der Adivasis, spricht, studierte die Verhältnisse in der Lausitz. Beeindruckt waren die Seminarteilnehmer von den Protestaktionen gegen die Abbaggerung der Dörfer, bei der jährlich eine Linde gepflanzt wird. Diese Gruppe reiste weiter nach dem rumänischen Bacau, nach Graz und Wien und trifft sich nächstes Jahr in Indien.

Der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk, der Ortsgruppenvorsitzende Jan Pawlik und weitere Personen hatten die Bundestagsabgeordnete Barbara Wittig (SPD) nach Radibor/Radwor zu einem Informationsbesuch eingeladen. Sie besuchte am 07. 08. das Unternehmen Schmidt-Reisen, den katholischen Kindergarten, eine Arztpraxis und legte an den Gedenkstätten für die im KZ verstorbenen Marja Grólmusec und Alojs Andricki einen Blumenstrauß nieder.

Eine religiöse Woche für sorbische Kinder veranstaltete der Sorbische evangelische Verein/Serbske ewangelske towarstwo vom 14. 08. in Herlíkovice (ÈR), die von Pfarrer Jan Malink, Hana Wiæazowa und Vereinsvorsitzenden Mìræin Wirth geleitet wurde.

100 Jugendliche aus sorbischen katholischen Gemeinden begaben sich gemeinsam mit 150 weiteren Jungen und Mädchen aus dem Bistum Dresden-Meißen zum Weltjugendtreffen nach Rom. Sie besuchten mehrere Städte im Gastland. Höhepunkt war die hl. Messe am 19. 08. mit dem Papst.

In einer Antwort auf den Artikel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (vom 10. 08.) unter der Überschrift "Von den Bretonen lernen. Wie das kleine Volk der Sorben versucht, seine Sprachen wieder lebendig werden zu lassen" widerlegt Hans Lindemann aus Köln in der Zeitung (26. 08) mehrere Thesen des Verfassers Frank Pergande. "Es stimmt auch nicht, dass ´die Sorben zu wenige sind, um eine politische Interessenvertretung aufbauen zu können, wie sie etwa die dänische Minderheit in Schleswig hat.´ Tatsache ist, dass nicht mehr Dänen im Bundesland Schleswig-Holstein als Sorben in der Ober- und Niederlausitz leben. Dass die in Schleswig-Holstein lebenden Dänen seit 1958 immer im Landtag vertreten sind, hat andere Gründe. ... Bestünden dort [bei den Sorben - M. V.] ähnliche Verhältnisse, wie für die Dänen in Schleswig-Holstein, hätte gleich nach den ersten freien Wahlen auch ein Sorbe in den Landtag von Brandenburg einziehen können ..."

Der Nestor der sorbischen Schriftsteller Jurij Brìzan veröffentlichte in den "Serbske Nowiny" 15. 08. einen exklusiven publizistischen Beitrag, in dem er eine ernsthafte Erneuerung des öffentlichen sorbischen Lebens einfordert; u. a. schrieb er: "Wir brauchen eine Domowina, wie sie Pawo³ Nedo gegen die damalige Gefahr aufgebaut hatte."
Wortlaut des sorbischen Textes in "Serbske Nowiny" vom 15. 08.

In den folgenden Tagen äußerten mehrere Sorben in der Zeitung ihre Zustimmung wie auch ihre Gegenmeinungen zu Ansichten des Schriftstellers.

Sorbische Erntefeste wurden am Wochenende (19./20. 08.) in mehreren Dörfern und in Cottbus/Cho¶ebuz gefeiert. Mehr als 600 Besucher kamen nach Drachhausen/Hochoza, um hier den 20 Reitern im Wettstreit um den Hahnenkopf (sorbisch: ³apanje kokota) beizuwohnen. Am 20. 09. fand ebenfalls in diesem Ort ein "zentrales" Hahnrupfen statt, an dem 20 Sieger aus den umliegenden Dörfern teilnahmen und um den Titel "Wendischer Erntekönig der Niederlausitz" (sorbisch: Serbski kokotowy kral Dolnjeje £u¾ycy) ritten.

Sorbische Folk-Musik erklang am 19. 08. in Cottbus/Cho¶ebuz auf dem 5. Folk-Musik-Fest. Dargeboten wurde sie von der Gruppe "Swingko-Winko", zu der Køesæan "James" M³ynk, Matthias Kießling, Alexander Kalinski und Sigurt Noak gehören. "Diese Musikform ist ein Experiment. ... Sorbische Folk-Musik ist etwas Besonderes, warum sollten dies die Zuhörer nicht erleben?", sagte der Leiter "James" M³ynk.

Die sächsische Staatsregierung will prüfen, inwieweit es möglich ist, die sorbische Sprache in die Bildungs- und Weiterbildungsprogramme und Maßnahmen einzubeziehen. Des weiteren soll nach besseren Lösungen für eine deutsch-sorbische Beschriftung in der Lausitz gesucht werden. - Dies ist das Ergebnis eines Gesprächs der Mitglieder des Sorbischen Rates beim Parlament des Freistaates Sachsen und dem Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Dr. Wolfgang Vehse am 22. 08. in Dresden.

Auf ihrer Reise durch Deutschland besuchte die Königliche Hoheit Dr. Maha Chakri Sirindhorn aus Thailand am 23. 08. Bautzen/Budy¹in, die sich den Dom und das Sorbische Museum Bautzen/Serbski muzej Budy¹in ansah und die Möglichkeit nutzte, weitere Exponate für ihre Ostereisammlung zu erstehen. Jan Nuk informierte den Gast über das Leben der Sorben in der Region.

Mitglieder des Sorbischen Beirates des Stadtparlaments Bautzen/Budy¹in erklärten am 23. 08., dass die zweisprachige Beschilderung öffentlicher Einrichtungen für die Bautzener Stadtverwaltung als Normalität gelten sollte. Die Statuten der Stadt besagen zudem, dass die öffentlich dokumentierte Zweisprachigkeit eine Angelegenheit von hervorragender Bedeutung ist.

Die sorbische Mittelschule Panschwitz-Kuckau/Panèicy-Kukow erhielt im EU-Programm "Comenius - Leben in zweisprachigen Gegenden" - als Partnerschulen drei aus Österreich und eine aus Ungarn zugewiesen. Alle Einrichtungen sind zweisprachige Bildungsstätten, in denen zusätzlich jeweils eine slawische Sprache gelehrt wird. In einem Pressegespräch am 24. 08. teilte die Direktorin Jadwiga Èi¾ankowa mit, dass im vergangenen Schuljahr gute Erfahrungen mit dem neuen Lehrmodell gesammelt wurden: Sechs sorbisch-muttersprachliche Schüler und 15 Schüler des ehemaligen B-Zuges wurden als eine gemeinsame Klasse unterrichtet.

Bei seinem Besuch der Stadt Görlitz am 25. 08. wurde Bundeskanzler Gerhard Schröder durch sorbische Fahnen und Transparente darauf hingewiesen, dass die Lausitz eine Brücke zu dem östlichen Nachbarn darstellt. Sorbische Studenten hatten sich in die Reihen der begrüßenden Bevölkerung eingereiht. Zu dem Besuch in Görlitz sagte der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk: "Wir alle erhoffen uns vom Besuch neue Impulse für die Lausitzer Wirtschaft." Zugleich bedauerte er, dass der Bundeskanzler nicht nach Bautzen kam, obwohl die Domowina ihn eingeladen hat.

Nach mehrjähriger Zusammenarbeit unterzeichneten am 27. 08. der Bürgermeister der polnischen Stadt Namys³ow Kristof Kochaczyñski, der Bürgermeister der tschechischen Stadt Hluèín Petr Adamec und der Bürgermeister der Gemeinde Nebelschütz/Njebjelèicy Toma¹ Èornak einen Partnerschaftsvertrag, der den Austausch von Kinder- und Jugendgruppen sowie Kulturgruppen fördern soll.

Zum Dorffest in Burg-Spreewald/Borkowy, zu dem am Wochenende (25.-27. 08.) an die 38 000 Besucher kamen, äußerte sich der Bürgermeister Mìto ©myt: "Den Erfolg des Festes sehe ich in erster Linie darin, dass die Pflege der sorbischen/wendischen Traditionen überzeugend dargestellt wurde und dass ihr Wert im gesellschaftlichen Leben zunimmt."

An den sorbischen Schulen gibt es zu wenig Lehrer, die die sorbische Sprache beherrschen. Dadurch wird die zweisprachige Bildung in diesen Einrichtungen gehemmt. Dies stellte der Rat für sorbische Angelegenheiten Sachsens unter der Leitung ihrer Vorsitzenden Marja Micha³kowa auf ihrer Tagung am 28. 08. fest. Die Stellungnahme und die Forderungen für eine diesbezügliche Lehrerweiterbildung wurde der Vorsitzenden des Ausschusses für Schulen und Sport im Landtag Sachsen, Rita Henke, übermittelt.

Detlef Witt, Leiter des Kraftwerks Jänschwalde/Jan¹ojce: "Die Landeskirche Berlin-Brandenburg unterstützt die Gemeinde Horno/Rogow bei ihrem Kampf gegen die Abbaggerung. ... Aber ich bin bekennender Christ und bin verantwortlich für meine Mitarbeiter, und damit habe ich das Recht, das Verhalten der Amtskirche anzugreifen. ... Es gibt keine Aktivität der Landeskirche, sich mit den Sorgen der Arbeitnehmer der Tagebaue und des Kraftwerkes zu befassen." Dies schreibt Detlef Witt in der Lausitzer Rundschau vom 28. 08.

Jadwiga Le¹awic aus Radibor/Radwor stellte in der Sorbischen Kulturinformation/Serbska kulturna informacija in Bautzen/Budy¹in vom 30. 08.-25. 10. ihre Werke - in der Mehrzahl Aquarelle - vor. Lehrer und Vorbilder für die Amateurkünstlerin waren die Maler Jan Buk und Ehrhard Gassan.

Eltern, deren Kinder den WITAJ-Kindergarten in Rohne/Rowno besuchen, hatten sich dazu entschlossen, an der Schule in Schleife/Slepo in einer Klasse unterrichten zu lassen, in der erworbene sorbische Sprachkenntnisse weiterentwickelt werden. Silwija Zajcowa, Lehrerin für Sorbisch, ist über diesen Entschluss erfreut, wenn auch sie neue Wege des Unterrichts beschreiten soll, sagte sie gegenüber den "Serbske Nowiny" am 31. 08.

Ende August eröffnete das Lübbenauer Spreewald-Museum seine neuste Exposition: Alte Bilder aus dem Spreewald. "Unsere Exposition zeigt, wie man damals [im 19. Jahrhundert] im Spreewald lebte", sagte die Museumsleiterin Christel Lehmann-Endersowa. In der Ausstellung sind 70 Bilder und historische Landkarten und Bauwerke aus der Zeit nach der Gründung des Kaiserreichs zu sehen.

Das Sorbische Dorfensemble Höflein/Serbski wjesny ansambl Wudwor trat im August in Siebenbürgen/Rumänien auf, wo das II. Internationale Folklorefestival zu Ehren des hl. I¹tvan veranstaltet wurde.

In Bratislava erschien in der Edition "Èasopis pre mladu literaturu a umìni - Dotyki" eine Anthologie junger sorbischer Literatur, die sich an der tschechischen Ausgabe "Na druhe strany slùnce" von Milan Hrabal orientiert hatte.



September [oben]

Ein Hornoer Bürger hat vor dem Verwaltungsgericht Cottbus/Cho¶ebuz gegen die Abbaggerung seines Waldgrundstücks geklagt und Recht bekommen. Der Bagger musste stoppen. Das führte zu einem Mahncamp der Bergleute des Tagebaues Jänschwalde/Jan¹ojce, die der Bundeskanzler am 01. 09. besuchte. Der "Lausitzer Rundschau" zufolge sagte Kanzler Schröder: " Ich bin an der Seite derer, die den Tagebau weiter betreiben wollen und weiter betreiben müssen."
Die Horno-Allianz forderte vom Kanzler, dass er sich auch "für die Bewohner der von Abbaggerung bedrohten Gemeinde Horno am Tagebau Jänschwalde einsetzt."
Hornoer Bürger haben Beschwerde bei den Verfassungsgerichten in Karlsruhe und Potsdam gegen die Genehmigung für den Tagebau Jänschwalde/Jan¹ojce eingereicht.
Das Oberverwaltungsgericht Frankfurt (Oder) hob am 20. 09. den Stopp des Tagebaues vor dem Hornoer Berg auf. Dadurch hat das Gericht das Urteil des Cottbuser Verwaltungsgerichts aufgehoben, das der Lausitzer Braunkohle AG (Laubag) untersagte, ein Waldgrundstück gegen den Willen des Eigentümers in Anspruch zu nehmen.

81 Jugendliche wurden zum Schuljahresbeginn in das Sorbische Gymnasium Cottbus/Serbski gymnazij Cho¶ebuz aufgenommen. "Die sorbischsprachige Atmosphäre wird an unserer Schule verstärkt," erklärte der Direktor Juro Gero. Die Zahl der Schüler mit sorbischen Sprachkenntnissen wächst zwar, aber das Interesse an der Sprache muss gefördert werden.
Dr. Fryco Libo, Vorsitzender des Domowina-Regionalverbandes Niederlausitz/Domowinska ¾upa Dolna £u¾yca, teilte in diesem Zusammenhang mit, das die Fachschule Wildau in der Studienrichtung Verwaltung/Recht den zukünftigen Beamten die Möglichkeit bietet, an einem Lehrgang für Sorbisch teilzunehmen. Dies teilte er den "Serbske Nowiny" vom 01. 09. mit.
In der Schule Sielow/®ylow werden von 31 ABC-Schützen sechs intensiv nach dem WITAJ-Konzept unterrichtet - sieben Schulstunden in der Woche. Für sie war der Besuch des WITAJ-Kindergartens dafür die Grundlage.
Im vergangenen Schuljahr nahmen im Land Brandenburg 1580 Schüler am Sorbischunterricht teil.

Auf eine parlamentarische Anfrage antwortete der Justizminister der Landesregierung Brandenburg Kurt Schelter, dass der verfassungsmäßige Schutz ethnischer Gruppen im Grundgesetz verbessert werden sollte. ("Serbske Nowiny" vom 04. 09.)

Der sächsische Kultusminister Dr. Matthias Rößler empfing am 04. 09. eine Delegation der Jugendredaktion der sorbischen Tageszeitung und Studenten. "Studieren sie Pädagogik und ich verspreche ihnen Arbeitsplätze," sagte er zu den jungen Sorben. Die Gesprächspartner des Ministers äußerten ihre Meinungen zur sorbischen Sprache, zum WITAJ-Projekt und anderen Problemen, die ihm bei der Beurteilung der Lage helfen könnten.

Das erste Heft des Almanachs "Wuhladko" ("Ausblick"), den Ró¾a Doma¹cyna im Auftrag des Domowina-Verlages/Ludowe nak³adnistwo Domowina herausgab, erschien am 07. 09. Die Neuerscheinung veröffentlicht Literatur aus acht Sprachen in obersorbischer Übersetzung.

Die Leiterin des Stadtmuseums Bautzen/Mì¹æanski muzej Budy¹in Ophelia Hrjehorjowa gab am 07. 09. in einer Pressekonferenz bekannt, dass die Sammlung der Kinderbücher von Oskar Roesger aus Bautzen, wieder dem Museum übergeben wurden. Das älteste Kinderbuch stammt von Pfarrer Chry¹a ©lenkar aus Purschwitz/Por¹icy, das 1722 in Bautzen/Budy¹in gedruckt wurde.

Der Staatssekretär im Bundeskanzleramt Uwe-Karsten Heye und der Vorsitzende des Zentral-rates der Juden in Deutschland Paul Spiegel bedankten sich in einem Brief den sorbischen Schriftstellern Jurij Koch, Benedikt Dyrlich und dem Domowina-Vorsitzenden Jan Nuk dafür, dass sie der Gesellschaft "Gesicht zeigen" beigetreten sind. ("Serbske Nowiny" vom 08. 09. )

Als ein Tag der sorbischen Kultur im Rahmen der sächsischen Woche auf der Expo 2000 in Hannover kann der 08. 09. bezeichnet werden. Der Chor "Budy¹in" trat zuerst zur Eröffnungs-veranstaltung der Woche auf und gestaltete dann ein einstündiges Programm unter der Leitung von Micha³ Janca. Auch der Trachtenverein aus Bröthen/Drastowe towarstwo Brìtnja sowie die Musikergruppe aus Königswartha/Rakecy repräsentierten die sorbische Kultur.

Teilnehmer des ersten Kongresses slawischer Jugend im jugoslawischen Arangelowac (08. - 10. 09.) war auch Hajko Kozel, PDS-Abgeordneter im sächsischen Landtag. 50 Delegierte aus 8 Ländern diskutierten über Zusammenarbeit. In einer Resolution protestierte der Kongress gegen die Kürzung staatlicher Mittel für die sorbische Sprache und Kultur seitens der Bundesregierung.

Die Jubiläumsfeier "775 lìt Chrósèanskeje wosady" ("775 Jahre Pfarrgemeinde Crostwitz") gestalteten die Gemeindemitglieder und ihre Gäste (über 1000 Besucher) zu einem großen Kulturfest am 09. und 10. 09. "Mir hat das Fest die Hoffnung gegeben, dass die Menschen, die hier wohnen, der Kirche und dem sorbischen Volk treu bleiben," sagte Pfarrer Clemens Hrjehor.

Das Musical "Der Zauber des Guten" (Text und Musik Johannes Leu), das über den bekannten sorbischen Zauberer Krabat berichtet, wurde am 09. 09. in Groß Särchen/Wulke ®d¼ary von einer Dorfgruppe uraufgeführt. In diesem Ort hatte Krabat, der kroatische Offizier Johann von Schadowitz, gelebt.

Das Sächsische Staatsarchiv Leipzig übergab am 11. 09. dem Landeskirchlichen Archiv der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen Archivalien der Wendischen Prediger-gesellschaft Sorabia/Serbske prìdarske towarstwo Sorabija, gegründet 1716. Am feierlichen Akt beteiligten sich u. a. der Sorbische Superintendent Siegfried Albert, der Vorsitzende des Sorbischen evangelischen Vereins/Serbske ewangelske towarstwo Mìræin Wirth und der Direktor des Sorbischen Instituts Prof. Dr. Dietrich Scholze.
Über die Geschichte der als verschollen geltenden Akten siehe in "Pomhaj Bóh",
Ausgabe Oktober 2000

Das Sorbische Kindertheater Bautzen/Serbske d¼ìæace d¼iwad³o Budy¹in trat im Rahmen des tschechischen Festivals "Jièín - eine Märchenstadt" (11. - 16. 09.) mit seiner Inszenierung "Kuz³arski kob³uk" ("Der Zauberhut") von Jìwa-Marja Èornakec auf.

Ein neuer Radweg unter dem Titel "Sorbische Impressionen" wurde am 13. 09. der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Gebietsgemeinschaft "Heide und Teiche im Bautzener Land e.V." hatte das Konzept erarbeitet: Die Route führt vom Schulmuseum "K. A. Kocor" in Wartha/Stró¾a, zur Bockwindmühle in Luga/£uh , nach dem Fischereihof Kleinholscha/Ma³y Hole¹ow, zum Sakralen Museum in Radibor/Radwor bis zu den Wiesenteichen in Caßlau/Koslow.

Eine Gruppe friesischer Lehrer erörterte am 15. 09. mit Pädagogen der Schule "Micha³ Hórnik" in Räckelwitz/©ula "Micha³ Hórnik" Worklecy Probleme der zweisprachigen Erziehung.

Im Rahmen der dritten Veranstaltung "Markt und Musik zwischen Heide und Teichen" in Wartha/Stró¾a (16. 09.), zu der 3000 Besucher kamen, erklang in einem Konzert des Baumann- Streichquartetts der Sächsischen Staatskapelle die neue Komposition "Wódny mu¾" ("Der Wassermann") von Hinc Roj. "Das Fest in Wartha/Stró¾a hat einen eigenständigen Regional- und besonders auch einen sorbischen Charakter," sagte der Kreisvorsitzende der Domowina Bautzen/¾upan Budyskeje ¾upy Mìræin ©koda.

Eine Ausstellung über das Hannoversche Wendland wurde am 19. 09. im Zejler-Smoler-Haus in Lohsa/Dom Zejlerja a Smolerja we £azu eröffnet. Der Stadtarchivar und Heimatforscher von Lüchow Dr. Karl Kowalewski sprach zur Eröffnung über die Geschichte des Wendlandes, wo vor 200 Jahren die Sprache des dortigen slawischen Volksstammes ausstarb.

Das sorbische Ensemble des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters/Nìmsko-Serbske ludowe d¼iwad³o führte am 20. 09. das Stück "Harold a Maude" (deutsche Fassung bekannt als "Ich liebe Dich, ich liebe Dich") von Colin Higgins auf.

Die Teilnehmer - Delegierte und Gäste - der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes der Domowina Kamenz/ ¾upa Kamjenc "Micha³ Hórnik" protestierten am 21. 09. gegen die geplante Schließung der Mittelschule in Crostwitz/Chrósæicy . " Die Schließung der Schule wäre verhängnisvoll für unser Volk, für unsere Sprache und Kultur."

An den 8. Bautzener Unternehmertagen (22.- 24. 09.) beteiligte sich in diesem Jahr der Bund sorbischer Handwerker und Unternehmer/Zwjazk serbskich rjemjeslnikow a pøedewzaæelow.

Das 6. Rundfunkkonzert sorbischer Musik des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB) gestalteten Schüler und Absolventen des Cottbuser Konservatoriums am 23. 09. in der Verantwortung von Lubina ®urowa und Ulrich Pogoda. Prof. Kathinka Rebling von der Fachschule "Lausitz" meinte, dass dieses Konzert ein wichtiges und unersetzliches Programm zur Wahrung und Entwicklung der sorbischen Musik darstellt.

Zu einem Treffen der sorbischen Tanz- und Trachtengruppen aus der Region um Hoyerswerda/Wojerecy hatte am 23. 09. der Verein zur Förderung der kulturellen dörflichen Gemeinschaft Zeißig geladen. Das Fest zeigte erneut, dass die Dörfer rund um Hoyerswerda/ Wojerecy eine reiche kulturelle Tradition haben, die es unbedingt am Leben zu erhalten gilt.

Ab dem 26. 09. wird eine Kindergruppe im Kindergarten in Bergen bei Hoyerswerda/ Hory pola Wojerecy in sorbischer muttersprachlicher Bildung unterrichtet. Der Bürgermeister Dietmar Korn freut sich über die Möglichkeit, dass die in Bautzen lebende Kindergärtnerin Borbora Kralowa eine gute Bildung ermöglicht.

Über die Bedeutung der Brüdergemeinde für die Sorben sprach am 26. 09. in Kleinwelka/Ma³y Wjelkow Pfarrer Jan Malink. Die von Graf Zinzendorf eingerichtete Brüdergemeinde war praktisch die erste Bildungseinrichtung für erwachsene Sorben.

Der Hamburger Professor für öffentliches Recht und Völkerrecht Stefan Oeter riet in einem Vortrag am 26. 09. vor den Bundesvorstandsmitgliedern der Domowina zu überlegen, ob sich die sorbische Organisation nicht um den Status einer öffentlich-rechtlichen Vertretung der Sorben bemühen sollte.

Die alljährlich erscheinenden "Herrnhuter Losungen" wurden für das Jahr 2001 zum ersten Mal auch in sorbischer Sprache ("Ochranowske hes³a") vom Sorbischen evangelischen Verein/Serbske ewangelske towarstwo und dem Domowina-Verlag/Ludowe nak³adnistwo Domowina in der Bearbeitung von Hinc ©o³ta und Jens Buli¹ herausgegeben. Damit ist die sorbische Sprache die 47., in der die Losungen übersetzt werden. Die feierliche Übergabe der ersten Exemplare durch den Verlag erfolgte am 28. 09.

Das Buch des Schriftstellers Jurij Brìzan "Èorny m³yn" ("Die schwarze Mühle") ist in bretonischer Sprache (Auflagenhöhe 500 Exemplare) erschienen. Jakez Konan hat das Werk aus der deutschen Sprache übertragen. "Wir wollen das Buch auch in den Schulunterricht mit einbeziehen," sagte der Lehrer Robert Pellen, Initiator der Übersetzung.

Zu einer "Krabat"-Mühle am Teufelsstein in Schwarzkollm/Èorny Cho³mc wird die Gemeinde
ein Gehöft ausbauen. Die Ortsvorsteherin Gertrud Wincarjowa bemüht sich um die notwendigen finanziellen Mittel. Krabat, der "gute sorbische Zauberer" ("du¹ny serbski kuz³ar") soll hier beim "schwarzen Müller" gelernt haben.
Siehe dazu auch unter Groß Särchen vom 09. 09.



Oktober [oben]

"£oka¶ina - Lieder aus dem Spreewald" erschienen auf einer CD, die ein Frauenquartett einspielte. Geleitet wird die Gruppe von Christel Lehmann-Endersowa, Direktorin des Lübbenauer Museums. Seit Anfang Oktober wird die CD u. a. in der Sorbischen Kulturinfomationen LODKA/Serbska kulturna informacija LODKA in Cottbus/Cho¶ebuz angeboten.

Der Nepila-Verein in Rohne/Rowno lud am 01. 10. zum 1. Hoffest ein. Im Dorf und in der Umgebung ist der sorbische Halbbauer und Volksschriftsteller Hanzo Nepila (1761-1856) noch in lebendiger Erinnerung.

Seit Oktober 1990 strahlt der Mittleldeutsche Rundfunk (MDR), Serbski rozh³ós, wochentags das Programm "Nabo¾ne s³owo k dnjej" ("Religiöses Wort zum Tag") aus. Acht Monate des Jahres gestalten die dreiminütige Sendung die katholischen, vier Monate die evangelischen Gemeinden. Der bischöflich Beauftragte für die katholischen Sendungen Monsignore Mìræin Salowski würdigte in einem Beitrag im "Katolski Poso³" (01. 10.) die Bereitschaft der Gläubigen für dieses Engagement.

Der 10. Jahrestag der deutschen Einheit wurde in den Dörfern der Lausitz mit zahlreichen Festen begangen. Zum zentralen Festakt der Bundesregierung am 03. 01. in Dresden war auch der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk eingeladen.

Das Interesse der Touristen an der gesamten Lausitz ist im ersten Halbjahr 2000 im Vergleich mit den ersten Monaten des Jahres 1999 gestiegen. Der Touristenverband Oberlausitz/ Niederschlesien hat zum Beispiel gemeinsam mit dem Partner aus der Niederlausitz einen Radwanderweg entlang der Spree erstellt - von der Quelle am Kottmar bis nach Berlin, teilte der Vorsitzende Mìræin Nowak am 05. 10. in Bautzen/Budy¹in mit.

Mit "Bortkas, Haube und Zylinder - Kopfbedeckungen in der sorbischen Tracht" beschäftigt sich die am 06. 10. eröffnete Ausstellung des Vereins zur Pflege der Regionalkultur der mittleren Lausitz im Trachtenhaus Jatzwauk/Wjac³awkec drastwowy dom in Hoyerswerda/Wojerecy. Die Stadtverwaltung und die Sparkasse Westlausitz unterstützten die Exposition.

Mit den Veranstaltungen in Bautzen/Budy¹in und Rauden/Rudej begann am 07. 10. die diesjährige Reihe der sorbischen Herbstkonzerte, die von Laienchören gestaltet werden. Die Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud hatte bis Ende November 18 Konzerte organisiert, an denen 1494 Besucher teilnahmen. Mit dem Programm "Wìnc nowych delnjoserbskich spìwow/Kranz neuer niedersorbischer Lieder" von Detlef Kobjela trat die Vereinigung niedersorbischer Kinderchöre unter der Leitung des Komponisten auch in dem von der Abbaggerung bedrohten Dorf Horno/Rogow auf.

Die Charta über Grundrechte in der Europäischen Union wurde in einer gemeinsamen Resolution der Föderalistischen Union europäischer Volksgruppen (FUEV) und der Gesellschaft für bedrohte Völker kritisiert, da in ihr die Minderheitenrechte nicht berücksichtigt werden. Dadurch werden die sprachlichen und kulturellen Besonderheiten von 14 Prozent der Bevölkerung in der Europäischen Union ignoriert, erklärte der Vizepräsident der FUEV Dr. Ludwig Ela auf einer Tagung am 07. 10. in Strasbourg.

Die polnische Zeitschrift "Polytika" veröffentlichte am 07. 10. eine umfangreiche Reportage über das Leben in der Lausitz. Kritisch beobachtete der Redakteur Mariusz Urbanek die Situation der Sorben. "Im vereinigten Deutschland ersetzt die Ökonomie die Ideologie, aber die Zahl der Sorben sinkt genau so schnell," resümierte der Journalist.

Die in Leipzig lebende sorbische Schriftstellerin Angela Stachowa stellte Schülern ihr neuestes Kinderbuch "Jank ze ¾o³tym k³obukom" ("Jank mit dem gelben Hut") vor. Die erste Lesung fand am 10. 10. an der Grundschule in Crostwitz/Chrósæicy statt.

Auf Einladung des Instituts der südtiroler Volksgruppe weilten der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk und der Geschäftsführer Bjarnat Cy¾ vom 10.- 12. 10. in Bolzano/Italien.
"Auf ihrer viertägigen Reise durch Südtirol konnte eine Delegation der westslawischen Minderheit im Nordosten Deutschlands Anregungen sammeln, um die Lage ihres Volkes zu verbessern. ... Gerade in den ladinischen Tälern... bekamen sie Anregungen, wie sich eine kleine Minderheit behaupten kann. Das Modell der ladinischen Schule und das Ladinische als Verwaltungssprache soll in einem weiterführenden Gedankenaustausch jetzt auch sorbischen Lehrern bzw. Kommunalpolitikern näher gebracht werden," berichtet die Zeitung "Dolomiten" am 13. 10.

Die Pressesprecherin der Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud Marija ©imanowa veröffentlichte am 11.10. die inhaltlichen und organisatorischen Schwerpunkte der neuen sorbischen Institution "WITAJ-Zentrum", das am 01. 01. 2001 die Arbeit aufnimmt.
Siehe dazu in den Serbske Nowiny vom 11. 10.

Am 09. 11. druckte die sorbische Tageszeitung die Konzeption für das Sorbische Medienzentrum ab.

Die Domowina würdigte an ihrem 88. Gründungstag (13. 10.) in Bautzen/Budy¹in verdienstvolle Sorben. Den "Domowina-Preis" erhielten der Lehrer i. R. Pawo³ Brankaèk aus Rachlau/Rachlow für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit, der Wissenschaftler Manfred Starosta aus Cottbus/Cho¶ebuz für die Verdienste bei der Schaffung des niedersorbischen Wörterbuches und die Musiklehrerin Lubina ®urowa aus Cottbus/Cho¶ebuz für die Pflege sorbischen Musikgutes.
Das "Ehrenzeichen der Domowina/Èestne znamje¹ko Domowiny" erhielten für ihre besonderen Verdienste der Förderung und Pflege der sorbischen Sprache und Kultur wie auch der hervorragenden Vereinsarbeit: Jurij Domanja aus Keula/Kulowc; Margit Haw¹cyna aus Seidewinkel/®id¼ino; das Ehepaar Marie-Elisabeth und Herbert Jakubik aus Cottbus/Cho¶ebuz; Mìræin Janca aus Ralbitz/Ralbicy; Gisela Kottisekowa aus Halbendorf/Brìzowka; Regina Kurjatowa aus Schönau/©unow; Helga Lungowa aus Baschütz/Bo¹ecy, Ludwik Sachsa aus Radibor/Radwor und Dr. Pìt¹ ©urman aus Bautzen/Budy¹in.

Der diesjährige "Kunstpreis der Oberlausitz" wurde am 14. 10. in Görlitz dem Fotografen Jürgen Maæij aus Bautzen/Budy¹in übergeben. In der Sankt-Anna-Kapelle in Görlitz stellte der Künstler seine Bilderserie "Menschen der Lausitz" aus.

Im Sorbischen Kulturzentrum Schleife/Serbski kulturny centrum Slepo trafen sich am 13. 10. Frauen, die in der Kirchgemeinde täglich die sorbische Tracht tragen. Diese alljährlich stattfindende Zusammenkunft wird von der Leiterin des Zentrum Sylwija Pano¹owa organisiert. Wie Leñka Nowakowa mitteilte, tragen noch 50 Frauen diese Tracht. In Rohne/Rowno ist Ema Kralowa mit ihren 69 Lebensjahren die jüngste Trachtenträgerin

Eine Delegation des Sportvereins "Serbski Soko³" unter der Leitung ihres Vorsitzenden Achim Kowar beteiligte sich am 14. 10. in Èeská Lípa/ÈR an einer Gedenkveranstaltung für den vor 50 Jahren verstorbenen Josef Ma¹tálko, der 1920 das erste sorbische Kinderferienlager in Bìlá pod Bezdìzom/ÈR organisiert hatte. Eingeladen hatte das städtische Heimatmuseum.

Der Nestor der sorbischen bildenden Kunst Ota Garten verstarb am 14. 10. in seiner Geburtsstadt Elstra/Hal¹trow wenige Wochen vor seinem 98. Geburtstag. Er war Mitglied sorbischer Künstlervereine.

"Sein Bild Hana Tilichowa ist nicht als Symbol wichtig, weder als soziales noch nationales. Es ist das Bild einer alten Frau, die das Leben gebeugt hat, die sich aber in der geistigen Anstrengung, welche ihre Tätigkeit verlangt, über das erhebt, was sie durch äußere Umstände, Alter oder nationale Zugehörigkeit ist."
Dr. Hans Mirtschin in der "Sächsischen Zeitung" vom 17. 10.

Zur Kirmes hatte das Sorbische Nationalensemble/Serbski ludowy ansambl am 13. 10. nach Schleife/Slepo, am 14. 10. nach Drachhausen/Hochoza und am 15. 10. nach Werben/Werbno eingeladen. Dargeboten wurde ein Programm unter der Leitung des Dirigenten Ronald Monem (Regie Juraj Kubanka nach Texten von Beno Budar und Dr. Sigmund Musiat), das Bräuche, Sitten und Traditionen beinhaltet.

Über Möglichkeiten, ein neues, ausgewogenes Sorben-Bild in der deutschen Öffentlichkeit zu schaffen, berieten am 16. 10. deutsche Kommunalpolitiker, Vertreter von Parteien, Bildungseinrichtungen und Vereinen mit dem Vorsitzenden der Domowina Jan Nuk.

Die Sorben/Wenden des Gemeindeamtes Jänschwalde/Jan¹ojce wollen nicht, dass sie dem Amt Peitz/Picno zugeordnet werden, wie dies die neue Gemeindereform im Land Brandenburg vorsieht. Bis zum Jahre 2002 besteht noch die Möglichkeit, die sorbischen/wendischen Kommune Jänschwalde/Jan¹ojce durch weitere Ortschaften zu einer Großgemeinde umzugestalten, sagte der stellvertretende Domowina-Geschäftsführer Harald Koñcak am 16.10.

Das Interesse an den Sorben, ihrer Geschichte und am heutigen Leben bekunden immer mehr Ausländer. Am 17. 10. besuchten Pädagogen aus der polnischen Nachbar-Wojewodschaft Lubuskie die Domowina. Der Sprachwissenschaftler Prof. Hinc Schuster-©ewc erläuterte ihnen die Sprachverwandtschaft der polnischen und sorbischen Sprache.
16 Studenten aus Israel, Gäste des Deutsch-Israelischen Jugendforums Berlin, informierten sich im Oktober über die politische Situation der dänischen Minderheit, der Friesen und der Sinti und Roma sowie der Sorben in Bautzen (19. 10). Domowina-Referent Jurij £u¹æanski gab ihnen Einblick in die Geschichte und Kultur der Sorben. "Deutschland ist für die jungen Israelis ... besonders interessant, da die hiesigen Volksgruppen sehr unterschiedliche Traditionen und Kulturen aufweisen und mit der deutschen Bevölkerung friedlich zusammen leben," erklärte der deutsche Begleiter Ulf Heinsohn vom Jugendforum.

Am Treffen von Theatern nationaler Minderheiten Europas in Nimes/Frankreich (18. - 22. 10.) beteiligte sich auch eine Gruppe sorbischer Eleven und Studenten. U. a. bereiteten sie ein Projekt vor, das mit Unterstützung der Theaterform auf die Lage der Minderheiten und auf die Notwendigkeit ihrer Förderung hinwies.

50 Zeichnungen aus vier Jahrzehnten (1959- 2000) stellt im Wendischen Haus in Cottbus/ Serbski dom w Cho¶ebuzu der Grafiker Steffen Lange aus Bautzen/Budy¹in aus. Zur Eröffnung sprach Gerat Nagora. St. Lange illustrierte sorbische Zeitschriften, gestaltete Theaterprogramme und Bücher, u.a. das unlängst erschienene niedersorbische Liederbuch für Kinder "Glìdaj, co ja mam".

Der Sorbische Männerchor Delany/Serbski muski chór Delany gastierte am 21. und 22. 10. in Langenhagen-Kaltenweide bei Hannover auf Einladung der Liedertafel Kaltenweide.

Mit deutschen und polnischen Dichtern, die am 23. 10. in Muskau/Mu¾akow ihr Projekt "Poem des Treffens" starteten, veranstaltete der Sorbische Künstlerbund/Zwjazk serbskich wumì³cow in Bautzen/Budy¹in am 24. 10. einen Literaturabend, auf dem auch Andreas Hennig, Benedikt Dyrlich und Ró¾a Doma¹cyna ihre Gedichte vorlasen. Anschließend bot das Ensemble UnitedBerlin ein Konzert, in dem zwei Werke von Juro Mìt¹k erklangen.

Eine internationale Konferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE), die am 24. und 25. 10. in Warschau tagte, behandelte Rechte der nationalen Minderheiten . Zu den 200 teilnehmenden Organisationen gehörte auch die Domowina, deren Vorsitzender Jan Nuk gemeinsam mit Vertretern der Friesen, Dänen sowie der Sinti und Roma eine schriftliche Stellungsnahme eingereicht hatte.

Das 22. Fest der sorbischen Poesie/Dny serbskeje poezije war in diesem Jahr dem Pfarrer-Dichter Karl Johannes Walther (sorbisch nannte er sich Korla Jan Wa³tar) gewidmet, der nach seinem Studium der evangelischen Theologie von 1885 bis zu seinem Tode 1921 in sorbischen Gemeinden wirkte. Als junger deutscher Student ist er dem Ruf in die verwaiste sorbische Parochie gefolgt und widmete auch seine Dichtkunst den Sorben. 1897 erschien sein Gedichtband "Z du¹u a wutrobu" ("Mit Seele und Herz"); nunmehr ist seine deutsche und sorbische Poesie im 55. Heft der Reihe "Serbska poezija" von Kito Lorenc erschienen.
Besucher der Eröffnungsveranstaltung des Poesiefestes ehrten zuerst am Grabe von K. J. Walther in Neschwitz/Njeswaèid³o die Verdienste des Pfarrers und Dichters. In der Ortskirche würdigte der Vorsitzende des Sorbischen Künstlerbundes /Zwjazk serbskich wumì³cow Benedikt Dyrlich die tolerante Gesinnung von Walther, dessen Gedanken das Poesiefest aufgenommen hat, um die gegenseitige Achtung der Sorben, Deutschen und anderer Völker zu festigen.
Das Programm des 22. Festes wurde auch dargeboten in Königswartha/Rakecy, Bautzen/Budy¹in, Lübbenau/Lubnjow und Varnsdorf (ÈR). Es wurde gestaltet von sorbischen, deutschen, polnische, slowakischen und tschechischen Poeten.
In der Stadtbibliothek der tschechischen Grenzstadt Varnsdorf wurde anlässlich des sorbischen Poesietages eine Abteilung mit sorbischen Büchern eröffnet.
Die tschechische Zeitschrift "Pandora" (Herausgeber: Pädagogische Fakultät der Universität Ústi nad Labem) veröffentlichte in ihrer 4. Ausgabe/2000 eine umfangreiche Anthologie sorbischer Lyrik, die Milan Hrabal und weitere Dichter übersetzt haben. Die Ausgabe war dem 22. Fest der sorbischen Poesie/Dny serbskeje poezije gewidmet.

Auf einer Pressekonferenz der Domowina am 26. 10. teilte Rafael Wowèer vom Sorbischen Schulverein/Serbske ¹ulske towarstwo mit, dass derzeit in 13 Kindergärten 233 Kinder mit der ober- oder niedersorbischen Sprache vertraut gemacht werden. An den Volkshochschulen in Bautzen/Budy¹in und Kamenz/Kamjenc werden im Dezember "Crash-Kurse" für die sorbische Sprache eingerichtet

Die Jahreshauptversammlung des Sorbischen evangelischen Vereins/Serbske ewangelske towarstwo am 31. 10. in Schleife/Slepo wählte einen neuen sechsköpfigen Vorstand, der von Mìræin Wirth geleitet wird.

Im Domowina-Verlag/Ludowe nak³adnistwo Domowina erschien im Oktober ein Buch mit Märchen europäischer nationaler Minderheiten in sorbischer Sprache unter dem Titel "Wìtrec hólcy powìdaja". Neuerzählt werden Märchen der Friesen, Waliser, Roma, Basken, Samen, Ladiner und Sorben. Bisher wurde das Märchenbuch in sechs Sprachen verlegt.

Erschienen ist im Oktober von dem international bekannten Slawisten Prof. Hinc Schuster-©ewc der Studienband "Das Sorbische im slawischen Kontext" als Band 24 der Schriftenreihe des Sorbischen Instituts/Spisy Serbskeho instituta.

Auf ihrer Homepage präsentiert sich die Stadt Hoyerswerda/Wojerecy seit Mitte Oktober auch auf sorbisch. Zu finden ist sie im Internet unter: http://www.Hoyerswerda.de

"Die grüne Eidechse" wird das neue Buch von Jurij Brìzan heißen, das im Frühjahr 2001 erscheint. Sein Buch "Kater Mikosch" ist in Spanien in siebenter und in Japan in dritter Auflage erschienen.

Für einen sorbischen P.E.N.-Verband (poets, essayists, novelists) sprachen sich in der Tagespresse der Lausitz u. a. Jurij Brìzan und Benedikt Dyrlich, Vorsitzender des Sorbischen Künstlerbundes/Zwjazk serbskich wumì³cow aus, um der sorbischen Literatur ein höheres Gewicht im internationalen Maßstab zu geben. Der Generalsekretär des deutschen P.E.N., Johano Strasser, vertrat die Meinung, dass eine Ortsgruppe oder ein Regionalverband des deutschen PEN reichen würde.

In einer Leserzuschrift an die "Sächsische Zeitung" stellt Horst Petrick fest, dass der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) trotz der erwirtschafteten Kapitalerträge von 74,4 Millionen Mark nicht bereit ist, ein regelmäßiges Fernsehprogramm für die Sorben in Sachsen zu senden.



November [oben]

Das Sorbische Museum Bautzen/Serbski muzej Budy¹in bleibt wegen Umbau von Anfang November bis Frühjahr 2002 geschlossen. Der Freistaat Sachsen investiert in das sogenannte Salzhaus 4,7 Millionen Mark. Während der Bauphase wird das Museum im Kloster Marienstern in Panschwitz-Kuckau/Panèicy-Kukow zwei kleinere Ausstellungen präsentieren.

Die alljährlich stattfindende Lesetournee des Domowina-Verlages/Ludowe nak³adnistwo Domowina begann am 01. 11. in Schmerlitz/Smjerd¼aca. Dr. Edward Wornar las aus dem Buch "Winij Puw" von Walt Disney das er ins Sorbische übersetzt hat. Wór¹a Wiæazowa, Jurij Koch und weitere Verlagsautoren bereisen mehrere Schulen und Domowina-Gruppen.

Der Sächsische Ausbildungs- und Entwicklungskanal (SEAK) wurde auf Beschluss des Fördervereins Medium-Zentrum/ Spìchowanske towarstwo Medijowy centrum vom 02. 11. in die Trägerschaft des Weiterbildungswerkes Sachsen übergeben.

Vom 02.- 0 5. 11. war die Domowina Gastgeber des 3. Seminars slawischer Volksgruppen in der Föderalistischen Union europäischer Volksgruppen (FUEV) in der Lausitz. Die Gäste nahmen teil an einer Konferenz und besuchten Kindergärten und Schulen, in denen das WITAJ-Projekt realisiert wird.

Den Domowina-Regionalverband "Handrij Zejler" Hoyerswerda/¾upa "Handrij Zejler" Wojerecy wird auch in den nächsten beiden Jahren Brigita ©ramina leiten. Die Hauptversammlung am 03. 11. wählte die Lehrerin erneut in diese Funktion. Im Bericht hatte sie erklärt, dass das WITAJ-Projekt als System vom Kindergarten bis zur Schule verzahnt werden sollte. Der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk sprach sich für eine weitere Sensibilisierung der deutschen Öffentlichkeit für Themen und Probleme der Sorben aus.

Das musikalische Märchen "Peter und der Wolf" von Sergej Prokofjew wurde am 03. 11. auf der Puppenbühne in Bautzen/Budy¹in in Sorbisch aufgeführt und ist ein Bestandteil der Schulkonzerte.

Die Domowina und der Sorbische Schulverein/Serbske ¹ulske towarstwo veranstalteten am 04. 11. in Crostwitz/Chrósæicy eine internationale Konferenz zum Thema "Zweisprachigkeit - Chance und Herausforderung für die junge Generation der Lausitz", an der 350 Lehrer, Erzieher und Vertreter nationaler Minderheiten teilnahmen. Dr. Jurij Brankaèk, Spezialist für Neurophysiologie im japanischen Forschungsinstitut, Dr. Jarmila Urbanová vom Bund der Polen in der ÈR, die Sprachtherapeutin Wanda Bizoldec, Prof. Els Oksaar aus Hamburg und weitere Redner belegten anhand von Untersuchungsergebnissen die Nützlichkeit einer frühen zweisprachigen Erziehung der Kinder.

"Talk im Konzert" heißt die neue Konzertreihe, die am 05. 11. in Bautzen/Budy¹in eröffnet wurde. Detlef Kobjela begrüßte zum ersten Konzert den Berliner Pianisten Prof. Dieter Bauer.

Mit einem Museumsfest feierten die Bewohner von Dissen /De¹no und zahlreiche Gäste am 05. 11. das Ende der Bauarbeiten. 600 000 Mark wurden investiert. 1983 begann Erika Janowa mit dem Aufbau des Heimatmuseums. Der Landrat des Kreises Spree-Neiße Dieter Friese betonte, dass 80 Prozent der Fördermittel aus dem europäischen Fonds kamen.

Vertreter des Sorbischen evangelischen Vereins/Serbske ewangelske towarstwo und des Cyrill-Methodius-Vereins/Towarstwo Cyrila a Metoda besprachen am 06. 11. die Herausgabe einer gemeinsamen sorbischen ökumenischen Terminologie.

"Für die Förderung der sorbischen Sprache in den Kindergärten und Schulen der Lausitz, sollten in Zukunft mehr Mittel zur Verfügung stehen," forderte der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk auf einer Beratung im Bundesinnenministerium am 07. 11., die sich mit der Charta der Europäischen Union über den Schutz nationaler Minderheiten befasste.

Die im Mai gegründete Sektion Sorbische Musik/Sekcija Serbska hud¼ba in der Maæica Serbska begann am 08. 11. mit ihrer Tätigkeit. Der Sektionsvorsitzende Mìrko ©o³ta sprach zum Thema "Volksmusikant und sorbische Tänze".

Die Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud wird im Jahre 2001 doch noch einmal mit 16 Millionen Mark vom Bund unterstützt. Das erklärte am 09. 11. die Bundestagsabgeordnete Antje Hermenau (Bündnis 90/Die Grünen). Das Geld soll zur Modernisierung der technischen Ausstattung sorbischer Institutionen dienen und außerdem innovative Projekte fördern.
Der brandenburgische Staatssekretär Dr. Horst Mentrup, Mitglied des Stiftungsrates, teilte am 13. 11. mit, dass Brandenburg seine Zahlung nicht verringern werde.
Ursprünglich war geplant, den Zuschuss des Bundes um eine Million Mark zu senken. Daraufhin hatte der brandenburgische Landtag beschlossen, seinen Anteil von etwa 5,3 Mio entsprechend zu kürzen. Lediglich Sachsen wollte seine 10,6 Millionen zur Verfügung stellen.
Der Haushaltsausschuss des Bundestages beschloss auf seiner Sitzung am 16. 11., dass die Bundesregierung im Jahre 2001 mit 16 Millionen die Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud fördert.

Beim Antrittsbesuch des Domowina-Vorsitzenden Jan Nuk beim Präsidenten des sächsischen Landtages Erich Iltgen am 10. 11. dankte der Vertreter der Sorben dem Gastgeber für sein Engagement in sorbischen Angelegenheiten. Der Landtagspräsident schlug vor, dass sich die Sorben mehr als bisher nach ihrer Stellung im zukünftigen Europa, besonders in Hinblick auf die slawischen Nachbarn Sachsens, fragen sollten.

Zum neuen Vorsitzenden des Rates der Stiftung für das sorbische Volk/Rada Za³o¾by za serbski lud wählten die Stiftungsmitglieder am 13. 11. den 47-jährigen Marko Hanèik aus Merka/Mìrkow. Als seine wichtigste Aufgabe nannte er den Aufbau der Zentren für Sprache und Medien ab dem 01. 01. 2001 zu verwirklichen.

Zum Beschluss des Stiftungsrates am 13. 11. sagte der Direktor der Stiftung Marko Suchy:
"Zum Medienzentrum zusammengefasst werden die sorbische Kulturinformation und der Zeitungsbereich des Domowina-Verlages. Die Kulturinformation wird neben den bisherigen Aufgaben auch ein Service-Zentrum für die Zeitung haben. ... Träger des WITAJ-Sprachzentrum wird die Domowina in enger Zusammenarbeit mit dem Sorbischen Schulverein/Serbske ¹ulske towarstwo. Zum WITAJ-Zentrum gehören die Schulbuchproduktion des Domowina-Verlages, die Verwaltung des Schulvereins, zwei Wissenschaftler aus dem Sorbischen Institut/Serbski institut, der Domowina-Bildungsreferent und Mitarbeiter aus der Stiftung."
Interview M. Suchys in der Sächsischen Zeitung am 15. 11. 2000
Entgegen dem Beschluss des Bundesvorstandes der Domowina/Zwjazkowe pøedsydstwo Domowiny vom 30. 09. hat der Stiftungsrat am 13. 11. dafür gestimmt, dass die Domowina die Trägerschaft des WITAJ-Zentrum übernimmt und nicht der Sorbische Schulverein/Serbske ¹ulske towarstwo. Dies führte in den folgenden Wochen zu Auseinandersetzungen in den Führungsgremien der Domowina. Am 29. 11. nahm der Bundesvorstand seinen Beschluss vom 30. 09. zurück und folgte dem Stiftungsrat.

"Ich freue mich, dass wir uns im Geiste des Dialogs, der Aussöhnung und des Friedens treffen können," erklärte der Botschafter Polens in der Bundesrepublik Dr. Andrzej Byrt anlässlich seines Besuches am 14. 11. in Bautzen/Budy¹in bei der Domowina. Der Gast besuchte auch die Mittelschule in Panschwitz-Kuckau/Panèicy-Kukow, das Kloster Marienstern sowie der Sorabia-AG. In einem Gespräche mit dem Vorstandsmitglied der "Sorabia AG" Bjarnat Brìzan, lud er diesen zu einem Treffen mit polnischen Landwirten ein.

Die Ausstellung "Bilder aus der Lausitz" wurde am 14. 11. in Gütersloh eröffnet. Der Maler Jan Buk präsentierte in der dortigen Galerie 37 Aquarelle.

In der Sorbischen Kulturinformation Bautzen/Serbska kulturna informacija Budy¹in wurde eine Ausstellung des Künstlers Jan Hansky am 15. 11. anlässlich seines 75. Geburtstages eröffnet.
"Die Malerei ist für Jan Hansky ein Medium, um sich mit den Ängsten und Sehnen
auseinanderzusetzen. In seinen Bildern beweist er sich als ein fragender Zeitgenosse, der nach seinen Partnern sucht," sagte in der Laudatio Dr. Maria Mìræinowa.

200 Teilnehmer eines Forums in Crostwitz/Chrósæicy sprachen sich am 16. 11. gegen die Schließung der sorbischen Mittelschulen aus und verlangten, dass die im sächsischen Sorben-Gesetz verankerte Verantwortung des Landes auch in Schulfragen realisiert wird. Rechtsanwalt Dr. Winfrid Schachten verwies auf die Verpflichtung des Staates: "Demokratie bedeutet doch nicht, dass untertänigst Bitten vorgetragen werden müssen."

Anlässlich der 6. Literaturkirmes/Literarna kermu¹a des Domowina-Verlages/Ludowe nak³adnistwo Domowina, die am 18. 11. in Jänschwalde/Jan¹ojce stattfand, konnte der Verlag als neuere Ausgaben in niedersorbischer Sprache vorlegen: den ersten Band der Schriften von Mato Kosyk (Herausgeber Pìt¹ Jana¹ und Prof. Roland Marti), "Casnikowa cytanka - 1848-1899" ("Zeitungs-Lesebuch - 1848-1899) zusammengestellt von Christa Brandtowa, die 4., erweiterte Ausgabe einer Gedichtsammlung von Mina Witkojc in der Reihe "Serbska poezija" ("Sorbische Poesie") herausgegeben von Kito Lorenc, die Gedichtsammlung "Wjacornjej¹e stawanja" von Erika Janowa, für die Kinder das Büchlein "¬ins do swìta pokukam" ("Heute schaue ich in die Welt") sowie den Buchkalender "Serbska pratyja".

"melosArt - Verein für neue Musik in der Oberlausitz e.V." heißt der neue Verein, der vom Deutschen Musikrat gefördert und vom Sorbischen Nationalensemble/Serbski ludowy ansambl mitgetragen wird. Das 1. Konzert fand am 21. 11. in Bautzen/Budy¹in statt. Aufgeführt wurden zwei Uraufführungen, Werke von zwei deutschen (Lothar Gärtig und Thomas Stapel) und drei sorbischen Komponisten (Jan Cy¾, Detlef Kobjela und Juro Mìt¹k).

Im Alter von 54 Jahren starb am 21. 11. die sorbische Künstlerin Bo¾ena Nawka-Kunysz, die für ihre Werke Anregungen aus den sorbischen Märchen und Heldengedichten schöpfte. Von 1965 bis 1970 hatte sie an der Krakauer Akademie der Künste studiert und wirkte dann in Katowice (Polen) und in ihrer Heimatstadt Bautzen/Budy¹in.

"Menschen, die die Chance der Zweisprachigkeit nicht erkennen, haben unsere Zeit nicht verstanden," sagte der Bürgermeister Klaus Gutschke aus Lohsa/£az auf einer Beratung über die Realisierung des WITAJ-Projektes im Lohsaer Kindergarten. (21. 11.)

Im internationalen Wettbewerb junger Komponisten des Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) "Das neue sorbische Lied" wurden am 24. 11. die Preisträger benannt. Zum Thema "Lieder nach Gedichten von Mato Kosyk" haben 16 Komponisten ihre Arbeiten eingereicht. Den ersten Preis erhielt der polnische Komponist und Bratschist S³awomir Zamuszko aus £od¼ (Polen), der zweite Preis ging an Peter Helmut Lang aus Weimar und den dritten erhielt Oliver Drechsel aus Monheim am Rhein.

Ein Revitalisierungsprogramm für den Erhalt der sorbischen Sprache war am 25. 11. bei einem internationalen Symposium über Mehrsprachigkeit in Cottbus/Cho¶ebuz gefordert worden. "Ein solches von der EU gefördertes Programm ist der letzte Rettungsanker für den Fortbestand der Minderheitensprache in der Lausitz," sagte der Brüsseler Sprachwissenschaftler Peter Nelde.

Ein Denkmal für die beiden Slawenapostel und Mitpatronen Europas Cyrill und Methodius, das im Auftrag des Cyrill-Methodius-Vereins/Towarstwo Cyrila a Metoda vom polnischen Bildhauer Daros³aw Bagiñski geschaffen wurde, weihte am 26. 11. in Anwesenheit von mehr als 2000 fast ausschließlich sorbischen Gläubigen Bischof Joachim Reinelt im freien Gelände unweit von Strohschütz/Stró¾i¹æo und Schmotitz/Smochæicy ein.

Die Texas Wendish-Sorbs Heritage and Museum vergab zum ersten Mal den Ehrentitel "Honorary Texas Wends-Sorb". Ausgezeichnet wurde im November der emeritierte Präsident der Concordia-Universität Austin in Texas, Prof. David Zersen.

Neun Vorstellungen des sorbischen Puppentheaters von Mìræin Krawc aus Schirgiswalde (die letzte am 30. 11.) erlebten sorbische und deutsche Schüler der Klassen 1. und 2. im Kreis Bautzen/Budy¹in und Hoyerswerda/Wojerecy, die von der Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud, vom Landratsamt Bautzen/Krajnoradny zarjad Budy¹in und des Domowina-Kreisverbandes Hoyerswerda/¾upa Wojerecy gefördert wurden.

Heiko Kozel, Landtagsabgeordneter der PDS, erhielt am 30. 11. von der Rechtsanwaltskammer in Praha das Recht, in der ÈR als Anwalt zu wirken.

Mit dem Buch "Die Lausitzer Sorben in der Wende" von Prof. Dr. Mìræin Kasper wird erstmals die Situation der Sorben zwischen Oktober 1989 und dem 3. Oktober 1990 dokumentarisch behandelt. Das Nachschlagwerk erschien Ende November im Domowina-Verlag/Ludowe nak³adnistwo Domowina.

Die im November als Buch erschienene Studie "Das Reine und das Vermischte" von Dr. Elke Tschernokoshewa, Abteilungsleiterin im Sorbischen Institut /Serbski institut, beinhaltet Untersuchungen über das Erscheinungsbild der Sorben in Zeitungen Deutschlands. Als Herausgeber zeichnet der Waxmann-Verlag Münster/New York, München/Berlin.

Im Sammelband "Laureaci konkursow poetyckich" ("Preisträger poetischer Wettbewerbe") - eine Ausgabe des Allpolnischen Dichterklubs - sind auch zwei Gedichte von Benedikt Dyrlich veröffentlicht, der 1997 zu den Preisträgern des Warschauer Poetenherbstes zählt.

Ralbitz-Rosenthal/Ralbicy-Ró¾ant im Landkreis Kamenz/Kamjenc ist die jüngste Gemeinde in Sachsen. Statistiker haben herausgefunden, dass die Ralbitzer und Rosenthaler durchschnittlich 35,2 Jahre alt und damit genau sieben Jahre und vier Monate jünger sind als die durchschnittlichen Sachsen.



Dezember [oben]

Fünfzig namhafte Künstler, Schriftsteller und Publizisten aus ganz Deutschland haben sich Anfang Dezember in einer gemeinsamen Erklärung für die Rettung des vom Braunkohletagebau bedrohten Dorfes Horno/Rogow ausgesprochen. Zu den Unterzeichnern gehören Christa Wolf, Volker Braun, Günter Grass, Christoph Hein, Jurij Koch und Jurij Brìzan.

Im Dezember erschien eine neue Broschüre mit dem Titel "Die Sorben in Bautzen/Serbja w Budy¹inje", die von der Stadtverwaltung herausgegeben wurde. Der Sorbische Arbeitskreis bei der Stadt und das Sorbische Institut/Serbski institut hatten das Vorhaben unterstützt.

Der katholische Verein Bratrowstwo aus Wittichenau/Kulow beschloss auf seiner Jahreshauptversammlung am 01. 12. stärker für die Anerkennung und Anwendung der sorbischen Sprache in der Stadt, im Schulwesen und im Kirchenleben aufzutreten.

Mehrere Jugendliche aus Tauer/Turej beteiligen sich am Sorbisch-Lehrgang der Domowina-Ortsgruppe. Dies gab der Vorstand auf der Versammlung am 01. 12. bekannt. Im abgelaufenen Kalenderjahr hatte die Gruppe 14 Veranstaltungen für die Dorfbewohner organisiert.

Im Wendischen Museum Cottbus/Serbski muzej Cho¶ebuz eröffnete Jürgen Maæij am 01. 12. eine fotografische Zeitdokumentation über evangelische Dorfkirche der Niederlausitz und sogenannte Wendischen Kirchen in der gesamten Lausitz.

Ein Sorbisch-Lehrgang für Lehrer und Erzieher findet in Hoyerswerda/Wojerecy seit dem 07. 12. statt, der von Jurij ©o³ta geleitet wird. Die Stadtverwaltung unterstützt dieses Vorhaben, das gemeinsam mit dem Regionalverband der Domowina/¾upa Wojerecy organisert wird.

Das alljährliche Seminar slawischer Minderheiten, das die Domowina gemeinsam mit der Föderalistischen Union europäischer Volksgruppen (FUEV) durchführt, wird im Jahre 2001 mit den Vertretern der slowakischen Minderheit in der Tschechischen Republik (Obec Slovakov v ÈR) organisiert werden. Dies wurde am 08. 12. zwischen dem Vorsitzenden des slowakischen Verbandes Dr. Peter Lipták und der Delegation der Domowina Dr. Pìtr Brìzan, stellvertretender Vorsitzender, Dr. Mìræin Völkel und Jurij £u¹æanski in Prag vereinbart.

Der Bundesvorstand der Domowina beschloss am 09. 12. die öffentliche Diskussion über einen Entwurf der neuen Statuten der Dachorganisation, an der sich die Regionalverbände, Vereine und Einzelpersonen beteiligen sollten.

Der Vorstand des Fördervereins für die sorbische Sprache in der Kirche/Spìchowanske towaristwo za serbsku rìc w cerkwi teilte auf seiner Jahrestagung am 09. 12. in Cottbus/Cho¶ebuz mit, dass die Vereinigung gewillt ist, weiterhin jährlich 25000 Mark als einen Anteil für das Gehalt eines Pfarrers auszugeben, wenn dieser die sorbische Seelsorge übernimmt.

"Die sorbische Bibliothek" ist eine neue Reihe des Domowina-Verlages/Ludowe nask³adnistwo Domowina, deren erste Ausgabe am 11. 12. erschien. "Wir wollen mit ihr vorwiegend das sorbische literarische Erbe sowie die Gegenwartsliteratur jenen, die die sorbische Sprache nicht beherrschen sowie den deutschen Interessenten zugängig machen," sagte die leitende Verlagslektorin Marka Maæijowa. Als erstes Buch erschien "Die Insel der Vergessenen" ("Kupa zabytych"; Erstveröffentlichung 1931) von Jakub Lorenc-Zalìski in der Übersetzung von Dr. Christian Prunitsch, die Gedichte übertrug Ró¾a Doma¹cyna.

Seine Antrittsvorlesung an der Universität Saarbrücken hielt am 11. 12. der habilitierte Mitarbeiter des Sorbischen Instituts Bautzen/Serbski institut Budy¹in Dr. Edward Wornar.

Zu einer weiteren Gesprächsrunde "Serbja - Sorben" hatte am 13. 12. die SPD-Bundestagsab-geordnete Barbara Wittig Vertreter sorbischer Vereine nach Hoyerswerda/Wojerecy eingeladen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Förderung der sorbischen Vereine durch die Stiftung für das sorbische Volk/Za³o¾ba za serbski lud.

Der Vorstand des Domowina-Regionalverbandes Niederlausitz/¾upa Delnja £u¾ica konnte zur Jahresbilanz am 14. 12. feststellen, dass die Regierung Brandenburgs die sorbische Sprache als zweite Sprache in den Schulen festgeschrieben hat. Der Vorsitzende/¾upan Dr. Fryco Libo forderte aber zugleich, dass in Zukunft gut ausgebildete Lehrer zur Verfügung stehen sollten.

Mit der Eröffnung einer Ausstellung des Bautzener Malers Robert Böhmer (Pseudonym RAPAK) im Gemeindeamt Rosenthal/Gmejski zarjad Ró¾ant am 15. 12. wurde die Feier zum zehnjährigen Bestehen des Sorbischen Künstlerbundes/Zwjazk serbskich wumì³cow eingeleitet. In einer Ansprache würdigte der Vorsitzende Benedikt Dyrlich die Tätigkeit des Bundes, der sich für die Förderung der Literatur, des Theaters, der Musik, des Films und der Bildenden Kunst eingesetzt hat.

Eine neue sorbische CD wurde am 18. 12. in Bautzen/Budy¹in vorgestellt. 180 Volks- und Berufskünstler hatten das Oratorium "Nalìæo" ("Der Frühling") einstudiert und aufgeführt. 31 Titel wurden unter der Leitung des Chordirigenten Ronald Monem für die CD aufgenommen.

In der Sorbischen Mittelschule Crostwitz/Serbska srjed¼na ¹ula Chrósæicy stellte Monsignore Mìræin Salowski am 20. 12. das Buch "Moja wulka kniha køæenskich mjenow" ("Mein großes Buch der Taufnamen") vor, das im Domowina-Verlag/Ludowe nak³adnistwo Domowina in Kooperation mit den Augsburger Verlag Pattloch als erweiterte sorbische Ausgabe erschien.

Steffen Reich, SPD-Minister in der Brandenburgischen Regierung und der Domowina-Vorsitzende Jan Nuk stellten in einem Gespräch am 21. 12. in Cottbus/Cho¶ebuz fest, dass sie mit der Vermittlung sorbischer Sprachkenntnisse und deren Anwendung am Sorbischen Gymnasium in Cottbus/Cho¶ebuz derzeit unzufrieden sind. Als notwendig bezeichneten beide eine intensivere Weiterbildung der Lehrer.

Einhundert katholische sorbische Jugendliche begaben sich am 27. 12. nach Barcelona, um hier am europäischen Taizé-Treffen teilzunehmen. Kaplan Pìtr Kral führte die sorbische Gruppe.
Sorbische Studenten und Abiturienten nahmen an den Bildungstagen des Internationalen Jugendzentrums in Krzy¿owa (Polen) teil.

Eine Uraufführung erlebte die "Suite für Flöte und Klavier op. 113" des Komponisten Hinc Roj am 27. 12. in Niesky/Niska. Dargeboten wurde sie im Rahmen eines Konzerts des Sorbischen Künstlerbundes/Zwjazk serbskich wumì³cow von der Pianistin Heidemarja Wiesnerec und des Flötisten Francesco Bonafini.

Dr. Ines Kellerowa veröffentliche ihre Forschungsergebnisse zum Thema "Sorbische und deutsch-sorbische Familien" als Band 25 der Schriftenreihe des Sorbischen Instituts/Spisy Serbskeho instituta im Dezember 2000. Untersucht werden die gesellschaftlichen Verhältnisse nach 1945 und ihre Auswirkungen auf die Familien.

Im tschechischen Parlament hat der Abgeordnete Miloslav Ransdorf (KPÈ) im Dezember den Außenminister Jan Kavana aufgefordert, Initiative zu ergreifen für den Erhalt der sorbischen Schulen und dies in einer Intervention dem deutschen Außenminister mitzuteilen.

Die Zeitschrift "Revue svetovej literatúry" (Bratislava) veröffentlichte in ihrer Dezemberausgabe eine Anthologie sorbischer Prosa und Lyrik, die von Peter Èaèko und Dana Podracká ins Slowakische übersetzt wurde.




Herausgeber:
DOMOWINA - Bund Lausitzer Sorben e.V.
Referat für Öffentlichkeitsarbeit und ausländische Beziehungen
Redaktion: Jurij £u¹æanski/Wuschansky
Chronist: Dr. Mìræin Völkel
Redaktionsschluss: März 2001

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